Am Rande des 28. Tags der Deutschen Wirtschaft in Almaty am vergangenen Freitag kamen auch Unternehmerinnen und Unternehmer aus den Reihen der deutschen Minderheit zu einer weiteren Sitzung des Kasachisch-Deutschen Unternehmerclubs zusammen. Das Treffen fand im Deutschen Haus statt. Es bot Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Außerdem konnten neue Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit gefunden werden.

Zu Beginn stellten Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Ethnokulturellen Gesellschaft der Deutschen in Almaty ihre Arbeit vor. Die Unternehmerinnen und Unternehmer erhielten Einblicke in die Aktivitäten der Gesellschaft. Im Anschluss besprachen sie mögliche Anknüpfungspunkte für eine künftige Zusammenarbeit. Dazu zählen auch die Jugendarbeit und die finanzielle Unterstützung junger Angehöriger der deutschen Minderheit während ihrer Ausbildung.

Im Mittelpunkt stehen dabei Berufe, die für die Arbeit der Selbstorganisation wichtig sind. Dazu gehören etwa Übersetzerinnen und Übersetzer oder Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer. Eine Unterstützung bei Ausbildungsberufen, die auch für Unternehmen von Nutzen wären, könnte künftig ein weiterer Ansatzpunkt der Zusammenarbeit sein.

Stärkere Vernetzung wichtig

Yevgeniy Bolgert, Abgeordneter des Kurultai und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Stiftung „Republikanische Ethnokulturelle Vereinigung der Deutschen Kasachstans“, betonte, wie wichtig es sei, die Unternehmerinnen und Unternehmer der Stadt stärker miteinander zu vernetzen. In Almaty gebe es viele von ihnen. Das Deutsche Haus könne dabei als Plattform für Begegnungen und Austausch dienen.

Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch in der Redaktion der Deutschen Allgemeinen Zeitung. Ihr Direktor, Robert Gerlitz, berichtete über die Anfänge der Zeitung. Zudem sprach er sich ebenfalls für eine stärkere Zusammenarbeit mit Unternehmen aus. Der Austausch eröffnete damit auch einen Blick auf mögliche Verbindungen zwischen der Wirtschaft und dem einzigen deutschsprachigen Druckmedium in Kasachstan.

Der Kasachisch-Deutsche Unternehmerclub wurde im Oktober 2018 auf dem ersten Kasachisch-Deutschen Agrarforum in Astana gegründet. Die Initiative ging von Albert Rau aus, dem damaligen Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Stiftung „Vereinigung der Deutschen Kasachstans ‚Wiedergeburt‘“ (wie der Name der Stiftung bis 20. August 2026 lautete, Anm. d. Red). Der Club soll dem informellen geschäftlichen Austausch, der Weitergabe von Erfahrungen und der Förderung von Kooperationen dienen. Aber auch angehende Unternehmerinnen und Unternehmer sollen ihrer Anfangsphase aktiv unterstützt werden.

Annabel Rosin

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