Die Felsmoscheen und Sakralstätten Mangystaus wurden in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Die Auszeichnung würdigt die einzigartige Verbindung von Spiritualität, nomadischer Kultur und Landschaft im Westen Kasachstans.

Die einzigartige Kulturlandschaft Mangystaus im Westen Kasachstans gehört künftig zum UNESCO-Welterbe. Das Welterbekomitee der UNESCO hat auf seiner 48. Sitzung im südkoreanischen Busan den Eintrag „Felsmoscheen und verbundene Sakralstätten Mangystaus“ in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Damit erhält eine Region internationale Anerkennung. Ihre Landschaft ist seit Jahrhunderten ein bedeutender Ort religiöser Traditionen, kultureller Begegnungen und spiritueller Pilgerreisen.

Der neue UNESCO-Welterbekomplex umfasst fünf bedeutende sakrale Stätten: Schopan-Ata, Karaman-Ata, Schakpak-Ata, Sultan-Epe und Beket-Ata. Zu den geschützten Elementen gehören in den Fels geschlagene Moscheen, historische Nekropolen, Grabstätten verehrter Geistlicher, traditionelle Pilgerwege und heilige Quellen. Gemeinsam bilden sie eine außergewöhnliche Kulturlandschaft, in der sich die natürliche Umgebung Mangystaus mit jahrhundertealten religiösen und kulturellen Traditionen verbindet.

Besondere geologische Bedingungen

Die Region Mangystau am Kaspischen Meer ist für ihre bizarren Felsformationen, Wüstenlandschaften und unterirdischen Sakralbauten bekannt. Die Bewohner der Region nutzten die besonderen geologischen Bedingungen. Deshalb integrierten sie Gebetsräume und religiöse Stätten direkt in den Stein. Dadurch entstand eine einzigartige Architektur. Sie ist eng mit der Landschaft verbunden und spiegelt die Anpassungsfähigkeit der Menschen an die Lebensbedingungen der Steppe wider.

Die UNESCO würdigte insbesondere die Verbindung zwischen sufischer Spiritualität und der Kultur nomadischer Gemeinschaften. Über Jahrhunderte hinweg waren die heiligen Orte Mangystaus nicht nur religiöse Zentren, sondern auch Treffpunkte für Austausch, Bildung und die Weitergabe von Wissen und Traditionen.

Eine besondere Bedeutung besitzt die Pilgerstätte Beket-Ata. Sie ist mit dem Sufi-Gelehrten Beket Ata (18.–19. Jahrhundert) verbunden. Er gilt in Kasachstan als eine der wichtigsten religiösen Persönlichkeiten und wird bis heute von zahlreichen Gläubigen verehrt. Die unterirdische Moschee von Beket-Ata gehört zu den bekanntesten spirituellen Orten des Landes. Sie zieht jährlich viele Besucher an.

Auch die Schakpak-Ata-Moschee zählt zu den herausragenden Bauwerken der Region. Die in den Fels gehauene Anlage beeindruckt durch ihre besondere Architektur mit kreuzförmigem Grundriss und historischen Inschriften. Sie gilt als ein bedeutendes Beispiel für die Entwicklung religiöser Baukunst in Mangystau. Außerdem zeugt sie von den handwerklichen Fähigkeiten früherer Generationen.

Unterstützung zur langfristigen Bewahrung

Mit der Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste wird nicht nur der außergewöhnliche kulturelle Wert dieser Stätten anerkannt. Auch ihre langfristige Bewahrung wird unterstützt. Für den Zeitraum 2027 bis 2032 ist ein umfassender Managementplan vorgesehen. Er umfasst Maßnahmen zum Schutz der Bauwerke, zur wissenschaftlichen Erforschung, zur Erhaltung der Kulturlandschaft sowie zur nachhaltigen Entwicklung des Tourismus.

Für Kasachstan ist die Aufnahme ein weiterer wichtiger Schritt zur internationalen Anerkennung seines kulturellen Erbes. Mit den Felsmoscheen und Sakralstätten Mangystaus verfügt das Land nun über sieben UNESCO-Welterbestätten. Die Entscheidung stärkt zugleich die Bedeutung der Region als kulturelles Reiseziel und lenkt die Aufmerksamkeit auf die bislang weniger bekannte historische Vielfalt des westlichen Kasachstans.

DAZ

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