Der menschliche Körper ist ein Haus für etwa 38 Billionen Bakterien, welchen man sich wie eine mikroskopische Metropole vorstellen kann. Oft denkt man, dass Bakterien nur Krankheitserreger sind. Aber die Wahrheit ist anders, da die meisten von ihnen völlig harmlos und sogar lebenswichtig für die Menschen sind. In diesem inneren Ökosystem gibt es sogenannte „böse“ Feinde als auch „gute“ Helfer. In diesem Artikel wird nur über gute Bakterien berichtet, die hart arbeiten, um die Menschen gesund zu halten.

Unter dem Begriff Mikrobiom versteht man die gesamte Gemeinschaft von Mikroorganismen in einem bestimmten Lebewesen. Der nächste Begriff ist Probiotika, welcher die lebenden Bakterien bezeichnen, die einen erheblichen, positiven Effekt auf die Gesundheit haben. Als Wissenschaftler die Bakterien im 17. Jahrhundert entdeckten, hielt man sie nur für Feinde. Aber im 20. Jahrhundert veränderte der russische Nobelpreisträger Ilja Metschnikow diese Ansicht. Er bemerkte, dass die Menschen auf dem Land, die viel fermentierte Milch tranken, besonders lange lebten. Er vermutete, dass Milchsäurebakterien die Darmgesundheit positiv beeinflussen.

Woher kommen diese winzigen Helfer?

Unser erster großer Kontakt mit guten Bakterien passiert nach der Geburt. Durch die Muttermilch bekommt das Baby wichtige Stämme wie Bifidobacterium infantis, die helfen, das Immunsystem des Babys aktiv aufzubauen. Später entwickelt sich unser Mikrobiom durch unsere Ernährung weiter. Strukturell sind alle Bakterien Prokaryoten. Das bedeutet, sie sind einfache, einzellige Organismen ohne einen echten Zellkern. Eine schützende Zellwand gibt ihnen ihre Form, zum Beispiel wie bei den stäbchenförmigen Laktobazillen. Einige Bakterien haben auch kleine Schwänzchen, die Geißeln heißen. Diese helfen ihnen, sich im langen Verdauungstrakt fortzubewegen.

Wenn diese nützlichen Prokaryoten sich im Darm ansiedeln, erfüllen sie lebenswichtige Aufgaben. Erstens sind sie Meister der Verdauung, da sie komplexe Kohlenhydrate, die der Magen nicht selbst abbauen kann, fermentieren. Dabei entstehen kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat. Diese Fettsäuren geben den Darmzellen Energie und wirken stark entzündungshemmend.

Zweitens arbeiten sie als winzige biochemische Fabriken. Sie produzieren wichtige Nährstoffe, zum Beispiel Vitamin K. Drittens spielen bestimmte Stämme wie Lactobacillus acidophilus und Bifidobacterium longum eine entscheidende Rolle bei der Entgiftung. Manchmal bleiben Proteine aus unserer Nahrung unverdaut und gelangen in den Dickdarm. Dort stoppen die guten Bakterien die giftige Fäulnis dieser Proteine.

Wie machen sie das?

Sie produzieren Milchsäure und so entsteht dadurch ein saures Milieu im Darm. Dieses saure Milieu hält schädliche, gasbildende Fäulnisbakterien auf. Die guten Bakterien besetzen einfach den Platz an der Darmwand, sodass die Erreger keinen Raum haben. Dieser Schutzmechanismus wird auch als „kompetitive Hemmung“ bezeichnet.

Leider wird dieses empfindliche innere Gleichgewicht leicht gestört, was zu einerDysbiose, einem ungesunden Ungleichgewicht in der Bakteriengemeinschaft, führt. Die Hauptursache dafür ist oft der übermäßige Einsatz von Breitbandantibiotika, die leider nicht nur die Krankheitserreger, sondern auch die nützlichen Bakterien zerstören.

Auch eine schlechte Ernährung mit viel Fast Food, chronischer Stress und Schlafmangel schaden der Darmflora. Eine Dysbiose zeigt sich durch Verdauungsprobleme, ein schwaches Immunsystem und sogar Stimmungsschwankungen, weil Darm und Gehirn eng verbunden sind. Um das Gleichgewicht wiederherzustellen, muss man den Darm mit Probiotika auffüllen und die Bakterien mit Präbiotika füttern – das sind spezielle Pflanzenfasern, die als perfekte Nahrung dienen.

Um gute Bakterien gesund zu halten, sollte man diese einfachen Empfehlungen befolgen: Es wird empfohlen, dass man auf pflanzliche Vollwertkost konzentriert, weil verschiedene Bakterienstämme unterschiedliche Ballaststoffe brauchen. Es ist wichtig, nicht zu vergessen, dass man fermentierte Lebensmittel in die Ernährung integriert. Es wäre gut, wenn man öfters Naturjoghurt, Kefir oder Sauerkraut isst.

Man sollte zudem versuchen, stark verarbeitete Lebensmittel zu vermeiden. Es wäre besser, künstliche Zusatzstoffe und Zucker zu reduzieren, da sie nützliche Mikroben verhungern lassen. Es ist notwendig, Antibiotika mit Vorsicht zu nutzen. Man soll diese Medikamente nur nach Anweisung des Arztes nehmen, wenn es relevant ist. So kann man den guten Bakterien helfen, gesund zu bleiben.

Saya Ibaidulla, Medizinstudentin im 2. Studienjahr, Asfendiyarov Kazakh National Medical University

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