„Nicht Sieg sollte der Sinn der Diskussion sein, sondern Gewinn.“ Dieses treffende Zitat des französischen Essayisten und Moralisten Joseph Joubert spiegelt das Ziel der vergangenen Woche wider. Beim kasachischen Finale von „Jugend debattiert“ ging es nicht nur darum, die besten Debattantinnen und Debattanten zu küren. Vielmehr ging es auch darum, ihre Sprachfähigkeiten sowie ihr kritisches Denkvermögen zu stärken.
Von Montag, dem 5., bis Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, fand am Gymnasium Nr. 18 das landesweite Finale von „Jugend debattiert“ für Kasachstan statt. Dafür reisten die Schulsiegerinnen und Schulsieger aus dem ganzen Land an. Insgesamt haben sich 16 Schülerinnen und Schüler von den DSD-Schulen („Deutsches Sprachdiplom“-Schulen) aus Astana (46. Gymnasium), Almaty (18. und 68. Gymnasium) und Öskemen (12. Gymnasium) für das Finale qualifiziert. Ebenfalls vor Ort waren die Fachberaterin Ayten Sariyildiz, fünf Lehrkräfte der teilnehmenden Schulen, Ute Dewald von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen. Außerdem waren zwei kulturweit-Freiwillige anwesend.
„Jugend debattiert“ ist der größte Debattierwettbewerb Deutschlands und wird auch an Schulen mit Deutschschwerpunkt im Ausland ausgetragen. Dabei trainieren die Teilnehmenden rhetorisches Geschick, fundierte Recherche, kritisches Auseinandersetzen mit komplexen Fragestellungen. Sie lernen, auch gegensätzliche Positionen sachlich zu diskutieren. Gerade in Zeiten von Künstlicher Intelligenz, Fake News und Populismus ist es entscheidend, dass junge Menschen Informationen hinterfragen. Zudem ist es wichtig, unterschiedliche Perspektiven einnehmen und politische Fragen kritisch beleuchten zu können.
Die Debatten entwickelten sich zu spannenden Schlagabtauschen, ohne dabei respektlos oder hitzig zu werden. Die Jugendlichen ließen einander ausreden, gingen respektvoll mit gegensätzlichen Meinungen um. Sie untermauerten ihre Argumente mit Statistiken und beleuchteten die Streitfragen aus unterschiedlichen Perspektiven. Besonders beeindruckend war dabei das Deutschniveau.
Die drei Tage dürften den Schülerinnen und Schülern weit mehr mitgegeben haben als gestärkte Deutschkenntnisse und rhetorische Fähigkeiten. Sie haben gelernt, andere Perspektiven ernst zu nehmen, eigene Überzeugungen kritisch zu hinterfragen. Außerdem haben sie gelernt, auch bei unterschiedlichen Meinungen respektvoll im Umgang zu bleiben. Vielleicht sind darüber hinaus neue Freundschaften entstanden.
Somit war es letztlich der Gewinn an Fähigkeiten, Erfahrungen und neuen Freunden, der die Jugendlichen hoffentlich weiter begleitet als ein Sieg als solcher und Jouberts Worten alle Ehre macht. Der erste Platz ging an das Gymnasium 46 in Astana!























