Mehr als 300 Unternehmer sowie Vertreter aus Politik, Verbänden und Finanzwirtschaft kamen am Dienstag in Frankfurt am Main zum Kasachstan-Investment-Tag zusammen. Dort stand die Frage im Mittelpunkt, wie sich Exporte in geopolitisch angespannten Zeiten verlässlich finanzieren und absichern lassen.

Technische Standards, nichttarifliche Handelshemmnisse, drastische Änderungen in der Zollpolitik wichtiger Handelspartner, Sanktionen und politische Verwerfungen erhöhen die Risiken im internationalen Handel und machen grenzüberschreitende Investitionen komplexer. Entsprechend groß war das Interesse an Exportkreditgarantien, strukturierten Finanzierungen und klaren politischen Leitlinien. Mehrere Bankenvertreter betonten, dass bei Entscheidungen über eine Kreditvergabe vor allem eine umfassende Risikoanalyse, die Einhaltung von Compliance-Vorschriften und die professionelle Begleitung der Investitionsprojekte im Ausland entscheidend seien.

Die kasachische Delegation wurde von Industrieminister Ersaiyn Nagaspajew angeführt. Er verwies auf die gewachsene industrielle Kooperation mit Deutschland und warb für eine engere Zusammenarbeit entlang strategischer Rohstoffketten. Neben Metallen und Mineralien stehen dabei insbesondere Seltene Erden im Fokus. Nach kasachischen Angaben verfügt das Land über 21 der 34 von der EU als kritisch eingestuften Elemente.

Für die Bundesregierung unterstrich Staatssekretär Thomas Steffen die strategische Bedeutung Kasachstans und Zentralasiens für Europa. Zwischen Rohstoffsicherung, resilienten Lieferketten und geopolitischer Balance gewinnt die Region weiter an Gewicht. Gewürdigt wurde auch das Engagement des kasachischen Botschafters Nurlan Onzhanov.

Handlungsbedarf machten die Panelisten vor allem bei beschleunigten Visa-Verfahren und effizienteren Ausfuhrgenehmigungen durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) aus. Ob aus wohlklingenden Absichtserklärungen belastbare Partnerschaften werden, entscheide sich weniger auf Konferenzpodien als im unternehmerischen Alltag. Strategische Partnerschaft beginnt dort, wo Unternehmer unkompliziert reisen könnten und ende, wenn Genehmigungsprozesse Investitionen und Exporte ausbremsen oder verzögern würden.

Jonas Prien, SCHNEIDER GROUP

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