Am 18. Gymnasium in Almaty hat ein internationales Seminar gezeigt, wie erneuerbare Energien und moderne Bildung zusammenfinden können. Im Zentrum stand das Projekt „Solarschule“, das Schülerinnen und Schüler nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch an das Thema der Solarenergie heranführt. Vertreter aus Deutschland und Kasachstan betonten dabei die künftig wachsende Bedeutung einer nachhaltiger Bildung. Sie wiesen auch auf die internationale Zusammenarbeit und ein modernes Unterrichtsverständnis hin.
Am 18. Gymnasium in Almaty wurde am vergangenen Freitag ein internationales methodisches Seminar unter dem Titel „Solarschule als Modell für eine Bildung, die als Entwicklung der Zukunft wirkt“ durchgeführt. Die Veranstaltung war Teil des internationalen Netzwerks „Solar Schools“ und brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Bildung, Wissenschaft, Diplomatie und Schule zusammen. Ziel des Treffens war es, die Verbindung von nachhaltiger Energie, moderner Didaktik und internationaler Bildungskooperation sichtbar zu machen.
Bereits zur Eröffnung wurde der internationale Charakter des Seminars deutlich. Neben Vertreterinnen und Vertretern des Bildungswesens und akademischer Partner sprachen auch Gäste aus diplomatischen Institutionen. In seiner Ansprache betonte Benedikt Löcherer vom Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Almaty die besondere Bedeutung des Projekts „Solarschule“. Er hob hervor, dass das 18. Gymnasium durch die vorhandene Photovoltaikanlage ein konkretes Beispiel dafür biete, wie erneuerbare Energien im Schulalltag nicht nur theoretisch behandelt, sondern praktisch erlebt und untersucht werden können.
Die Schule verfüge damit über eine Lernumgebung, in der Schülerinnen und Schüler die Funktionsweise von Solarenergie unmittelbar nachvollziehen könnten. Dies sei insbesondere vor dem Hintergrund globaler Herausforderungen wie Klimawandel und Energieabhängigkeit von großer Bedeutung. Bildung spiele eine zentrale Rolle dabei, junge Menschen frühzeitig für nachhaltiges Denken und verantwortungsbewusstes Handeln zu sensibilisieren. Gleichzeitig unterstrich Löcherer die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem 18. Gymnasium und deutschen Bildungspartnern. Insbesondere hob er die Partnerschaft mit dem Ernst-Abbe-Gymnasium in Oberkochen hervor. Dadurch wird ein wichtiger Beitrag zum kulturellen und bildungsbezogenen Austausch geleistet.
Praxisorientierte Formate
Ein weiterer wichtiger institutioneller Partner des Projekts ist die Deutsch-Kasachische Universität (DKU), die das Seminar im Rahmen der wissenschaftlichen Vernetzung und Bildungskooperation begleitete. Vertreter der DKU betonten die Bedeutung der Verbindung von Schule, Hochschule und internationalen Forschungsnetzwerken im Bereich nachhaltiger Entwicklung. Die Zusammenarbeit zeige, wie Bildungsketten entstehen können. Diese reichen von der Schule bis in die universitäre Forschung. So werden langfristig Fachkräfte im Bereich erneuerbarer Energien gefördert.
Im weiteren Verlauf des Seminars wurde das Projekt in mehreren praxisorientierten Formaten vorgestellt. In einer Laborarbeit untersuchten Schülerinnen und Schüler die Strom-Spannungs-Kennlinie einer Solarzelle und erhielten damit einen direkten Einblick in die physikalischen Grundlagen der Photovoltaik. Ergänzt wurde das Programm durch Unterrichtssequenzen zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz im naturwissenschaftlichen Lernen. Auch gab es eine digitale Videokonferenz mit Partnern aus Usbekistan, die den internationalen Austausch im Bereich nachhaltiger Bildung weiter vertiefte.
Nach einer kurzen Kaffeepause präsentierten Schülerinnen und Schüler eigene Projekte rund um erneuerbare Energien. Dabei zeigte sich, dass die Jugendlichen nicht nur technische Grundlagen verstehen, sondern auch in der Lage sind, komplexe Zusammenhänge zwischen Energie, Umwelt und Zukunftsfragen eigenständig und in einer Fremdsprache darzustellen.
Im Gespräch mit der Schulleitung
Im Gespräch mit der Schuldirektorin Guldschamilja Naurysbajewa wurde die besondere Entwicklung des 18. Gymnasiums weiter konkretisiert. Die Direktorin verwies auf die mehr als 40-jährige Zusammenarbeit mit Deutschland, die die Schule nachhaltig geprägt habe. Durch diese enge Kooperation habe sich eine Bildungsumgebung entwickelt. In dieser sind sprachliche und naturwissenschaftliche Bildung eng miteinander verbunden. Besonders der verstärkte Deutschunterricht spiele dabei eine zentrale Rolle, da er den Schülerinnen und Schülern zusätzliche akademische und internationale Perspektiven eröffne.
Zudem betonte sie, dass die Schule zunehmend auch für Schülerinnen und Schüler aus anderen renommierten Bildungseinrichtungen attraktiv sei. Dazu gehören spezialisierte Lyzeen und auch die Nazarbayev Intellectual Schools. Der Grund dafür liege in der Kombination aus hoher fachlicher Qualität, internationaler Ausrichtung und einem starken sprachlichen Profil. Die „Solarschule“ sei dabei nicht nur ein einzelnes Projekt, sondern ein sichtbarer Bestandteil dieser Entwicklung.
Das Seminar selbst wurde von der Schulleitung als Zwischenstand eines langfristigen Prozesses verstanden. Die eingesetzte Solartechnik ermögliche es, Unterricht stärker mit Praxis zu verbinden und naturwissenschaftliche Inhalte anschaulicher zu vermitteln. Gleichzeitig solle die internationale Zusammenarbeit weiter ausgebaut werden. Dadurch soll der Austausch zwischen Schulen in Kasachstan, Deutschland und weiteren Partnerländern intensiviert werden.
Das Ziel, Schülerinnen und Schüler mit den Prinzipien erneuerbarer Energien vertraut zu machen, verfolgt das Bildungsprojekt für nachhaltige Entwicklung „Solarschulen und Solar-Universitäten in Zentralasien und im Kaukasus“. Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt finanziert und seit 2019 auf Initiative der gemeinnützigen Organisation ideas into energy gGmbH sowie der Beratungsfirma eclareon GmbH aus Deutschland umgesetzt. Beteiligt sind zudem das Goethe-Institut und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) als Partner in der internationalen Zusammenarbeit.
Zum Abschluss der Veranstaltung wurde deutlich, dass das 18. Gymnasium seine Rolle weit über die klassische Wissensvermittlung hinaus definiert. Die Schule versteht sich als Brücke zwischen Kasachstan und Deutschland, als Ort der internationalen Zusammenarbeit und als Modell für moderne, nachhaltige Bildung im 21. Jahrhundert.

























