Optimistischer Ausblick

Bei der Eröffnung sprachen Rolf Mafael, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Republik Kasachstan; Frank Weisig, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie; Erlan Aukenov, Akimat der Stadt Almaty; Dr. Philipp Lengsfeld, Mitglied des Deutschen Bundestages und Nursultan Dzhiyenbayev. | Foto: Anne Grundig

Am 18. Tag der deutschen Wirtschaft in Kasachstan wurden erreichte Erfolge, zukünftige Projekte und offene Fragen diskutiert, die es im Interesse beider Länder zu lösen gilt.

25 Jahre Wirtschaftsbeziehungen 

Am 7. Oktober 2016 veranstaltete der Verband der deutschen Wirtschaft in Kasachstan (VDW) und die Delegation der deutschen Wirtschaft für Zentralasien den 18. Tag der deutschen Wirtschaft in Kasachstan.

Jörg Hetsch, Leiter der Delegation, moderierte das Forum unter dem Thema „25 Jahre Wirtschaftsbeziehungen Republik Kasachstan – Bundesrepublik Deutschland“. Bei der Eröffnung lobte Jerlan Aukenow, stellvertretend für das Akimat der Stadt Almaty, die wirtschaftliche Beziehung zu Deutschland, die sehr gute Resultate erziele. Kasachstan könne auf deutsche Erfahrungen bauen und müsse die dualen Studiengänge fördern, die zum Austausch und damit Förderung der Wirtschaft beitrügen. Ebenfalls solle Kasachstan verstärkt auf den Tourismus setzen.

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Kasachstan als Stabilitätsanker 

Nursultan Dschijenbajew unterstrich die aufstrebende Wirtschaft in den Bereichen Chemie, Erdöl, Kunststoff und Landwirtschaft. Rolf Mafael zufolge, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Republik Kasachstan, könne das Land den wirtschaftlichen Aufstieg Südkoreas wiederholen. Kasachstan sei ein Stabilitätsanker der Region und ein wichtiger wirtschaftlicher Partner, daher freue sich Mafael über das deutsche Engagement.

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Sieben Prozent der deutschen Ölversorgung

„Konfliktmanagement und Krisenkommunikation“, Moderation Thomas Helm, Leiter des Länderbüros Kasachstan der Konrad-Adenauer-Stiftung, erklärt, wie Unternehmen sich für Krisen wappnen können. | Foto: Anne Grundig
„Konfliktmanagement und Krisenkommunikation“, Moderation Thomas Helm, Leiter des Länderbüros Kasachstan der Konrad-Adenauer-Stiftung, erklärt, wie Unternehmen sich für Krisen wappnen können. | Foto: Anne Grundig

Frank Weisig, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, wies darauf hin, dass Kasachstan sieben Prozent der deutschen Ölversorgung ausmache. Er sehe insgesamt gute Perspektiven für die bilaterale Beziehung. Dr. Philipp Lengsfeld, Mitglied des Deutschen Bundestages, betonte die schwierige geopolitische Lage, in der sich Kasachstan befände und wie gut das Land diese Herausforderung meistere. Die Kasachen seien auf einem guten Weg und er hoffe, sie gehen ihn weiterhin gemeinsam mit Deutschland.

Emotionaler Abschied

Anschließend folgte das Panel „25 Jahre Wirtschaftsbeziehungen Kasachstan – Bundesrepublik Deutschland – wie geht es weiter?“, das emotional startete. Dr. Galia Shunusalieva, Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien verlässt ihre Position ab 2017 und verabschiedete sich mit einem Gedicht, dessen Zeile „Ich möchte Licht in die Welt tragen“ im Saal für Gänsehaut sorgte. Jeder solle zu sich selber sagen: Ich kann das! Man dürfe niemals aufgeben.

Vernetzung durch deutsche Minderheit

Jörn Rosenberg, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Almaty, sprang auf den emotionalen Zug auf und betonte, wie wichtig menschliche Kontakte seien – auch in der Wirtschaft. Die Vernetzung durch die deutsche Minderheit und der Deutsch-Kasachischen Universität (DKU) stärke die bilaterale Beziehung.Jens Böhlmann vom Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft, erklärte, warum der deutsche Mittelstand für Kasachstan großes Potenzial biete und warum es wichtig sei, auch in Kasachstan einen Mittelstand zu bilden und zu fördern. Dieses Argument unterstützte Dr. Peter Kulitz, Präsident der IHK zu Ulm, und betonte die Rolle der Familienunternehmen. Als Beispiel stellte Dr. Waldemar Henning die Firma Oskar Frech GmbH vor, die seit 1949 Technologien für das Druckgussverfahren herstellt und heute 800 Mitarbeiter weltweit beschäftigt. Abschließend gab Jörg Bongartz von der Deutschen Bank AG, einen Überblick der Entwicklung der Banken in Kasachstan seit 1991 und erklärte, dass neue Herausforderungen warten, die Kollegen und Konkurrenten gemeinsam meistern müssen.

Workshops Wasser- und Konfliktmanagement

Am Nachmittag folgten parallel zwei Workshops: Zum einen „Wassermanagement und daraus erwachsenden Geschäftsmöglichkeiten für deutsche und kasachische Unternehmen“ und zum anderen „Konfliktmanagement und Krisenkommunikation“, dessen Moderation Thomas Helm übernahm. Der Leiter des Länderbüros Kasachstan der Konrad-Adenauer-Stiftung erklärte, wie Unternehmen sich für Krisen wappnen können – vor allem in den Zeiten von sozialen Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram.

Zusammenfassend hinterlässt der Wirtschaftstag eine überwiegend positive und optimistische Stimmung in beiden Ländern mit dem Ziel, die wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter auszubauen und zu verbessern.