Warum die EXPO 2017 genau zu richtiger Zeit kommt

Bild: expo2017astana.com
Bild: expo2017astana.com

Eine Zeitenwende steht bevor: So wird die EXPO, die vom 10. Juni bis zum 10. September 2017 in Astana, der Hauptstadt Kasachstans stattfindet, ganz im Zeichen der Energiewende stehen. Unter dem Motto „Energie der Zukunft: Maßnahmen für weltweite Nachhaltigkeit“ behandelt die Ausstellung moderne Themen. Rund 100 Nationen, Organisationen und Unternehmen werden hier zusammenkommen. Zudem ist es das erste Mal, dass eine derartige Ausstellung in Zentralasien stattfindet.

Vielleicht ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt für eine Austragung der EXPO-Messe in Kasachstan. Das Land hat innerhalb der letzten 10-15 Jahre einen ungemeinen Aufstieg erlebt. So sind in Fragen der Bildung und der Entwicklung des Durchschnittseinkommens starke Zuwächse zu verzeichnen. Ein Partnerschaftsabkommen mit der EU und Deutschland als strategischer Partner haben maßgeblich zu einem prosperierenden Wirtschaftswachstum beigetragen.

Konstantes Wirtschaftswachstum

Mittlerweile sind 45.000 Unternehmen in der Hauptstadt Almaty angesiedelt. Eine neue, gut ausgebildete Mittelschicht ist Resultat des Aufschwungs. Vor diesem Hintergrund ist es nahezu folgerichtig, eine große Weltausstellung wie die EXPO nach Kasachstan kommen zu lassen, denn schließlich ist diese Form der Ausstellung immer schon Kontaktbörse, vor allem für Wirtschaftsinteressen gewesen.

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Gleichzeitig besteht durch die vielen externen Besucher auch die nötige Zugkraft, um das jeweilige Land als Reiseziel für Touristen attraktiv zu machen. Das Organisationskomitee rechnet mit fünf Millionen Besuchern für die diesjährige EXPO. Die letzte EXPO in Deutschland fand im Jahr 2000 in Hannover statt, damals rechneten die Veranstalter mit 40 Millionen Besuchern, letztlich waren es rund 18 Millionen. Dass die Besucherzahlen weit hinter den Erwartungen zurückblieben, hatte in erster Linie mit den verhältnismäßig hohen Ticketpreisen zu tun (umgerechnet rund 45 Euro pro Karte).

Aus Fehlern lernen

Die Ausstellung kann auch deshalb als Chance verstanden werden, mit Fehlern aus der Vergangenheit umzugehen. Um die Region nachhaltig zu stärken, sollen organisatorische Mängel gar nicht erst entstehen. Akhmetzhan Yessimof ist Chef der EXPO-2017 und ehemaliger Bürgermeister von Almaty. Er verkündet mit nachvollziehbarem Stolz: „Es wird in Astana eine Anschlussnutz-ung der Gebäude geben“. So entstand in der Vorbereitungszeit ein internationales Finanzzentrum, welches Asien mit Europa verbindet; aus den für die Besucher zugänglichen Hotels, werden im Anschluss an die Veranstaltung Eigentumswohnungen.

Das Konzept der diesjährigen Ausstellung soll in fünf Themenbereiche gegliedert werden und zukünftige Lebensweisen von Menschen darstellen. Angelehnt an das futuristische, „grüne Konzept“ wird das gesamte EXPO-Gelände auf Nachhaltigkeitsgesichtspunkten konzipiert. Zwei zentrale Schwerpunkte bestimmen das Thema rund um die Energie. Zum einen soll geklärt werden, wie die Energieversorgung in Entwicklungsländern zukünftig möglich ist, und wie ein stetiger Übergang von fosillen Energiemethoden zu erneuerbaren Energiemethoden langfristig ermöglicht werden kann.

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Der deutsche Beitrag wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie organisiert. Von dieser Seite aus stehen vor allem innovative Lösungen aus den Bereichen Solarenergie, Windkraft, Geothermie, Biomasse und Wasserkraft auf dem Programm. In dem Ausstellungsbereich „Karte der Zukunft“, sollen vor allem Energiekonzepte der nächsten 10-15 Jahre vorgestellt werden – von Smart Home bis zur Mobilität. Mit wachem Blick richtet sich das Auge nun auf Kasachstan.