Seit 30 Jahren besteht der Verband der deutschen Jugend Kasachstans (VDJK), der viele Clubs im ganzen Land vereint. Anlässlich dieses Jubiläums sprechen wir mit den Leiterinnen und Leitern über ihre Motivation für die Jugendarbeit und über die Herausforderungen, denen sie heute begegnen. Diesmal im Gespräch: Maxim Andrijanow, Leiter des Clubs „Kluger Fuchs“ in Lissakowsk.
Maxim, wie bist du zu deinem Jugendclub gekommen und was hat dich dort gehalten?
Ich bin durch Bekannte zum Jugendclub gekommen. Sie haben mich zu einer Veranstaltung eingeladen. Zunächst hat mich vor allem die freundliche und offene Atmosphäre angesprochen. Geblieben bin ich wegen der Menschen und der dort vielfach gebotenen Möglichkeiten, mich weiterzuentwickeln. Ich habe schnell gemerkt, dass ich hier nicht nur neue Kontakte knüpfen und Gleichgesinnte finden kann, sondern dass hier auch eigene Ideen verwirklicht werden, dass wir gemeinsam Deutsch lernen, neue Seiten an der deutschen Kultur kennenlernen und an Projekten wie unserem Ethno-Podcast mitwirken können.
Welche Aufgaben hast du als Leiter und wie sieht dein Alltag im Jugendclub aus?
Der Alltag im Club ist abwechslungsreich: Wir veranstalten Sprach- und Kreativtreffen, besprechen neue Ideen und Initiativen, bereiten Materialien und Präsentationen für kommende Projekte vor und kümmern uns um organisatorische Fragen.
Ich bin erst vor Kurzem Leiter geworden und finde noch meinen eigenen Weg. Gemeinsam mit unseren Mentorinnen und Mentoren sowie den Clubmitgliedern bereite ich bereits die nächsten Veranstaltungen vor. Außerdem arbeiten wir an einer neuen Folge unseres Ethno-Podcasts „Junger Ethnograf“, die schon bald erscheint.
Was ist aktuell die größte Stärke eures Jugendclubs?
Unsere größte Stärke ist die Freude am Lernen! Dieses Streben nach Wissen spiegelt sich sowohl in unserem Logo als auch im Namen unseres Clubs wider: „Kluger Fuchs“. Für uns ist der Club ein Ort, an dem wir einen Raum schaffen, in dem kreative Ideen und eigene Initiativen Wirklichkeit werden. So kann sich jeder von uns weiterentwickeln.
Welche Herausforderungen begegnen euch in der Jugendarbeit vor Ort?
Die größte Schwierigkeit ist, dass viele Mitglieder wegen ihres Studiums, ihrer Arbeit oder der Prüfungsvorbereitung stark eingespannt sind. Dazu kommt der natürliche Wechsel: Aktive Mitglieder beginnen anderswo ein Studium oder ziehen in eine andere Stadt um.
Außerdem ist es im digitalen Zeitalter nicht immer leicht, die Aufmerksamkeit junger Menschen dauerhaft zu gewinnen. Deshalb müssen wir unsere Formate regelmäßig erneuern und unsere Angebote attraktiv und aktuell gestalten.
Welche Bedeutung hat der Jugendclub für junge Menschen in deiner Region?
Für unsere kleine Stadt ist der Club mehr als nur ein Ort für die Freizeit. Er bietet Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung, trägt dazu bei, das ethnokulturelle Erbe der Deutschen zu bewahren, stärkt den interkulturellen Dialog und fördert junge Führungskräfte. Hier gewinnen junge Menschen an Selbstvertrauen, finden echte Freundschaften und erwerben praktische Fähigkeiten, die ihnen später im Studium und im Beruf helfen werden.
Was bedeutet dir das 30-jährige Jubiläum des Verbandes der Deutschen Jugend Kasachstans persönlich?
Für mich beweist das 30-jährige Jubiläum des Verbandes der Deutschen Jugend Kasachstans, wie beständig dieser ist. Es steht zugleich für seine bewegte Geschichte und seinen großen Beitrag zum Leben vieler Generationen. Ich bin mir sicher, dass der Verband für viele auch ein Symbol der Kontinuität ist: Er führt das Werk jener Menschen fort, die ihn gegründet haben, und entwickelt sich dabei zu einer modernen, dynamischen und starken Organisation weiter.
Wenn du in die Zukunft blickst: Was wünschst du dir für deinen Jugendclub und für die Jugend in Kasachstan?
Meinem Club wünsche ich einen nie versiegenden Strom an Energie, viele neue und mutige Projekte und Mitglieder, deren Augen immer leuchten. Allen jungen Menschen in Kasachstan möchte ich sagen: Erinnert euch an eure Geschichte und bewahrt eure Wurzeln! Glaubt an euch und strebt nach Wissen, damit ihr die Zukunft unseres Landes selbstbewusst gestalten könnt.























