Die deutsche Journalistin Ulrike Gruska besuchte auf ihrer Regionalreise durch Zentralasien auch Almaty. Die Reise fand im Rahmen eines Vortragsprogramms der Bundesregierung statt, das vom Institut für Auslandsbeziehungen e. V. (ifa) in Zusammenarbeit mit den deutschen Auslandsvertretungen organisiert wird. Bei ihrem Vortrag im Goethe-Institut sprach die Journalistin über Presse- und Medienfreiheit sowie über ihren Umgang mit Desinformation. Mit mehr als 25 Jahren Berufserfahrung beschäftigt sie sich vor allem mit Osteuropa, Zentralasien und dem Südkaukasus.
Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Frage, wie sich die Medienlandschaft verändert und welchen Einfluss soziale Netzwerke und digitale Plattformen auf die Verbreitung von Informationen haben.
Heute kann fast jeder selbst gewählte Inhalte in sozialen Netzwerken veröffentlichen und damit eine große Reichweite erzielen. Dabei ist jedoch nicht immer klar, ob die Informationen vorab überprüft worden sind und wer für ihre Richtigkeit verantwortlich ist. Auch die Algorithmen der diversen sozialen Plattformen werfen Fragen auf und wurden im Anschluss an den Vortrag heftig diskutiert. Wie genau sie funktionieren und nach welchen Kriterien dort Inhalte verbreitet werden, ist für Außenstehende oft schwer nachzuvollziehen.
Journalismus und soziale Medien
Dabei gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen den journalistischen Medien und den Inhalten in sozialen Netzwerken: Die journalistischen Beiträge durchlaufen in der Regel redaktionelle Prozesse, und Journalist:innen tragen Verantwortung für ihre Arbeit. Qualitätsjournalismus bleibt deshalb wichtig. Auch sollte man stets zwischen Fakten und Meinungen unterscheiden: Fakten beschreiben, was passiert ist, während Meinungen die jeweiligen Ereignisse bewerten und deren mögliche Folgen einordnen.
Gruska betonte, wie wichtig es ist, auf verlässliche und überprüfte Quellen zurückzugreifen. Gleichzeitig interessierte sie sich für die Erfahrungen der Teilnehmenden und dafür, welche Herausforderungen es in Kasachstan im Umgang mit Desinformation gibt und wie groß der Bedarf an Medienkompetenz ist.
Die Veranstaltung brachte Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen und bot ihnen einen Raum für ihren Erfahrungsaustausch. Im Anschluss konnten Journalist:innen, Medienschaffende und weitere Interessierte bei einer geschlossenen Gesprächsrunde mit Ulrike Gruska die Diskussion fortführen und vertiefen. Am runden Tisch wurden persönliche Erfahrungen geteilt, Fragen diskutiert und neue Kontakte geknüpft.
Gerade dieser direkte Austausch machte die Begegnung besonders interessant: Es ging nicht nur darum, Informationen über Pressefreiheit und Desinformation zu erhalten, sondern auch darum, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und voneinander zu lernen.
























