Am 20. Mai fand am Gymnasium Nr. 46 in Astana die feierliche Verleihung der deutschen Sprachdiplome DSD II statt. 19 Absolventinnen und Absolventen erhielten ihre Zertifikate persönlich von der deutschen Botschafterin in Kasachstan, Monika Iwersen. Ausgezeichnet wurden außerdem erfolgreiche Teilnehmer der republikanischen Deutscholympiade.

Bereits seit mehreren Jahren würdigt das Gymnasium Nr. 46 in der kasachischen Hauptstadt seine erfolgreichen Deutschlernenden mit der Verleihung der deutschen Sprachdiplome. Auch in diesem Jahr wurde die Zeremonie zu einem besonderen Ereignis für Schüler, Lehrkräfte und Gäste.

An der Veranstaltung nahmen neben der Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Kasachstan Monika Iwersen auch Ramazan Yildiz sowie Aigerim Malgazhinova von der Kultur- und Presseabteilung der Botschaft teil. Das hohe Ausbildungsniveau der Schule wurde zudem von Ayten Sariyildyz, ZfA-Fachberaterin in Kasachstan, sowie von Alexander Kail, Vorsitzender der regionalen „Wiedergeburt“-Gesellschaft in Astana und stellvertretender Vorsitzender der Volksversammlung Kasachstans in Astana, hervorgehoben.

„Meine liebste Aufgabe“

Die deutsche Botschafterin Monika Iwersen betonte, dass die Verleihung von Sprachdiplomen zu den schönsten Aufgaben ihrer Arbeit gehöre. Gerade an solchen Momenten werde sichtbar, wie viel Engagement hinter den Erfolgen der Schüler stehe.
„So werden die Ergebnisse der fruchtbaren Arbeit sowohl der Schüler als auch der Lehrer deutlich sichtbar“, sagte die Botschafterin.

Insgesamt erhielten 19 Absolventinnen und Absolventen ihre DSD-II-Zertifikate. Sie hatten damit Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 bis C1 nachgewiesen.

Das Deutsche Sprachdiplom II ist für die Absolventen weit mehr als ein schulisches Abschlusszertifikat. Es eröffnet ihnen konkrete Perspektiven für Studium und Beruf im deutschsprachigen Raum.

Mit dem DSD II können sich junge Menschen an Hochschulen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz bewerben, ohne eine zusätzliche Sprachprüfung ablegen zu müssen. Auch für Praktika und den späteren beruflichen Weg kann das Diplom ein wichtiger Vorteil sein.

Eine Absolventin berichtete, dass ihr das Diplom bereits den direkten Zugang zur Universität Wien ermöglicht habe — ohne den Umweg über ein Studienkolleg.

Erfolge bei der republikanischen Olympiade

Im Rahmen der Feier wurden nicht nur die DSD-II-Absolventen ausgezeichnet. Auch die Gewinner der republikanischen Olympiade erhielten Anerkennung.

Zu den erfolgreichen Schülern der 11. Klasse gehörten Sofja Tyl, die eine Goldmedaille gewann, und Akhmed Adilkhan, der Silber holte. In der 10. Klasse ragten Ewelina Safarowa mit Gold und Amir Mustafin mit Silber hervor.

Alle vier werden von Ulshan Rakhmedjanowa unterrichtet, der stellvertretenden Schulleiterin und Deutschlehrerin des Gymnasiums, die über langjährige pädagogische Erfahrung verfügt.

Die feierliche Verleihung wurde von einem Konzertprogramm begleitet, das von talentierten Schülern vorbereitet worden war. Auf der Bühne erklang unter anderem das bekannte Stück „Akku“ von Nurgissa Tlendijew, vorgetragen von Preisträgern republikanischer und internationaler Wettbewerbe.

Das Programm spiegelte zugleich die kulturelle Vielfalt Kasachstans wider. Neben kasachischen und deutschen Beiträgen präsentierten die Schüler auch einen „Kubanischen Tanz“, während das Tanzensemble „Wainach“ dem Publikum einen tschetschenischen Tanz aufführte.

Ein kreativer Höhepunkt war das Theaterstück „Innere Stimme der Schülerin“. Darin zeigten die Schüler, wie angespannt und herausfordernd die Zeit vor einer wichtigen Prüfung sein kann. Die Vorbereitung auf die DSD-II-Prüfung verglichen sie augenzwinkernd mit einem Prozess der Selbstheilung.

Eine besondere Schule in Astana

Das Gymnasium Nr. 46 gehört zu den wenigen Schulen in Kasachstan, an denen das Deutsche Sprachdiplom erworben werden kann. Insgesamt nehmen sieben Schulen im Land am DSD-Programm teil. In Astana ist das Gymnasium Nr. 46 derzeit die einzige Schule, an der der Unterricht in drei Sprachen stattfindet: Kasachisch, Russisch und Deutsch. Seit mehr als 20 Jahren besitzt die Schule den DSD-Status. Der vertiefte Deutschunterricht beginnt hier bereits in den Grundschulklassen.

Regelmäßige internationale Prüfungen begleiten die Schüler während ihrer Schulzeit und bereiten sie Schritt für Schritt auf höhere Sprachniveaus vor. Das DSD-Programm ist nicht nur ein schulisches Projekt, sondern auch Teil der Bildungszusammenarbeit zwischen Kasachstan und Deutschland. Es stärkt die deutsche Sprache im kasachischen Bildungssystem und eröffnet jungen Menschen internationale Chancen.

Die Verleihung am Gymnasium Nr. 46 zeigte, dass Sprachförderung, engagierte Lehrkräfte und motivierte Schüler gemeinsam nachhaltige Ergebnisse hervorbringen können — und dass ein deutsches Sprachdiplom für viele Absolventen zum ersten Schritt in eine internationale Zukunft wird.

Nurgul Adambayeva

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