Erstes Kasachisch-Deutsches Transport- und Logistikforum in Almaty
Die Rolle Kasachstans als Transitdrehscheibe zwischen Europa und Asien stand im Mittelpunkt des ersten kasachisch-deutschen Transport- und Logistikforums in Almaty. Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten über Digitalisierung, Fachkräftemangel und die Entwicklung des sogenannten Mittleren Korridors.

Unter dem Titel „Digitalisierung, Humankapital und Transitmöglichkeiten“ kamen internationale Logistikunternehmen, Branchenverbände sowie deutsche und zentralasiatische Institutionen zusammen. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Satbayev University gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und internationalen Partnern.
Neue Anforderungen an globale Lieferketten
Im Fokus des Forums stand insbesondere der Transkaspische Internationale Transportkorridor (TITR), der angesichts geopolitischer Veränderungen und neuer Anforderungen an globale Lieferketten zunehmend an Bedeutung gewinnt. Experten diskutierten über Infrastruktur, internationale Kooperationen und die stärkere Vernetzung Zentralasiens mit Europa.
Der deutsche Generalkonsul in Kasachstan, Matthias Kiesler, bezeichnete Kasachstan als „Schlüsselpartner in der regionalen Transportroute“. Das Potenzial des Transport- und Logistiksektors könne „nur mit internationalen Partnerschaften vollständig ausgeschöpft werden“, sagte Kiesler. Neben staatlicher Unterstützung spiele dabei vor allem der private Sektor eine wichtige Rolle. Unternehmen seien nicht nur Nutzer der Transportwege, sondern investierten selbst und brächten internationales Know-how mit. Dafür müsse die Regierung attraktive Rahmenbedingungen schaffen.
Auch Universitäten könnten zur Entwicklung des Sektors beitragen, betonte Kiesler. Neben neuen Studienprogrammen verwies er auf die Rolle der Deutsch-Kasachischen Universität bei der Ausbildung von Fachkräften.
Joachim Fritz, Regionaldirektor der GIZ für Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan, bezeichnete das Forum als wichtigen Schritt zur weiteren regionalen Zusammenarbeit im Transport- und Logistikbereich. Die GIZ unterstütze Zentralasien seit vielen Jahren bei Handelsförderung, nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung und beruflicher Bildung. Das Forum zeige, wie eng Fragen der Infrastruktur, Digitalisierung und Fachkräfteentwicklung inzwischen miteinander verbunden seien.
Zugleich verwies Fritz auf die wachsende strategische Bedeutung Zentralasiens für internationale Lieferketten. Moderne Transportkorridore könnten nur dann langfristig erfolgreich funktionieren, wenn neben dem Ausbau der Infrastruktur auch in Ausbildung, technologische Innovationen und grenzüberschreitende Kooperation investiert werde. Veranstaltungen wie das deutsch-kasachische Logistikforum seien deshalb wichtig, um Wirtschaft, Wissenschaft und politische Akteure stärker miteinander zu vernetzen.
Die GIZ begleitet in Zentralasien unter anderem Projekte zur Handelserleichterung, zur Digitalisierung logistischer Prozesse sowie zur Förderung nachhaltiger Transport- und Wirtschaftsstrukturen. Dabei spielt auch die stärkere Anbindung der Region an europäische und internationale Märkte eine wichtige Rolle.

Impulsvorträge und Paneldiskussionen
In mehreren Impulsvorträgen diskutierten Experten über Digitalisierung logistischer Prozesse, Automatisierung und Robotik sowie über die Modernisierung regionaler Lieferketten. Zu den Rednern gehörten Vertreter der GIZ, der Kazakhstan Association of Automation and Robotics sowie Unternehmen aus Kasachstan, Kirgisistan, Aserbaidschan und Deutschland.
An der Paneldiskussion zur Entwicklung des Mittleren Korridors beteiligten sich unter anderem Vertreter von HHLA Project Logistics, Hellmann Worldwide Logistics, der Rhenus Group und DB Engineering & Consulting.
Am Nachmittag standen Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Transport- und Logistikverbänden aus Zentralasien, dem Südkaukasus und Deutschland im Mittelpunkt. Darüber hinaus wurden im Rahmen des EU-Programms Global Gateway Investitionsmöglichkeiten und gemeinsame Initiativen des Privatsektors vorgestellt.
Den Abschluss des Forums bildeten B2B-Gespräche zwischen Unternehmen, Institutionen und Hochschulen zur Anbahnung gemeinsamer wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Projekte.

























