Am 31. Oktober 2026 fand an der Deutsch-Kasachischen Universität die zweite Runde des Redekunstwettbewerbs für Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 bis 11/12 aus Kasachstan statt.

Der Wettbewerb bot jungen Menschen, die Deutsch lernen, eine Plattform, um ihre Fähigkeiten im öffentlichen Reden weiterzuentwickeln, ihre Sprachkenntnisse unter Beweis zu stellen und eigene Ideen zu präsentieren.

Auswahlverfahren und Präsentationen der Teilnehmenden

Die erste Runde des Wettbewerbs bestand aus einer Vorauswahl, bei der die Teilnehmenden ihre Bewerbungen und Videoaufnahmen ihrer Reden bei den Organisatoren eingereicht hatten. Nach der Sichtung der Beiträge lud die Jury jene Schülerinnen und Schüler, die sich für die zweite Runde qualifiziert hatten, dazu ein, ihre Projekte persönlich vorzustellen.

In der zweiten Runde hielten die Teilnehmenden ihre Präsentationen auf Deutsch. Innerhalb von fünf Minuten sollten sie eines der vorgegebenen Themen näher beleuchten, ihre Position argumentativ begründen und das Publikum von ihren Gedanken überzeugen.

Die Wettbewerbsthemen griffen verschiedene Aspekte des modernen Lebens auf: So ging es beispielsweise um künstliche Intelligenz in der Schule und ihre Auswirkungen auf das selbständige Denken, oder es ging um die Frage, ob Schulnoten motivieren oder unnötigen Stress verursachen, sowie auch darum, was im Leben wichtiger ist – Talent zu besitzen, Glück zu haben oder durch harte Arbeit seine Ziele zu erreichen. Weitere Themen waren die sogenannte Fast Fashion und ihre Folgen für Mensch und Umwelt, die Rolle von Traditionen in Zeiten eines rapiden gesellschaftlichen Wandels sowie die Frage, welchen Einfluss die Mehrsprachigkeit auf unsere Identität hat.

Es ist das Ziel dieses Wettbewerbs, das Interesse an Deutsch als Fremdsprache und die Motivation der Schülerinnen und Schüler zum Erlernen der deutschen Sprache im Kontext von Multikulturalität und Mehrsprachigkeit zu fördern. Gleichzeitig soll der Wettbewerb durch die Vermittlung von Fähigkeiten im öffentlichen Reden zur intellektuellen, kreativen und ästhetischen Entwicklung der Jugendlichen beitragen.

Die Möglichkeit, sich zu beweisen und auf die Zukunft vorzubereiten

Die Beiträge der Teilnehmenden zeigten nicht nur ein hohes Niveau der erworbenen Deutschkenntnisse, sondern auch Talent, Engagement und eine intensive Vorbereitung. Jede und jeder Einzelne präsentierte die eigene Sichtweise auf das gewählte Thema und versuchte, das Publikum zu begeistern und die eigene Position möglichst überzeugend darzustellen. Besonders hervorzuheben ist, dass die Deutsch-Kasachische Universität im Rahmen dieses Wettbewerbs Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bietet, sich zu präsentieren, eigene Projekte vorzubereiten und erste Erfahrungen im öffentlichen Reden zu sammeln.

Solche Wettbewerbe sind nicht nur eine Gelegenheit, die eigenen Deutschkenntnisse unter Beweis zu stellen, sondern sie vermitteln auch eine wertvolle Erfahrung, die dabei hilft, ein gesundes Selbstvertrauen zu entwickeln, eigene Gedanken zu strukturieren, Argumente zu formulieren und sicher vor einem unbekannten Publikum zu sprechen.

Beim Beobachten der Präsentationen fiel mir außerdem auf, wie sehr das Format an die selbstständige Arbeit von Studierenden „SAS“ erinnert, die wir an der Universität mehrmals pro Semester absolvieren. Die Vorbereitung einer Präsentation, die Recherche, die Entwicklung einer eigenen Position und deren Vorstellung vor einem Publikum gehören bereits zu jenen Aufgaben, mit denen Studierende bestens vertraut sind.

Somit können solche Wettbewerbe für Schülerinnen und Schüler nicht nur eine interessante Erfahrung sein, sondern auch eine erste Vorbereitung auf das zukünftige Studentenleben.

Die Gewinner des Wettbewerbs

Nach Abschluss des Wettbewerbs wurden die Plätze wie folgt vergeben: 1. Platz – Dana Ermekovna, Gymnasium Nr. 68; 2. Platz –
Ruslan Suleimanov, Gymnasium Nr. 27; 3. Platz – Gorbatova Kira, Gymnasium Nr. 18.

Kommentar von Dr. Andreas Chetkowski, DAAD-Lektor und Leiter der Deutschsektion an der DKU: „Der Redekunstwettbewerb ist eine tolle Veranstaltung der Deutsch-Kasachischen Universität, die von den Lehrkräften der Deutschsektion mit viel Engagement organisiert und vorbereitet wurde. Ohne sie wäre diese Veranstaltung nicht möglich gewesen. Wie uns die Schülerinnen und Schüler heute gezeigt haben, bedeutet Redekunst nicht nur, die deutsche Sprache zu beherrschen, sondern auch, eigene Gedanken zu entwickeln, eigene Positionen zu vertreten und andere Menschen zum Nachdenken anzuregen. Ich freue mich außerdem über unsere Jury, der als Vertreter des Generalkonsulats Markus Krehl, mein DAAD-Kollege Michael Steineberg und unsere Praktikantin an der DKU, Letizia Horst, angehört haben. Sie hatten die schwierige Aufgabe, die Gewinner auszuwählen, denn die vielen Vorträge waren wirklich beeindruckend.“

Wir gratulieren den Gewinnerinnen und Gewinnern sowie allen Teilnehmenden herzlich! Wir wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg beim Deutschlernen, neue Entwicklungsmöglichkeiten und viel Selbstvertrauen für ihre nächsten Schritte.

Veronika Librikht

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