Einst eine der größten Minderheiten, heute deutlich kleiner: Die Zahl der Deutschen in Kasachstan geht weiter zurück.
Kasachstan bleibt eines der ethnisch vielfältigsten Länder der Region. Nach aktuellen Daten des Büros für nationale Statistik leben hier über 20,5 Millionen Menschen, die mehr als 100 Nationalitäten angehören. Unter den größten ethnischen Gruppen befinden sich weiterhin auch die Deutschen, die trotz jahrzehntelanger Abwanderung eine sichtbare Minderheit im Land geblieben sind.
Derzeit leben laut den aktuellen Zahlen in Kasachstan rund 222.890 Deutsche. Damit gehören sie nach wie vor zu den zehn größten ethnischen Gruppen des Landes. Ihre Zahl ist jedoch im Vergleich zu früheren Jahrzehnten deutlich gesunken. Noch im Jahr 2021 wurden etwa 226.000 Deutsche gezählt, wobei einige statistische Auswertungen sogar 226.092 Personen angeben. Die leichten Unterschiede ergeben sich aus verschiedenen Erhebungsmethoden sowie der Frage, wie ethnische Zugehörigkeit in der Volkszählung erfasst wird.
Fast eine Millionen Deutsche
Historisch war die deutsche Bevölkerung in Kasachstan wesentlich größer. Zur Zeit der Sowjetunion lebten hier fast eine Million Deutsche. Einen entscheidenden Einschnitt brachte die Phase nach der Unabhängigkeit Kasachstans, als viele Familien im Rahmen von Aussiedlungsprogrammen nach Deutschland auswanderten. Besonders in den 1990er-Jahren verringerte sich die Zahl der deutschen Bevölkerung dadurch stark.
Heute konzentrieren sich die verbliebenen deutschen Gemeinschaften vor allem auf die nördlichen, zentralen und östlichen Regionen des Landes, darunter die Gebiete um Karaganda und Nordkasachstan. Auch in den großen Städten Astana und Almaty gibt es weiterhin deutsche kulturelle Vereinigungen und aktive Gemeinschaften. Trotz des Rückgangs der Bevölkerungszahl bleibt die deutsche Minderheit Teil des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens in Kasachstan.























