Vom 3. bis 5. März 2026 fand in Berlin die 60. Internationale Tourismusmesse, die ITB Berlin, statt. Insgesamt präsentierten sich auf der ITB 5.601 Aussteller aus 166 Ländern, darunter das diesjährige Gastland Angola sowie die Republik Kasachstan.
An den drei Fachbesuchertagen nutzten rund 97.000 Teilnehmende aus aller Welt die Messe, um intensive Gespräche zu führen, Netzwerke zu pflegen und Geschäftsbeziehungen voranzubringen. Dies unterstreicht die hohe Relevanz der ITB Berlin als internationale Leitmesse, gerade auch in diesen, für Reisende so herausfordernden Zeiten.
Die hohe Qualität der Meetings sowie die ausgeprägte Wiederbesuchsabsicht von rund 90 Prozent der Besucher unterstreichen die anhaltende internationale Strahlkraft der Weltleitmesse des Tourismus in ihrem 60. Jubiläumsjahr.
Tourismuspotential Kasachstans
Für die Republik Kasachstan war die Messe ein voller Erfolg und demonstrierte ein weiteres Mal das enorme Potential des Landes als Reisedestination. Kasachstan meldete 2024 einen Besucherrekord. Der Tourismus in Kasachstan verzeichnete erstmalig einen massiven Aufschwung mit über 15 Millionen internationalen Gästen. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um ca. 60 Prozent.
Ein Großteil der ausländischen Gäste stammt aus den Nachbarländern. Gemäß den Angaben des Kasachischen Statistikamtes von 2025 ergab sich folgende Verteilung: aus Usbekistan kamen 38,5 Prozent der Besucher, aus Kirgisistan waren es 22,1 Prozent, während aus Tadschikistan 7,9 Prozent, aus Russland 21,3 Prozent sowie aus anderen Ländern 10,2 Prozent anreisten. Deutschland war das wichtigste europäische Herkunftsland mit 92.000 Besuchenden.
Feierliche Pavilloneröffnung
Zu Beginn der ITB fand natürlich auch eine feierliche Eröffnung des kasachischen Pavillons statt. In seiner Eröffnungsrede betonte der Botschafter der Republik Kasachstan, S.E. Nurlan Onzhanov, das enorme touristische Potential, dass es in Kasachstan zu heben gilt. Mit seinen vielfältigen Landschaften, Traditionen und seiner einzigartigen Kultur lud der Botschafter die deutschen Gäste ein, Kasachstan zu besuchen und das Land für sich zu entdecken, was ihnen auch die Gelegenheit bieten werde, um auch die Gastfreundschaft und die Küche des Landes kennenzulernen.
Zudem betonte der Botschafter das enorme Potenzial für eine Vertiefung der kasachisch-deutschen Zusammenarbeit im Tourismussektor. In diesem Zusammenhang verwies er auf das stetig wachsende Interesse deutscher Touristen an Kasachstan. Der Diplomat hob zudem die Bedeutung der Erweiterung direkter geschäftlicher und humanitärer Kontakte sowie der Entwicklung digitaler Lösungen in der Branche hervor.
An der feierlichen Eröffnungsfeier nahmen hochrangige Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verbänden beider Länder teil. So auch Christian Görke, Bundestagsabgeordneter der Linken und gleichzeitig der Vorsitzende der Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag für Zentralasien. In seiner Rede hob dieser ebenfalls das touristische Potential Kasachstans hervor, betonte aber auch, dass er sich für Visavereinfachungen von Deutschland nach Kasachstan einsetzen werde.
Ebenfalls anwesend war Prof. Dr. Heinz-Dieter Quack, Leiter des Kompetenzzentrums Tourismus des Bundes, das als Informationsknotenpunkt für einen kontinuierlichen Wissensaustausch zwischen Tourismuswirtschaft, Wissenschaft und Politik dient, als auch Anke Budde, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied der „Allianz Selbständiger Reiseunternehmen – Bundesverband e. V.“ (asr).
Seitens der kasachischen Delegation waren unter anderem der amtierende Vorsitzende des Komitees für Tourismusindustrie, Nurbol Baizhanov, der Vorsitzende von AO „NC Kazakh Tourism“, Talgat Gazizov, als auch die stellvertretende Leiterin der Tourismusverwaltung der Region Ostkasachstan, Irina Smit, anwesend.
Besondere Aufmerksamkeit verdiente wohl auch die Teilnahme des Tourismusentwicklungszentrums „Astana Tourism“, das durch seinen Vorsitzenden Artjom Kwaschuk vertreten war, welcher im Auftrag des Akimats (des Oberbürgermeisteramts) der Stadt Astana erstmalig die Bereiche Medizin- und Gesundheitstourismus auf der ITB präsentierte.
Einige Memoranden
Am Ende der feierlichen Eröffnungszeremonie wurde von Albin Loidl, dem Präsidenten des Deutschen Reiseverbandes (DRV) als auch von Nurbol Baizhanov, dem amtierenden Vorsitzenden des Komitees für Tourismusindustrie, ein Memorandum unterzeichnet, das eine Intensivierung der bilateralen Zusammenarbeit im Tourismussektor sowie die Durchführung einer ähnlich renommierten Branchenveranstaltung, des „Destination Forums“, im Jahr 2026 in Astana unter Beteiligung der Medienplattform fvw | TravelTalk vorsieht.
Drei weitere Memoranden wurden im Verlaufe der ITB mit „Astana Tourism“, über die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie dem Global Healthcare Travel Council, dem Bundesverband Selbständiger Reiseunternehmen sowie der Health Tourism Association des Königreichs Saudi-Arabien unterzeichnet. Sämtliche Vereinbarungen zielen auf eine Vertiefung der internationalen Zusammenarbeit ab. Zudem sollen neue Möglichkeiten für gemeinsame Initiativen eröffnet werden.

Kurzvorstellung: Ost-Kasachstan
Die Region „Ost-Kasachstan“ wurde von der stellvertretenden Leiterin der Tourismusverwaltung der Region Ost-Kasachstan, Irina Smit, beworben. Rund 40 Prozent des Territoriums dieser Region, die so groß ist wie die Schweiz, stehen unter Naturschutz, wobei ihr Ostteil zum großen Teil vom Altaigebirge und dem Qalbagebirge eingenommen wird. Der höchste Berg des Altaigebirges, der Muztau mit einer Höhe von 4506 Metern (auch „Belukha“ genannt), gehört zum UNESCO-Welterbe. Seine Hänge sind von ewigem Schnee bedeckt. Hier entspringen die Flüsse Belaya Berel und Katum. Der Berg liegt in gleicher Entfernung zu drei Ozeanen, im Herzen Eurasiens an der Grenze zwischen Kasachstan und Russland.
Die gesamte Region Ostkasachstan ist sehr vielfältig: Berge, Wälder, Seen, Wüstenregionen und einzigartige Naturlandschaften mit einer außergewöhnlichen Flora und Fauna, prägen diese Region. Und, weil es dort viel zu entdecken gibt, ist diese Region besonders für den Aktivtourismus wie Wandern, Reiten, Radsport/Mountainbiken, Ski- und Wassersport geeignet. Sogar Alexander von Humboldt hatte sich dieser Region auf seiner Reise nach Sibirien und Zentralasien angenommen und dort einige seiner Forschungen durchgeführt.
Ostkasachstan gilt als Wiege der Maralzucht und der Geweihtherapie. Das Bastgeweih des Rothirsches (Maral) ist das Geweih junger Hirsche. In der koreanischen und chinesischen Medizin wird es seit Langem verwendet, da es – ebenso wie das Blut und Fleisch des Altai-Marals – 18 der 22 natürlich vorkommenden Aminosäuren und 20 verschiedene Mikro- und Makronährstoffe enthält. Keines der in Apotheken erhältlichen, künstlich hergestellten Vitaminpräparate ist so reich an wertvollen Substanzen wie das Geweih. Die Geweihtherapie verjüngt den Körper, regt die Funktion der Bauchspeicheldrüse an, verbessert die Funktion des Verdauungs- und Nervensystems und stärkt viele weitere Körperfunktionen.
Erwähnenswert ist zudem die Landwirtschaft in der Region. Hier dominieren der Anbau von Weizen, Sonnenblumen, Kartoffeln, Gemüse und Obst. Es werden Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine und Pferde gehalten. Als landwirtschaftliche Erzeugnisse dienen Fleisch, Milch und Felle. Auch die Imkerei, die Fischzucht und die Pelztierhaltung sind verbreitet. Diese kulinarischen Faktoren spielen eine wichtige Rolle im Health-Care-Tourismus. Denn viele einzigartige, ökologische Produkte finden direkte Anwendungen in der Medizin.
Bekannt ist Ost-Kasachstan aber auch für den Bergbau. In der Gebirgsregion ist die Buntmetallgewinnung und -verarbeitung aufgrund der dort vorhandenen Bodenschätze vorherrschend.
Wer in den Osten Kasachstans fährt, sollte sich unbedingt vorher mit den Temperaturen vertraut machen. Die Temperaturschwankungen sind enorm und reichen von -42 °C im Winter bis +45°C im Sommer.
Die Teilnahme Kasachstans an der internationalen Tourismusmesse ITB Berlin 2026 stärkte die strategische Partnerschaft mit deutschen Tourismusstrukturen, bestätigte das große Interesse des europäischen Marktes am Land und eröffnete neue Perspektiven für die weitere Entwicklung des touristischen Potentials Kasachstans.

























