Etwa 70 Prozent der Weltbevölkerung nutzen heute das Internet und soziale Netzwerke. Auf den ersten Blick scheint das kein Problem zu sein. Doch soziale Netzwerke dienen nicht nur der Entspannung, sondern beeinflussen auch unsere Wünsche, Gefühle und Psyche.
Außerdem umfasst billiges Dopamin nicht nur Doomscrolling, sondern auch Fast Food und Süßigkeiten. Weniger offensichtliche Quellen können die Suche nach eigenen Unvollkommenheiten, das Lesen von toxischen Nachrichten oder negativen Bewertungen sein.
Deshalb stellt sich die Frage: Warum wählen Menschen diese schnelle und einfache Form von Dopamin, anstatt sich Dopamin auf eine „teurere“ Weise zu holen, zum Beispiel durch Ausflüge, Hobbys oder Meditation? Die Antwort ist einfacher als es scheint und besteht darin, dass das Gehirn weniger Energie für vertraute und schnell verfügbare Freuden verbraucht: Gadgets, Fast Food oder Spiele.
Die Evolution hat uns darauf geprägt, nach einfachen Belohnungen zu suchen, die für unser Überleben wichtig waren. Die moderne Welt macht solche Reize jedoch jede Sekunde leicht zugänglich. Außerdem hat ein Mensch nach einem anstrengenden Tag oft keine Kraft mehr für längere Tätigkeiten.
Konsum beginnt häufig schon in der Kindheit, wenn arbeitende Eltern die Zuwendung und Fürsorge für das Kind durch ein ihm in die Hände gegebenes Gerät ersetzen. Es ist zweifellos leichter, ein Handy zu geben, anstatt mit den Emotionen des Kindes zurechtzukommen.
An überfüllten Orten reagieren Menschen oft verurteilend auf ein weinendes Kind. Deshalb wählen Eltern häufig die schnellste Lösung: Sie lassen das Kind Cartoons schauen. Dieses Verhalten kann später zu Konzentrationsproblemen, Müdigkeit und ständiger Reizbarkeit führen.
Deswegen werden die Jugendlichen und besonders die Generation Z als „Faulenzer“ bezeichnet, obwohl es nicht leicht ist, in einer Welt, die mit ankommender Information überfordert ist, Motivation und das Streben nach Arbeit beizubehalten.
Eine globale Studie
Laut einer Studie von BBC erleben Kinder, die ein Smartphone vor dem 13. Lebensjahr besitzen, viel häufiger Erregung, Entfremdung und denken an Suizid. Zu diesem Fazit kommen die Autoren der Studie, an der mehr als 100.000 Jugendliche aus 163 Ländern und Territorien teilnahmen.
Die Bewertung der psychischen Gesundheit von Jugendlichen wurde mit dem MHQ-Index (Mind Health Quotient) durchgeführt, der das Niveau emotionaler, kognitiver und sozialer Funktionen berücksichtigt.
Diejenigen, die mit 13 Jahren ein Smartphone erhielten, hatten einen durchschnittlichen MHQ-Wert von etwa 30 Punkten. Diejenigen, die mit fünf bis sechs Jahren mit der Nutzung des Telefons begonnen haben, sinken fast auf null.
Diese Unterschiede sind besonders beim weiblichen Geschlecht sichtbar. Bei den Mädchen, die bereits im Alter von fünf bis sechs Jahren mit dem Smartphone begannen, wurden bei fast der Hälfte (48 Prozent) ausgeprägte Suizidgedanken registriert.
In der Gruppe derjenigen, die das Telefon erst mit 13 Jahren erhalten haben, treten solche Gedanken fast doppelt so häufig auf, fast jeder Vierte (28 Prozent).
Bei Jungen ist der Unterschied zwischen diesen beiden Indikatoren ebenfalls deutlich sichtbar, 31 Prozent gegenüber 20. Länder ergreifen bereits die Maßnahmen, sowohl um Internetsüchte zu verhindern als auch um keine emotional verletzte und desorientierte Menschen mit einem Mangel an kritischem Denken großzuziehen.
Beispielsweise ist in Frankreich die Verwendung von Smartphones in Grund- und Mittelschulen verboten. China hat
angeordnet, dass digitale Plattformen die Zeit reduzieren, die Kinder und Jugendliche vor dem Bildschirm verbringen.
Welche Maßnahmen werden von Experten vorgeschlagen?
Erstens, eine strenge Altersüberprüfung der Nutzer auf digitalen Plattformen mit Hilfe von Dokumenten, darüber hinaus ein Verbot des Zugangs zu sozialen Netzwerken für Kinder unter 13 Jahren sowohl in der Schule als auch zu Hause.
Zweitens, die Entwicklung von Alternativen, beispielsweise von „Kinderhandys“ ohne Zugang zu sozialen Netzwerken und dem Internet.
Die wichtigste Maßnahme besteht darin, dass die Eltern nicht nur die die Zeit kontrollieren müssen, die vor dem Bildschirm verbracht wird, eingeben, sondern auch Freizeit und Aktivitäten der Kinder so organisieren, dass sie gar nicht an Handys denken.
Abschließend möchte ich sagen, dass es trotz allem viele andere Möglichkeiten gibt, das Leben zu genießen. Man kann wundervolle Erfahrungen außerhalb des Bildschirms machen und mehr Zeit mit der Familie verbringen.























