Ein Spiel, das weit über 90 Minuten hinausgeht: Im Han-Tengri-Stadion in Almaty traf das QJL All Star Team auf die Nachwuchsmannschaft von Borussia Mönchengladbach. Neben dem sportlichen Duell stand vor allem der Austausch zwischen Kasachstan und Deutschland sowie die Zukunft des Jugendfußballs im Mittelpunkt.
Almaty wurde erneut zu einem Ort, an dem der Sport zwei Länder miteinander verbindet. Im Stadion Han-Tengri fand ein Freundschaftsspiel zwischen der Auswahl Freedom QJ League All Star und der Nachwuchsmannschaft von Borussia Mönchengladbach statt. Nach 90 Minuten ohne Tore fiel die Entscheidung im Elfmeterschießen, bei dem sich die Gastgeber mit 6:5 durchsetzten. Das wichtigste Ergebnis des Abends war jedoch nicht der Sieg der kasachstanischen Mannschaft, sondern der Umstand, dass ein weiterer Schritt in der Entwicklung der internationalen Zusammenarbeit und des Jugendfußballs getan wurde.
Mehr als nur ein Spiel
Für die Freedom QJ League ist das All-Star-Format längst mehr als eine attraktive Tradition. Es bildet den Höhepunkt der gesamten Saison, bietet die Möglichkeit, die besten Spieler und Trainer auszuzeichnen und zeigt zugleich, wie stark sich der kasachstanische Nachwuchsfußball entwickelt hat. Die Freedom QJ League war die erste Sportorganisation des Landes, die die nordamerikanische Tradition von All-Star-Spielen übernahm und daraus eine jährlich stattfindende Veranstaltung entwickelte.
Für die Fans ist das All-Star-Spiel vor allem ein großes sportliches Ereignis. Für die Organisatoren ist es jedoch auch ein bedeutendes Entwicklungsprojekt. Junge Fußballer erhalten die Möglichkeit, gegen einen Gegner anzutreten, auf den sie im nationalen Wettbewerb nicht treffen würden. Ein Spiel gegen eine der stärksten fußballerischen Nachwuchsakademien Deutschlands wird damit zu einer echten Bewährungsprobe. Es ermöglicht eine Einschätzung nicht nur der technischen Fähigkeiten der Spieler, sondern auch ihrer körperlichen Vorbereitung, ihres Spielverständnisses und ihrer mentalen Stärke.
Auch für die Trainer ist das Projekt von großer Bedeutung. Der Trainerstab der Auswahl setzt sich jedes Jahr aus Vertretern verschiedener Vereine der Liga zusammen. In dieser Saison wurde die Mannschaft vom Trainer des FK Aqtöbe, Rinat Schijembekow, betreut.
Gemeinsam mit ihm arbeiteten Spezialisten von Schachtjor Karaganda, Tobol Qostanai, Kairat Almaty und dem FK Astana. Die Teilnahme an einem internationalen Spiel bot ihnen die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen und moderne Ansätze in der Organisation des Trainingsprozesses kennenzulernen.
Warum fiel die Wahl auf Borussia Mönchengladbach?
Die Auswahl des Gegners erfolgte nicht zufällig. Nach Angaben der Organisatoren waren nicht ein großer Name oder zahlreiche Titel ausschlaggebend, sondern vor allem die gemeinsamen Prinzipien in der Entwicklung des Nachwuchsfußballs.
Borussia Mönchengladbach zählt zu den führenden Nachwuchsakademien Deutschlands. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden acht ihrer Talente mit der renommierten Fritz-Walter-Medaille ausgezeichnet. Zudem gewann die U17-Mannschaft des Vereins kürzlich die deutsche Meisterschaft. Doch die Bedeutung des Vereins geht über sportliche Erfolge hinaus.
Der Klub ist für seine moderne Infrastruktur und seinen umfassenden Ansatz bei der Ausbildung junger Spieler bekannt. Die Fußball-Akademie, das Trainingszentrum, ein Internat für Nachwuchsspieler mit angeschlossenem medizinischen Betreuungsbereich, das Vereinsmuseum und die Sportanlagen von Borussia Mönchengladbach arbeiten als ein gemeinsames System. Dieses Modell gilt als eines der effektivsten im deutschen Fußball.
Für die Freedom QJ League bedeutet die Zusammenarbeit mit Borussia Mönchengladbach die Möglichkeit, nicht nur europäische Methoden der Spielerausbildung kennenzulernen, sondern auch organisatorische Lösungen in der Praxis zu betrachten, die auch hierzulande beim Aufbau eines langfristigen Systems für den Nachwuchssport helfen können.
Eine Woche Vorbereitung
Die Vorbereitung auf die Begegnung begann bereits lange vor dem Anpfiff. Die Spieler für das QJL All Star Team wurden von der sportanalytischen Abteilung der Liga unter Leitung von Bauyrschan Sagyndyk ausgewählt. Neben den Einschätzungen der Trainer flossen auch objektive Kriterien wie Fitness, technisch-taktische Leistungen und individuelle Statistiken in die Auswahl ein.
Anschließend absolvierte die Mannschaft ein einwöchiges Trainingslager in Almaty mit täglichen Trainingseinheiten. Ergänzt wurde das Programm durch Seminare zur finanziellen Bildung der Spieler, Teambuilding-Maßnahmen und weitere Bildungsangebote. Die Liga verfolgt damit einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem die Entwicklung der Spieler über den Fußballplatz hinausgeht.
Ein Höhepunkt war ein gemeinsamer Galaabend mit Borussia Mönchengladbach im Transili-Alatau. Die Teilnehmer bereiteten Plow zu, ritten Pferde, schossen mit traditionellen Bögen und lernten die kasachische Kultur kennen. Der persönliche Austausch machte die internationale Begegnung auch abseits des Spielfelds zu einem besonderen Erlebnis.

Fußball als Fest
Für jede Saison entwickeln die Organisatoren ein eigenes Konzept für das All-Star-Spiel. In diesem Jahr stand die Veranstaltung unter dem Motto „Dein Funke. Unser Feuer“.
Noch vor dem Anpfiff verwandelte sich das Stadion in eine große interaktive Erlebnisfläche. Für die Zuschauer wurden VR- und AR-Zonen, in denen die Nutzung digitaler Technologien der virtuellen und der augmentierten Realität angeboten wurde, Fotobereiche, Unterhaltungsangebote der Partner sowie zahlreiche Aktivitäten für Kinder organisiert.
Der Höhepunkt der Eröffnungszeremonie war eine groß angelegte Feuershow, die zu den spektakulärsten Momenten des Abends gehörte. Vor dem Spiel begrüßten der Generalsekretär des Kasachischen Fußballverbandes, Scott Mann, das Mitglied des Vorstands von Borussia Mönchengladbach und Vereinslegende Uwe Kamps, der Vertriebsdirektor von Changan Kazakhstan, Denis Kolomazki, sowie der Präsident der Freedom QJ League, Rochus Schoch, die Zuschauer.
Besonders herzlichen Applaus erhielt die Zeremonie, bei der Uwe Kamps und der Europameister Christian Ziege mit traditionellen kasachischen Schapans geehrt wurden. Diese symbolische Geste unterstrich die Wertschätzung gegenüber den deutschen Gästen und den freundschaftlichen Charakter der Begegnung.

Ein Sieg, der Charakter zeigte
Auf dem Spielfeld begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Die kasachstanischen Fußballer erspielten sich mehrere torgefährliche Chancen, doch die deutsche Defensive zeigte sich sicher und konzentriert. Auch die Gastgeber standen dem Gegner in nichts nach.
Die reguläre Spielzeit endete torlos, so dass der Sieger erst im Elfmeterschießen ermittelt wurde. Dort bewiesen die Spieler des QJL All Star Teams die besseren Nerven und gewannen mit 6:5. Zum besten Spieler der kasachstanischen Mannschaft wurde der Mittelfeldspieler Islam Rakym von Kairat Almaty gewählt. Bei den Gästen erhielt Kapitän Piet Sautner diese individuelle Auszeichnung. Die Organisatoren sind davon überzeugt, dass die Bedeutung solcher Spiele nicht allein am Ergebnis gemessen werden kann.
Für die jungen Fußballer ist es eine besondere Gelegenheit, das Niveau einer führenden europäischen Akademie nicht nur aus dem Fernsehen, sondern unmittelbar auf dem Spielfeld zu erleben. Für die Trainer eröffnet sich die Möglichkeit, moderne Ausbildungsmethoden kennenzulernen und diese später in ihrer eigenen Arbeit einzusetzen. Für die gesamte Liga entsteht zusätzliche Motivation: Die Chance auf eine Berufung in das All-Star-Team spornt die Spieler an, während der gesamten Saison mit höchster Einsatzbereitschaft zu arbeiten.
Auch die Zuschauer zeigten großes Interesse an der Begegnung. Das Spiel im Stadion Han-Tengri verfolgten 3.055 Menschen vor Ort. Rund 24.000 Zuschauer sahen die Übertragung live auf YouTube, zudem wurde die Partie vom Fernsehsender Qazsport ausgestrahlt. Für den kasachstanischen Jugendfußball sind diese Zahlen ein Zeichen für das wachsende Interesse an solchen Veranstaltungen.

Eine Partnerschaft mit Zukunft
Bereits am Tag vor dem Spiel traf sich die Leitung der Freedom QJ League mit Vertretern von Borussia Mönchengladbach unter der Führung von Philipp Hafermann, dem Leiter für internationale Entwicklung und Markenpartnerschaften des Vereins.
Die deutsche Delegation informierte sich über die Fußballprojekte der Freedom Holding, darunter die Freedom QJ League, Schachtjor Karaganda und den Fußballverband der Region Karaganda. Die Vertreter des Vereins würdigten insbesondere die systematische Nachwuchsarbeit und die internationale Ausrichtung der Projekte.
Die Zusammenarbeit soll künftig weiter ausgebaut werden. Im Gespräch sind Trainingsaufenthalte und Praktika für Spieler und Trainer in Deutschland, gemeinsame Bildungsprogramme, der Austausch von Fachwissen, weitere Turniere sowie ein mögliches Rückspiel. Auch eine Teilnahme jüngerer Auswahlmannschaften oder eines Juniorinnenteams wird geprüft.
Die Begegnung mit Borussia Mönchengladbach ist Teil der internationalen Strategie der Freedom QJ League, die zuvor bereits mit Roter Stern Belgrad und Atlético Madrid kooperierte. Der eigentliche Erfolg des Spiels liegt daher nicht nur im Ergebnis, sondern in den neuen Perspektiven, die dadurch für junge Spieler, Trainer und die weitere Entwicklung des kasachstanischen Fußballs entstanden sind.























