Kasachstan und die EBRD haben ihre strategische Zusammenarbeit bis 2030 verlängert. Im Mittelpunkt stehen wirtschaftliche Modernisierung, grüne Transformation, Digitalisierung und der Ausbau des Landes als regionales Handels- und Logistikzentrum in Zentralasien.
Kasachstan und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) haben am Rande der EBRD-Jahrestagung in Riga eine neue fünfjährige Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die Partnerschaft ist bis 2030 angelegt. Sie knüpft an die seit 2021 laufende strategische Zusammenarbeit an.
Die Jahrestagung der EBRD fand vom 5. bis 7. Juni 2026 in der lettischen Hauptstadt statt. Auf ihr kamen Regierungsvertreter, internationale Finanzinstitutionen und Wirtschaftsakteure aus den Transformations- und Partnerländern der Bank zusammen. Sie berieten dort über Investitionsprioritäten und strukturelle Reformen.
Wirtschaftliche Modernisierung Kasachstans
Die neue Vereinbarung soll die wirtschaftliche Modernisierung Kasachstans weiter vorantreiben und die Rolle des Landes als wichtiger Akteur in Zentralasien stärken. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung des Privatsektors. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sollen stärker unterstützt werden. Ihr Zugang zu Finanzierung soll verbessert und das Investitionsumfeld insgesamt attraktiver gestaltet werden.
Ein weiteres zentrales Ziel ist zudem der Ausbau Kasachstans als regionales Handels- und Logistikdrehkreuz. Investitionen in die entsprechende Infrastruktur, in mehrere Transportkorridore und grenzüberschreitende Vernetzung sollen die Stellung des Landes im eurasischen Warenverkehr weiter ausbauen.
Ein zusätzlicher Schwerpunkt liegt auf der grünen Transformation der Wirtschaft. Die EBRD will in dieser Hinsicht gemeinsam mit Kasachstan vor allem Projekte zur Dekarbonisierung, zur Erhöhung der Energieeffizienz und zum Ausbau nachhaltiger Infrastruktur unterstützen. Dazu zählen auch Investitionen in Energieversorgungssysteme. Zudem zählen auch Investitionen in ein modernisiertes Wasser- und Abwassermanagement dazu.
Auch rückt die Digitalisierung der Wirtschaft immer stärker in den Fokus. Geplant sind die Förderung von Technologien im Bereich der künstlichen Intelligenz und der Ausbau der digitalen Infrastruktur. Hinzu kommen Maßnahmen zur Stärkung der Cybersicherheit. Zudem sollen bereits bestehende Innovationszentren und Start-up-Ökosysteme weiterentwickelt werden.
Finanzielle Mittel von bis zu 12 Millionen Euro
Im Finanzsektor soll die Zusammenarbeit ebenfalls vertieft werden. Dazu gehören die Entwicklung nachhaltiger Finanzierungsinstrumente wie „grüner“ Anleihen. Außerdem wird die weitere Positionierung des Astana International Financial Centre als regionaler Finanzplatz für nachhaltige Investitionen angestrebt.
Zur Umsetzung der gemeinsamen Prioritäten stellt die kasachische Regierung bis zu sechs Millionen Euro an Zuschüssen bereit. Diese werden durch die EBRD in gleicher Höhe ergänzt. Die Mittel sollen insbesondere für Reformprozesse und projektbezogene technische Unterstützung eingesetzt werden.
Die EBRD zählt zu den größten internationalen Investoren in Kasachstan. Seit Beginn ihrer Tätigkeit im Land hat sie nach eigenen Angaben rund 12,8 Milliarden US-Dollar in 354 Projekte investiert. Damit ist sie einer der wichtigsten Finanzpartner des Landes und der Region.
Die neue Vereinbarung gilt als Rahmen für die wirtschaftliche Zusammenarbeit in den kommenden Jahren und soll die Reformprozesse, das nachhaltige Wachstum und die Integration Kasachstans in regionale und globale Wertschöpfungsketten unterstützen.
























