Kasachstan und Deutschland wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit vertiefen. Bei einem Treffen in Astana sprachen Premierminister Olschas Bektenow und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche über Investitionen, Industriekooperationen und kritische Rohstoffe.

Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Zusammenarbeit in den Bereichen Investitionen, Industrie, Energie, Transport und Logistik sowie die Erschließung kritischer Rohstoffe. Bektenow bezeichnete Deutschland als einen der wichtigsten Handels- und Investitionspartner Kasachstans in der Europäischen Union.

Zuwachs des bilateralen Handelsvolumens

Nach Angaben der kasachischen Regierung belief sich das bilaterale Handelsvolumen im vergangenen Jahr auf 4,4 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Zuwachs von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ziel sei es, die bisherige Handels- und Investitionskooperation zu einer umfassenden industriellen und technologischen Partnerschaft weiterzuentwickeln. Dabei setzt Kasachstan nach Angaben des Premierministers auf die Lokalisierung von Produktionsprozessen, den Technologietransfer und die Ausbildung von Fachkräften.

Als Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit nannte Bektenow die Tätigkeit der deutschen Landmaschinenhersteller CLAAS und Horsch in Kasachstan. Das dort angewandte Modell der schrittweisen Lokalisierung der Produktion könne auch in anderen Branchen genutzt werden.
Reiche betonte das Potenzial für eine weitere Vertiefung der bilateralen Beziehungen. Deutsche Unternehmen engagierten sich bereits aktiv in Kasachstan, zugleich seien die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit noch nicht ausgeschöpft.

Positiv bewertete sie zudem die Fortschritte des Landes bei Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und dem Ausbau digitaler Verwaltungsstrukturen.

Beide Seiten bekräftigten ihre Bereitschaft, die Investitionskooperation auszubauen und neue gemeinsame Projekte umzusetzen.

Mehr als 1.100 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in Kasachstan

Nach Regierungsangaben erreichte das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern in den ersten vier Monaten dieses Jahres 1,4 Milliarden US-Dollar und lag damit 5,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Seit 2005 investierten deutsche Unternehmen rund 7,8 Milliarden US-Dollar in Kasachstan.

Allein im vergangenen Jahr stiegen die deutschen Direktinvestitionen um 28,5 Prozent auf 700 Millionen US-Dollar. Derzeit sind mehr als 1.100 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in Kasachstan tätig. Zudem werden 23 gemeinsame Investitionsprojekte umgesetzt.

Die Bundeswirtschaftsministerin besucht Kasachstan am 29. und 30. Juni. Im Mittelpunkt der Reise stehen Gespräche über die Vertiefung der Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Industrie und kritische Rohstoffe.

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums ist das der erste Besuch einer deutschen Wirtschaftsministerin in Kasachstan seit 19 Jahren. Deutschland betrachtet das zentralasiatische Land als wichtigen Partner bei der Diversifizierung von Energie- und Rohstofflieferungen.

DAZ

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