Ein Oktoberfest der besonderen Art: Wenn der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft gemeinsam mit der DF Deutsche Forfait AG zum Empfang lädt, treffen bayerische Traditionen auf tadschikische Diplomatie und handfeste Berliner Industriegeschichte.
Wer glaubt, dass das Epizentrum der deutschen Außenwirtschaft ausschließlich in den sterilen Konferenzräumen des Berliner Regierungsviertels liegt, der irrte am vergangenen Freitag gewaltig. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft und die DF Deutsche Forfait AG bewiesen bei ihrem dritten Oktoberfest-Empfang, dass tiefschürfende Handelsgespräche am besten dort gedeihen, wo eine ordentliche Schaumkrone den Takt vorgibt. Schauplatz des Geschehens war das imposante Kesselhaus der Vagabund Brauerei – ein Ort an einem geschichtsträchtigen Berliner Traditionsstandort, der wie geschaffen ist für ein Treffen zwischen Tradition, Moderne und globalem Unternehmertum.
Wortgewaltige Eröffnung und bayerischer Generationenwechsel
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Guido Janzen, Direktor Investor Relations der DF Deutsche Forfait AG, sowie von S.E. Dr. Sattorov. Beide Redner betonten die Wichtigkeit des Dialogs in wirtschaftlich dynamischen Zeiten. Zudem wurde ein weiterer Sponsor des Abends gewürdigt: der Münchner Rechtsanwalt Dr. Gabriel Wittmann von der Wirtschaftskanzlei GvW Graf von Westphalen.
Die deutsche Wirtschaft war hochkarätig vertreten. Mittendrin: Dr. Volker Treier, Außenwirtschaftschef der DIHK (Deutsche Industrie- und Handelskammer). Treier bewies Traditionsbewusstsein und erschien in landestypischer, bayerischer Tracht. Er war jedoch nicht allein: Auch sein Sohn begleitete ihn an diesem Abend, was dem diplomatischen Parkett eine familiäre Note verlieh.
Dass die bayerische Landestracht interkulturelle Strahlkraft besaß, bewies auch S.E. Omurbek Tekebaev: Der Botschafter der Kirgisischen Republik hatte sich ebenfalls mit bayerischen Elementen in Schale geworfen und setzte damit ein charmantes Zeichen der Verbundenheit. Gemeinsam mit Vertretern führender Wirtschaftsverbände fühlte man den Puls der globalen Märkte.
Kulinarische Diplomatie und hochkarätige Gäste
Für das internationale Flair sorgte das Partnerland: die Republik Tadschikistan. S.E. Dr. Imomudin Sattorov, außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter Tadschikistans in Deutschland, glänzte am Mikrofon und bewies als Gastgeber exquisites Gespür. Das Buffet stand ganz im Zeichen der tadschikischen Küche. Wer sich gefragt hatte, wie die aromatischen, zentralasiatischen Spezialitäten mit Berliner Braukunst harmonieren, wurde restlos begeistert. Die kulinarische Diplomatie funktionierte tadellos.
Neben dem Gastgeber nutzten weitere Diplomaten den Abend zum wirtschaftlichen Austausch. Unter den Gästen aus rund 15 Nationen waren unter anderem anwesend: S.E. Nasimi Aghayev, Botschafter der Republik Aserbaidschan, S.E. Dilshod Akhatov, Botschafter der Republik Usbekistan, S.E. Prof. Dr. Alexander Kartosia, Botschafter von Georgien, S.E. Omurbek Tekebaev, Botschafter der Kirgisischen Republik, S.E. Viktor Yengibarian, Botschafter der Republik Armenien sowie hochrangige diplomatische Vertretungen weiterer Partnerländer des Ost-Ausschusses.
Zeitweise glich das Kesselhaus so einer lässigen, entspannten zentralasiatisch-kaukasischen Wirtschaftskonferenz mit bayerischer Note.
Ein Zukunftsmarkt mit Schaumkrone: Hopfen und Malz für Zentralasien
Beim Netzwerken an den Stehtischen kam schnell ein Thema auf, das über den Tellerrand des Abends hinausreichte: der Biermarkt in Zentralasien. In den Gesprächen wurde deutlich, dass Bier in Ländern wie Tadschikistan, Kasachstan oder Usbekistan an Popularität gewinnt. Es wird dort längst nicht mehr nur importiert, sondern zunehmend direkt vor Ort produziert – oft in engen Kooperationen mit traditionsreichen deutschen Brauereien und nach deutschem Reinheitsgebot.
Für den deutschen Mittelstand sowie für Anlagen- und Rohstoffexporteure eröffnet sich hier ein Zukunftsmarkt, der in den kommenden Jahren gezielt ausgebaut werden kann. Zentralasien durstet nach Know-how – und die deutsche Wirtschaft steht bereit.
Faszinierende Einblicke bei der Brauereiführung und der perfekte Anstich
Ein Highlight für viele Gäste bot zudem die Gelegenheit, an einer exklusiven Führung durch die Brauerei teilzunehmen. Die Teilnehmer erhielten tiefe Einblicke in die spannende Historie des Standorts, die abenteuerlichen handwerklichen Einbauten in das historische Gebäude sowie in die gewaltigen, modernen Anlagen des Betriebs.
Zum absoluten Höhepunkt geriet der urtypische Fassanstich: Der Brauereimeister schritt zur Tat, um ganz klassisch das erste Bierfass anzuzapfen. Die Gäste begleiteten den Anstich stimmgewaltig. Mit einem donnernden „Oans, zwoa, g’suffa!“ und dem erlösenden Ruf „O’zapft is!“ war das Eis gebrochen.
Unterstützt von der Wirtschaftskanzlei GvW Graf von Westphalen, hielten sich die Gäste elegant an den Dresscode „Smart Casual mit einem Hauch von Karo“. Obwohl Tracht, laut Einladung, kein Muss war, bewiesen neben der Familie Treier und Botschafter Tekebaev auch zahlreiche weitere Gäste echten Modemut.
Als krönender Abschluss der Veranstaltung zögerte eine fachkundige Jury nicht lange, und prämierte die kreativsten Dirndl- und Lederhosen-Looks unter großen Applaus des Publikums.
Ob die anwesenden Wirtschaftslenker bei den Führungen mehr über die Kühlung von Gärtanks oder über die Erschließung neuer Absatzmärkte entlang der alten Seidenstraße lernten, bleibt das Geheimnis dieses Abends. Fest steht jedenfalls: Außenwirtschaftsförderung des Ost-Ausschusses muss nicht immer trocken sein – manchmal schmeckt sie einfach verdammt gut.























