Seit 30 Jahren besteht der Verband der deutschen Jugend Kasachstans (VDJK), der viele Clubs im ganzen Land vereint. Anlässlich dieses Jubiläums sprechen wir mit den Leiterinnen und Leitern über ihre Motivation für die Jugendarbeit und über die Herausforderungen, denen sie heute begegnen. Diesmal im Gespräch: Egor Karabelnikow, Leiter des Clubs „Nord” in Petropawlowsk.

Wie bist du selbst in deinen Jugendclub gekommen und was hat dich dort gehalten?

Ich bin durch mein Interesse an der deutschen Sprache und Kultur in den Jugendclub gekommen. Als ich zum ersten Mal von den Aktivitäten des Deutschen Jugendclubs „Nord“ erfahren habe, hat mich besonders angesprochen, dass es hier viele verschiedene Möglichkeiten gibt, sich einzubringen und eigene Interessen weiterzuentwickeln: das Organisieren von Veranstaltungen, die Arbeit an Projekten, diverse kreative Aktivitäten, das Erlernen und Vertiefen der deutschen Sprache, Medienarbeit und vieles mehr.

Mich hat vor allem die Möglichkeit begeistert, nicht nur neues Wissen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln, sondern diese auch mit anderen jungen Menschen zu teilen. Der Jugendclub bietet einen Raum, in dem man neue Menschen kennenlernen, Freundschaften schließen und gemeinsam etwas bewegen kann.

Mit der Zeit wurde der Club für mich zu einem Ort, an dem ich mich persönlich und fachlich weiterentwickeln, eigene Ideen verwirklichen und Verantwortung übernehmen konnte. Besonders wichtig ist für mich, dass jeder hier die Möglichkeit hat, einen eigenen Beitrag zum gemeinsamen Ziel zu leisten.

Mich hält vor allem die Gemeinschaft im Club: die Menschen, die Motivation, gemeinsam neue Projekte umzusetzen, und das Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Für mich bedeutet die Arbeit im Jugendclub nicht nur persönliche Entwicklung, sondern auch die Möglichkeit, andere Menschen zu unterstützen und die Organisation aktiv mitzugestalten.

Welche Aufgaben hast du als Leiter und wie sieht dein Alltag im Jugendclub aus?

Derzeit engagiere ich mich aktiv in der Arbeit des Clubs, kümmere mich um die Social-Media-Arbeit und unterstütze die Organisation verschiedener Veranstaltungen. Zu meinen Aufgaben gehört die Erstellung von Beiträgen sowie Foto- und Videoinhalten, die Kommunikation mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Vorstellung von Projekten und die Unterstützung bei der Planung und Durchführung von Treffen.

Darüber hinaus beteilige ich mich an Gesprächen über neue Ideen und Formate, die den Jugendclub für junge Menschen noch interessanter machen können. Mein Alltag im Club ist sehr abwechslungsreich: Es geht nicht nur um organisatorische Aufgaben, sondern auch um den Austausch mit anderen Jugendlichen, die gemeinsame Entwicklung von Projekten und die Suche nach neuen Möglichkeiten, die Gemeinschaft zu stärken.

Was ist aktuell die größte Stärke eures Jugendclubs?

Die größte Stärke unseres Clubs sind die Menschen. Wir haben ein aktives, engagiertes und freundschaftliches Team, das bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, neue Ideen einzubringen und gemeinsam Herausforderungen zu meistern.

Besonders wertvoll ist die Atmosphäre im Club: Jeder kann sich einbringen, unabhängig davon, welche Erfahrungen oder Fähigkeiten er bereits mitbringt. Wir unterstützen uns gegenseitig, lernen voneinander und schaffen einen Ort, an dem sich junge Menschen willkommen und als Teil einer großen Gemeinschaft fühlen.

Welche Herausforderungen begegnen euch in der Jugendarbeit vor Ort?

Eine der größten Herausforderungen ist es, junge Menschen für die Arbeit im Jugendclub zu begeistern und sie langfristig aktiv einzubinden. Viele Jugendliche haben heute einen sehr vollen Alltag mit Schule, Studium, Arbeit, Hobbys oder Prüfungsvorbereitungen. Deshalb bleibt oft nur wenig freie Zeit für ehrenamtliches Engagement.

Aus diesem Grund ist es wichtig, neue und moderne Formate zu entwickeln, die den Interessen der jungen Generation entsprechen. Wir versuchen, abwechslungsreiche Veranstaltungen und Projekte anzubieten, bei denen Jugendliche nicht nur teilnehmen, sondern auch selbst aktiv mitgestalten können.

Welche Bedeutung hat der Jugendclub für junge Menschen in deiner Region?

Für viele junge Menschen ist der Jugendclub ein Ort, an dem sie Freunde finden, ihre Talente entdecken und neue Erfahrungen sammeln können. Hier haben sie die Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln, Verantwortung zu übernehmen und ihre eigenen Ideen umzusetzen.

Der Club bietet außerdem die Chance, mehr über die deutsche Kultur und Geschichte zu erfahren, die deutsche Sprache zu pflegen und Kontakte zu anderen jungen Menschen mit ähnlichen Interessen aufzubauen. Viele Jugendliche finden hier Unterstützung, Motivation und ein Umfeld, in dem sie sich weiterentwickeln können.

Was bedeutet dir das 30-jährige Jubiläum des Verbandes der Deutschen Jugend Kasachstans persönlich?

Für mich ist das 30-jährige Jubiläum des Verbandes der Deutschen Jugend Kasachstans ein Symbol für eine lange und erfolgreiche Geschichte, die durch die Arbeit, das Engagement und die Ideen vieler Generationen von jungen Menschen geprägt wurde.

Dieses Jubiläum zeigt, dass die Jugendbewegung der Deutschen in Kasachstan lebendig ist, sich weiterentwickelt und auch heute noch eine wichtige Bedeutung für junge Menschen hat. Hinter diesen 30 Jahren stehen viele Projekte, Begegnungen und Menschen, die ihre Zeit und Energie in die Gemeinschaft investiert haben. Ich bin stolz darauf, ein Teil dieser Geschichte zu sein und meinen eigenen Beitrag zur weiteren Entwicklung der Jugendbewegung leisten zu können.

Wenn du in die Zukunft blickst: Was wünschst du dir für deinen Jugendclub und für die Jugend in Kasachstan?

Ich wünsche unserem Jugendclub weiterhin viel Erfolg, viele neue aktive Mitglieder und spannende Projekte, die junge Menschen inspirieren und zusammenbringen. Ich hoffe, dass der Club auch in Zukunft ein Ort bleibt, an dem Jugendliche ihre Ideen verwirklichen, neue Fähigkeiten entwickeln und wertvolle Erfahrungen sammeln können.

Der Jugend Kasachstans wünsche ich, mutig zu sein, Verantwortung zu übernehmen und an die eigenen Fähigkeiten zu glauben. Es ist wichtig, offen für neue Möglichkeiten zu bleiben, sich weiterzuentwickeln und auch vor Herausforderungen nicht zurückzuschrecken.

In der heutigen Welt müssen junge Menschen flexibel sein, sich an neue Bedingungen anpassen und gleichzeitig ihre eigenen Ziele verfolgen. Das Wichtigste ist jedoch, an sich selbst zu glauben und nicht aufzugeben – denn wer bereit ist, für seinen Traum zu arbeiten, kann viel erreichen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Annabel Rosin.

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