Seit 30 Jahren besteht der Verband der deutschen Jugend Kasachstans (VDJK), der viele Clubs im ganzen Land vereint. Anlässlich dieses Jubiläums sprechen wir mit den Leiterinnen und Leitern über ihre Motivation für die Jugendarbeit und über die Herausforderungen, denen sie heute begegnen. Diesmal im Gespräch: Elisaweta Spitzer, Leiterin des Clubs „Glück“ in Semei.
Liebe Elisaweta, wie bist du selbst in deinen Jugendclub gekommen und was hat dich dort gehalten?
Mein Weg in den Jugendclub „Glück“ begann 2024 nach einem Sprachcamp in Almaty mit Sprachassistentinnen und Sprachassistenten. Damals konnte ich kaum Deutsch, aber die Atmosphäre des Camps, die neuen Bekanntschaften und die deutsche Kultur haben mich so begeistert, dass ich mich direkt nach meiner Rückkehr für Deutschkurse bei der Stiftung „Wiedergeburt“ anmeldete und dem Jugendclub beitrat.
Mit der Zeit wurde ich Leiterin des Clubs, Ratsmitglied des Verbands der Deutschen Jugend Kasachstans und erhielt die Möglichkeit, Kasachstan bei einem internationalen Projekt in Deutschland zu vertreten. Geblieben bin ich wegen der Menschen, der ständigen Entwicklungsmöglichkeiten und des Gefühls, dass jede und jeder hier seinen Platz finden kann.
Welche Aufgaben hast du als Leiterin und wie sieht dein Alltag im Jugendclub aus?
Ich organisiere Clubtreffen und Veranstaltungen, plane die Programme, koordiniere die Arbeit unserer aktivsten Mitglieder und unterstütze gleichzeitig neue Mitglieder dabei, sich schnell in den Club einzuleben. Darüber hinaus nehme ich an den Sitzungen des Rates des VDJK, an Arbeitstreffen und an der Vorbereitung verschiedener Projekte teil. Mir ist wichtig, dass jedes Treffen die Jugendlichen zusammenbringt und sie motiviert, sich noch aktiver in unser Clubleben einzubringen.
Was ist aktuell die größte Stärke eures Jugendclubs?
Unsere größte Stärke sind die Menschen. Über die Jahre ist aus unserem Club eine echte Gemeinschaft geworden, in der sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen, gemeinsam Projekte umsetzen und auch dann verbunden bleiben, wenn sie zum Studium in andere Städte oder Länder ziehen. Genau diese Atmosphäre von Vertrauen, Zusammenhalt und Freundschaft macht unser „Glück“ so besonders.
Welche Herausforderungen begegnen euch in der Jugendarbeit vor Ort?
Eine der größten Herausforderungen ist es, neue engagierte Jugendliche zu gewinnen und die Motivation der aktiven Mitglieder langfristig aufrechtzuerhalten. Da unser Club einen klaren Schwerpunkt auf der deutschen Sprache und Kultur hat, ist es nicht immer einfach, junge Menschen zu finden, die sich dauerhaft engagieren möchten.
Welche Bedeutung hat der Jugendclub für junge Menschen in deiner Region?
Für die Jugendlichen in Semei ist „Glück“ ein Ort, an dem sie Gleichgesinnte finden, sich persönlich weiterentwickeln und erste Erfahrungen in der Projektarbeit sammeln können. Der Club eröffnet Möglichkeiten zur Teilnahme an regionalen, landesweiten und internationalen Projekten und schenkt vielen jungen Menschen nicht nur wertvolle Erfahrungen, sondern auch Freundschaften fürs Leben.
Was bedeutet dir das 30-jährige Jubiläum des Verbandes der Deutschen Jugend Kasachstans persönlich?
Für mich ist dieses Jubiläum vor allem ein Anlass, all jenen Menschen Dank zu sagen, die den Verband der Deutschen Jugend Kasachstans in den vergangenen dreißig Jahren aufgebaut und weiterentwickelt haben. Durch ihr Engagement haben junge Menschen heute die Möglichkeit, an Projekten teilzunehmen, neue Freundschaften zu schließen und die deutsche Sprache und Kultur kennenzulernen.
Ich selbst bin erst vor zwei Jahren zum Verband gekommen, aber in dieser kurzen Zeit ist er zu einem wichtigen Teil meines Lebens geworden. Deshalb bedeutet es mir besonders viel, gerade im Jubiläumsjahr ein Teil dieser Geschichte zu sein.
Wenn du in die Zukunft blickst: Was wünschst du dir für deinen Jugendclub und für die Jugend in Kasachstan?
Ich wünsche mir, dass unser „Glück“ ein Ort bleibt, an den man immer wieder gerne zurückkehrt – ein Ort, an dem junge Menschen Gleichgesinnte finden, ihre Ideen verwirklichen und sich als Teil einer starken Gemeinschaft fühlen können. Der Jugend in Kasachstan wünsche ich den Mut, Chancen zu nutzen, Neues auszuprobieren und daran zu glauben, dass manchmal schon eine einzige Entscheidung das Leben grundlegend verändern kann.























