Deutsche Unternehmen zu Gast in Almaty: Am Elektromechanischen College werden junge Fachkräfte praxisnah nach deutschen Standards ausgebildet – mit der Chance auf Praktika in Deutschland und internationalen Karriereperspektiven. Die Gäste aus Deutschland konnten sich ein Bild von den modernen Ausbildungsbedingungen machen. Außerdem konnten sie direkt mit Studierenden sprechen und durch die Unterzeichnung neuer Memoranden die Weichen für die Zukunft stellen.
Am Staatlichen Elektromechanischen College in Almaty empfing die Leitung am Dienstag eine Delegation mit Vertretern deutscher Unternehmen und Wirtschaftsvertretern. Ziel des Besuchs war es, sich ein Bild von der praxisorientierten Ausbildung nach deutschen Standards zu machen. Außerdem sollten die bereits laufenden sowie geplanten Kooperationen vertieft werden. Im Mittelpunkt stand dabei, wie Deutschlands Firmen kasachstanische Nachwuchskräfte entdecken und fördern können. Die Gäste wurden durch das College geführt und konnten verschiedene Unterrichtseinheiten live erleben. Dazu gehörten angehende Elektriker, Automechaniker sowie Spezialisten und Fachkräfte anderer technischer Fachrichtungen.
Die Studierenden demonstrierten ihre praktischen Fähigkeiten und erklärten ihre Ausbildungsschritte, die sie intensiv auf den internationalen Arbeitsmarkt vorbereiten. Besonders hervorgehoben wurde, dass zwei Studierende bereits in der folgenden Woche für ein Praktikum nach Deutschland reisen würden. Dort sollen sie weitere Erfahrungen in der Unternehmenspraxis sammeln. Voraussetzung dafür ist nicht nur fachliches Können, sondern auch ein angemessenes Niveau in der deutschen Sprache.
Langfristige Bekräftigung der Zusammenarbeit
Im Anschluss an die Besichtigung fand ein runder Tisch statt, an dem neben den Vertretern der deutschen Delegation und der Collegeleitung auch Studierende teilnahmen. Beteiligt waren sowohl Absolventen, die aktuell auf Arbeitssuche sind, als auch solche, die sich gerade auf ein Praktikum in Deutschland vorbereiten. Dieser direkte Dialog bot Raum für Fragen, persönliche Erfahrungen und konkrete Perspektiven. Im Rahmen des Treffens hatten Firmenvertreter zudem die Möglichkeit, Vorstellungsgespräche mit Studierenden zu führen. Außerdem konnten sie sich bereits potentielle Kandidaten für Praktika sichern.
Während der Veranstaltung wurden auch Memoranden unterzeichnet, um die Zusammenarbeit zwischen dem College und den deutschen Unternehmen langfristig zu bekräftigen. Die Verbindung von Theorie und Praxis nach deutschen Standards soll dabei gesichert werden. Diese Vereinbarungen markieren einen wichtigen Schritt, um die duale Ausbildung nachhaltig mit internationalen Praxisphasen zu verknüpfen. So sollen die Studierenden gezielt auf eine Tätigkeit in deutschen Betrieben vorbereitet werden.
Der Initiator des Programms und Leiter der Delegation Sergej Serebrjanskij, welcher auch der Gründer der Janser Consult GmbH ist, hob die internationale Anerkennung des Programms hervor. Bereits heute würden 60 Prozent der Lehrinhalte der Colleges in Deutschland anerkannt werden. Die restlichen 40 werden durch praxisorientierte Maßnahmen ergänzt. Sie sollen so angepasst werden, damit die Studierenden optimal auf die Anforderungen internationaler Arbeitsplätze vorzubereitet werden.
Im Kern bedeutet das, dass die Studierenden eine duale Ausbildung nach deutschen Standards erhalten. Sie orientiert sich eng an den Anforderungen deutscher Betriebe und wird durch Praxisphasen ergänzt. Die Absolventen können nach Abschluss der Ausbildung sowohl kasachische als auch anerkannte Qualifikationen nach deutschen Standards erlangen. Serebrjanskij betonte, dass das Projekt nicht nur kurzfristig Fachkräfte vermitteln will. Es soll auch ein nachhaltiges Netzwerk zwischen deutschen Unternehmen und jungen Talenten aus Zentralasien aufbauen. Durch enge Abstimmung mit Industriepartnern und Behörden wird angestrebt, bürokratische Hürden bei Anerkennung und Einstieg zu reduzieren.
Eine Win-Win-Situation
So erhalten sie die Chance, deutsche Technologien und Arbeitsmethoden hautnah zu erleben und nach Abschluss direkt als Fachkräfte tätig zu werden. Das Projekt zielt darauf ab, ein nachhaltiges Netzwerk zwischen deutschen Unternehmen und jungen Talenten aus Zentralasien aufzubauen. Damit ist es eine Win-Win-Situation für Deutschland, Kasachstan und die jungen Spezialisten.
Eine Vertreterin der Bildungsabteilung im Akimat der Stadt unterstrich die Bedeutung der Initiative im Kontext nationaler Prioritäten. Sie erklärte, dass Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew die Spezialisierung auf technische Arbeitsberufe unterstützt. Außerdem betonte sie, dass die internationale Zusammenarbeit mit Deutschland, China und anderen Partnern es den Studierenden ermöglicht, nicht nur fachlich, sondern auch kulturell und sprachlich optimal vorbereitet in die Zukunft zu gehen.
Ein Vertreter der Krömer GmbH drückte seine hohe Wertschätzung für das Ausbildungsniveau aus. Er erklärte, dass die modernen Bedingungen am College, die Vielfalt der Ausbildungsberufe und die technische Tiefe der Programme überzeugend seien und dass viele Talente für die Arbeit in deutschen Unternehmen interessant seien.
Die Veranstaltung zeigte deutlich, wie die Verbindung von dualer Ausbildung, Praxisbezug und internationaler Vernetzung den Studierenden konkrete berufliche Perspektiven eröffnet, sei es durch Praktika in deutschen Unternehmen oder durch spätere Festanstellungen. Durch direkte Gespräche, Vorstellungsgespräche und die unterzeichneten Memoranden konnten erste Weichen für mögliche Praktikanten und eine langfristige Zusammenarbeit zwischen College und Unternehmen gestellt werden.
Das Programm am Elektromechanischen College gilt inzwischen als Modellprojekt für die internationale Fachkräfteausbildung in Zentralasien, das Bildungseinrichtungen, Unternehmen und staatliche Interessen miteinander verbindet. Es steht exemplarisch für die wachsende Zusammenarbeit zwischen Kasachstan und Deutschland im Bereich beruflicher Bildung und Fachkräftesicherung.

























