Seit 30 Jahren besteht der Verband der deutschen Jugend Kasachstans (VDJK), der viele Clubs im ganzen Land vereint. Anlässlich dieses Jubiläums sprechen wir mit den Leiterinnen und Leitern über ihre Motivation für die Jugendarbeit und über die Herausforderungen, denen sie heute begegnen. Diesmal im Gespräch: Tatjana Nasarenko, Leiterin des Clubs „Kubus” in Smirnowo nahe Petropawlowsk.
Liebe Tatjana, wie bist du selbst in deinen Jugendclub gekommen und was hat dich dort gehalten?
Ich kam vor einigen Jahren zum Jugendclub. Damals war es noch eine Gruppe im Rahmen der „Wiedergeburt“, in der sich Jugendliche aus meinem Jahrgang regelmäßig trafen. Später kam Kristina Libricht zu uns, und gemeinsam entstand die Idee, unseren eigenen Jugendclub zu gründen.
Die Treffen haben mir von Anfang an gefallen: Ich mochte die Atmosphäre, den Austausch und die Möglichkeit, gemeinsam etwas zu unternehmen. So blieb mein Interesse bestehen, und mit der Zeit übernahm ich immer mehr Verantwortung. Schließlich wurde ich Leiterin des Clubs. Diese Aufgabe habe ich nun schon seit zwei Jahren.
Welche Aufgaben hast du als Leiterin und wie sieht dein Alltag im Jugendclub aus?
Zu meinen Aufgaben gehört vor allem, das Funktionieren des Jugendclubs zu organisieren und unsere Treffen mitzugestalten. Dabei ist es mir wichtig, die Jugendlichen zu motivieren und eine offene, angenehme Atmosphäre zu schaffen, in der sich alle wohlfühlen und gern miteinander arbeiten.
Außerdem versuche ich, immer wieder neue Ideen und Aktivitäten einzubringen und damit für die unterschiedlichsten Interessen etwas anzubieten. Kein Treffen ist ganz wie das andere – gerade das macht die gemeinsame Zeit im Club für mich so spannend.
Was ist aktuell die größte Stärke eures Jugendclubs?
Unsere größte Stärke ist der Zusammenhalt. Die Jugendlichen verstehen sich sehr gut, unterstützen einander und begegnen sich freundschaftlich. Dadurch entsteht eine vertraute Atmosphäre, in der man gern Zeit miteinander verbringt und sich als Teil der Gruppe fühlt. Ich glaube, genau dieses Miteinander macht unseren Club besonders.
Welche Herausforderungen begegnen euch in der Jugendarbeit vor Ort?
Die größte Schwierigkeit ist manchmal die Teilnahme an den Treffen selbst. Es ist nicht immer leicht, alle zusammenzubringen – selbst wenn man sich viel Mühe gegeben hat, ein interessantes Programm auf die Beine zu stellen. Die Jugendlichen haben unterschiedliche Interessen und Verpflichtungen, und das merkt man auch bei der Planung. Deshalb versuchen wir, abwechslungsreiche Angebote zu machen und gemeinsam herauszufinden, was die Gruppe anspricht.
Welche Bedeutung hat der Jugendclub für junge Menschen in deiner Region?
Meiner Meinung nach ist der Jugendclub für junge Menschen in meiner Region vor allem ein Ort der Begegnung. Hier können sie miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen austauschen und neue Kontakte knüpfen.
Zugleich bietet der Club Raum, eigene Ideen einzubringen, sich auszuprobieren und sich persönlich weiterzuentwickeln. Die Erfahrungen, die man dabei sammelt, können auch in anderen Bereichen des Lebens hilfreich sein.
Was bedeutet dir das 30-jährige Jubiläum des Verbandes der Deutschen Jugend Kasachstans persönlich?
Das 30-jährige Jubiläum des Verbandes der Deutschen Jugend Kasachstans ist für mich ein wichtiges Datum. Es steht für eine lange Geschichte, für Zusammenhalt und dafür, dass sich junge Menschen über viele Jahre hinweg engagiert und gemeinsam etwas aufgebaut haben. Besonders schön finde ich den Gedanken der Generationenfolge: Erfahrungen und Werte werden weitergegeben und von den jeweils hinzukommenden Jugendlichen mit neuen Ideen ergänzt.
Wenn du in die Zukunft blickst: Was wünschst du dir für deinen Jugendclub und für die Jugend in Kasachstan?
Ich wünsche meinem Club, dass er sich weiterentwickelt, dass in ihm neue Ideen verwirklicht und viele spannende Projekte auf den Weg gebracht werden. Vor allem hoffe ich, dass er weiterhin ein Ort bleibt, an dem junge Menschen gern zusammenkommen, sich austauschen und sich gegenseitig unterstützen. Mein Wunsch ist es, dass der Club nicht nur ein Treffpunkt, sondern für viele ein zweites Zuhause wird – also ein Ort, an den man jederzeit kommen kann, an dem man sich willkommen und verstanden fühlt und seine Zeit sinnvoll verbringt. Für die Jugend in Kasachstan wünsche ich mir viele Möglichkeiten, eigene Wege zu entdecken, ihre Talente zu entfalten und die Zukunft aktiv mitzugestalten.


























