Seit 30 Jahren besteht der Verband der deutschen Jugend Kasachstans (VDJK), der 27 Clubs im ganzen Land vereint. Anlässlich dieses Jubiläums sprechen wir mit den Leiterinnen und Leitern über ihre Motivation für die Jugendarbeit und über die Herausforderungen, denen sie heute begegnen. Diesmal im Gespräch: Angelina Fast, Leiterin des Clubs „Die Spitze“ der Stadt Issyk.
Liebe Angelina, wie bist du selbst in deinen Jugendclub gekommen und was hat dich dort gehalten?
Ich bin durch meine Familie in den Jugendclub gekommen. Mein älterer Bruder war bereits aktiv bei verschiedenen Veranstaltungen dabei, und schon als Kind wurde ich von meiner Familie zu Festen im Deutschen Haus mitgenommen. Als Teenager wurde ich immer neugieriger und wollte verstehen, warum mein Bruder so viel Zeit an diesem Ort verbrachte. Schließlich bat ich ihn, mich einmal mitzunehmen – und es war Liebe auf den ersten Blick.
Anfangs war ich einfach neugierig, neue Menschen kennenzulernen und etwas Neues auszuprobieren. Doch schon bald merkte ich, dass hier eine ganz besondere Atmosphäre herrscht. Es waren vor allem die Menschen, die mich gehalten haben: offene, ehrliche und hilfsbereite Menschen, die immer bestrebt sind, einander zu unterstützen. Im Jugendclub habe ich mich als Teil einer großen Familie gefühlt. Heute motiviert mich vor allem die Möglichkeit, junge Menschen zu unterstützen, ihre Talente zu entdecken und ihnen einen Ort zu geben, an dem sie sich entwickeln können – einen Ort, an dem ich selbst einst gewachsen bin.
Welche Aufgaben hast du als Leiterin des Jugendclubs und wie sieht ein typischer Tag im Jugendclub aus?
Als Leiterin unseres Jugendclubs kümmere ich mich um die Organisation von Veranstaltungen und Treffen. Ich entwickle Programme, verteile Aufgaben, stehe im Austausch mit den Teilnehmenden und versuche, jedes Treffen interessant, abwechslungsreich und sinnvoll zu gestalten.
Ein typischer Tag im Club beginnt oft damit, dass wir uns mit der deutschen Geschichte oder anderen spannenden Fakten über Deutschland beschäftigen. Danach machen wir kleine Quizrunden und verschiedene Spiele, damit das Lernen für die Jugendlichen abwechslungsreich und spannend bleibt.
Außerdem versuche ich, kreative Elemente einzubauen. Das gefällt den Jugendlichen besonders gut – für viele ist es eine Art kleine Auszeit vom Alltag, eine Möglichkeit, sich auszudrücken und ihre eigenen Ideen umzusetzen.
Worin liegt derzeit die Stärke eures Jugendclubs?
Die größte Stärke unseres Clubs sind die Menschen. Wir sind ein sehr freundliches und eng verbundenes Team, in dem jeder er selbst sein kann und Unterstützung findet.
Wir schaffen eine Atmosphäre des Vertrauens, in der jeder seine Ideen einbringen, neue Rollen ausprobieren und seine eigenen Fähigkeiten weiterentwickeln kann. Genau dieses Gefühl der Gemeinschaft macht unseren Jugendclub besonders.
Mit welchen Herausforderungen seid ihr bei der Jugendarbeit vor Ort derzeit konfrontiert?
Eine der größten Herausforderungen ist es, die Aufmerksamkeit der Jugendlichen zu gewinnen und mit ihnen auf einer Wellenlänge zu bleiben. Heute haben junge Menschen viele verschiedene Informationsquellen und Interessen, deshalb ist es wichtig, ständig neue Formate zu entwickeln.
Unsere Veranstaltungen müssen modern, interaktiv und vor allem wirklich interessant für die Jugendlichen sein. Nur so können wir sie langfristig begeistern und aktiv einbinden.
Welche Bedeutung hat der Jugendclub für junge Menschen in deiner Region?
Für viele junge Menschen ist der Jugendclub ein Ort, an dem sie Freunde finden, mehr Selbstvertrauen gewinnen und ihre Talente entdecken können.
Hier lernen sie, im Team zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und eigene Ideen umzusetzen. Der Club bietet ihnen nicht nur Freizeitmöglichkeiten, sondern auch einen Raum für die persönliche Entwicklung und neue Erfahrungen.
Was bedeutet für dich persönlich das 30-jährige Jubiläum des Verbands der Deutschen Jugend Kasachstans?
Das Jubiläum ist für mich die Geschichte vieler Generationen, die sich über 30 Jahre hinweg für die Entwicklung der deutschen Jugendbewegung in Kasachstan eingesetzt haben.
Ich bin stolz darauf, heute selbst ein Teil dieser Geschichte zu sein. Dieses Jubiläum ist eine Gelegenheit, all jenen Menschen Dank zu sagen, die vor uns den Weg bereitet haben, und gleichzeitig ist es eine Inspiration, unsere gemeinsame Arbeit weiterzuführen und neue Perspektiven für die Jugend zu schaffen.
Wenn du in die Zukunft blickst: Was wünschst du deinem Jugendclub und der Jugend in Kasachstan?
Ich wünsche mir, dass junge Menschen möglichst viele Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung, Bildung, Umsetzung eigener Ideen und zur internationalen Zusammenarbeit erhalten.
Vor allem wünsche ich ihnen, dass sie keine Angst haben, Initiative zu zeigen, an sich selbst glauben und wissen, dass ihre Ideen tatsächlich etwas in ihrer Umgebung verändern können. Die Jugend ist unsere Zukunft – und ihre Kreativität, ihr Engagement und ihre Träume sind eine wichtige Kraft für die Gesellschaft.























