Die Ergebnisse der ersten Volkszählung seit der Unabhängigkeit geben Einblicke in die demografische und ethnische Vielfalt Usbekistans.

Usbekistan hat die vorläufigen Ergebnisse seiner ersten landesweiten Volkszählung seit der Erlangung der Unabhängigkeit veröffentlicht. Demnach leben heute 37.543.200 Menschen in der Republik Usbekistan. Die Erhebung gibt nicht nur Aufschluss über die aktuelle Bevölkerungszahl und die demografische Entwicklung des Landes, sondern bestätigt auch die ethnische Vielfalt der zentralasiatischen Republik.

Die Volkszählung wurde vom 10. bis 27. Juli 2025 durchgeführt. Nach Angaben der usbekischen Statistikbehörde beteiligten sich 98,8 Prozent der Bevölkerung an der Erhebung. Erfasst wurden neben rein demografischen Angaben auch Informationen zu Sprache, Bildung, Erwerbstätigkeit und ethnischer Zugehörigkeit der Respondenten. Die endgültigen Ergebnisse der Volkszählung sollen bis Ende 2026 veröffentlicht werden.

Usbeken bilden die große Mehrheit

Die größte Bevölkerungsgruppe des Landes bilden weiterhin die Usbeken. Sie machen 84,2 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Damit prägen sie weiterhin die sprachliche, kulturelle und gesellschaftliche Identität Usbekistans in entscheidender Weise.

Zu den größten Minderheiten gehören die Tadschiken mit 4,9 Prozent, gefolgt von Kasachen (2,4 Prozent), Karakalpaken (2,1 Prozent) und Russen (2,1 Prozent). Weitere größere Gemeinschaften bilden Kirgisen (0,9 Prozent), Turkmenen (0,8 Prozent) und Koreaner (0,5 Prozent). Angehörige weiterer Volksgruppen machen zusammen rund 1,0 Prozent der Bevölkerung aus. Insgesamt wurden bei der Volkszählung Vertreter von mehr als 130 Nationalitäten und Ethnien registriert.

Diese Vielfalt ist das Ergebnis einer langen Geschichte der mittelasiatischen Region als Schnittpunkt verschiedener Kulturen und Bevölkerungsgruppen. Bis heute leben in Usbekistan zahlreiche ethnische Gemeinschaften, die ihre eigenen Traditionen, Sprachen und kulturellen Einrichtungen aktiv pflegen und bewahren.

Deutsche Gemeinschaft wird nicht mehr separat ausgewiesen

Zu den kleineren Volksgruppen des Landes gehören auch die Deutschen. Während die deutsche Minderheit bei früheren Volkszählungen noch als eigene Kategorie aufgeführt wurde, wird sie in den vorläufigen Ergebnissen der aktuellen Erhebung nicht mehr separat ausgewiesen, sondern fällt unter die Kategorie „andere Nationalitäten“.

Die Zahl der Menschen deutscher Abstammung in Usbekistan ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Nach der letzten sowjetischen Volkszählung im Jahr 1989 lebten rund 39.000 ethnische Deutsche im Land. Heute wird ihre Zahl auf etwa 8.000 bis 10.000 Menschen geschätzt.

Trotz ihrer vergleichsweise geringen Größe ist die deutsche Gemeinschaft weiterhin Teil der kulturellen Vielfalt Usbekistans. Deutsche Kulturzentren, Vereine und Gemeinschaften engagieren sich in verschiedenen Regionen des Landes für den Erhalt der deutschen Sprache, deutscher Traditionen und für einen aktiven kulturellen Austausch mit anderen Teilen der Bevölkerung Usbekistans.

Bevölkerungswachstum und demografischer Wandel

Die aktuellen Zahlen zeigen auch die Dynamik der Bevölkerungsentwicklung Usbekistans. Seit der letzten sowjetischen Volkszählung im Jahr 1989, als die Bevölkerung noch bei rund 20 Millionen Menschen lag, hat sich die Einwohnerzahl des Landes nahezu verdoppelt.

Damit bleibt Usbekistan der bevölkerungsreichste Staat Zentralasiens. Das starke Bevölkerungswachstum stellt das Land zugleich vor neue Herausforderungen – unter anderem in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt, Infrastruktur und soziale Versorgung.

Die Ergebnisse der Volkszählung verdeutlichen, dass Usbekistan ungeachtet zahlreicher gesellschaftlicher und demografischer Veränderungen in den vergangenen Jahrzehnten weiterhin ein multinationaler Staat ist, dessen kulturelle Landschaft vor allem durch die Vielfalt der im Land lebenden ethnischen Gemeinschaften geprägt wird.

aro.

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