Bodenschätze in Kasachstan

Bodenschätze in Kasachstan
Abbaugebiete von Uran in Kasachstan. | Bild: Kazatomprom

Kasachstan ist eines der rohstoffreichsten Länder auf der Welt. Es besitzt große Chrom-, Uran-, Zink-, Eisenerz-, Kupfer- und Goldvorkommen. Nicht nur Deutschland ist daran interessiert, sondern zum Beispiel auch Russland, China, Indien und Japan.

Einer der zugänglichsten Rohstoffe in Kasachstan ist Eisenerz. Fast drei Viertel der Vorkommen sind bereits heute erschlossen. Das sind rund 2,5 Milliarden Tonnen Eisenerz, welches vor allem in den Regionen rund um Astana und Karaganda zu finden ist. Die Sokolow-Sarbai Mining Production Association (SSGPO) ist der größte Eisenerzproduzent in Kasachstan. Die SSGPO gehört zur luxemburgischen Eurasian Resources Group (ERG) und ist für 80 Prozent des Eisenerzabbaus in Kasachstan verantwortlich. Die ERG kontrolliert ebenfalls den Großteil des Chromabbaus in Kasachstan. Mit 320 Millionen Tonnen hat das zentralasiatische Land nach Südafrika die zweitgrößten Chromvorkommen weltweit. Weitere 320 Millionen Tonnen werden im Norden und in Westkasachstan rund um den südlichen Ural vermutet.

Uran und seltene Erden

Kasachstan ist das Land, in dem das meiste Uran gewonnen wird. Zwölf Prozent des weltweiten Uranvorkommens befinden sich in Kasachstan. 2016 wurden knapp 24.575 Tonnen abgebaut. Seit 2009 führt Kasachstan die Liste der uranproduzierenden Staaten an. 2014 kamen gar 41 Prozent des Urans auf der Welt aus Kasachstan. Für die Europäische Union ist das Land der größte Importeur im Bereich Kernkraft und der zweitgrößte für die USA. Der staatliche Konzern Kazatomprom kontrolliert den Uranabbau im Land. Fünf ihrer Projekte sind eigene, zwölf Joint Ventures mit China, Russland und Indien.

Ausländische Investoren sind vor allem an seltenen Erden interessiert. Zwar hält China zwei Drittel des Weltmarktes, aber auch das zentralasiatische Land ist einer der größten Lieferanten. Eine japanische Firma unterzeichnete im Oktober 2015 ein Abkommen zur gemeinsamen Exploration seltener Erden in Karaganda und Kostanai. Seltene Erden werden vor allem zur Herstellung von Hightech-Produkten wie Smartphones, Laptops und Flachbildschirmen gebraucht.

Der große Goldrausch

Des Weiteren sind mehrere Projekte zur Erschließung von Kupferminen geplant. Dabei wird erwartet, dass nicht nur der Abbau von Kupfer zunehmen wird, sondern auch von Gold. In die Kupfermine Bozshakol werden 1,8 Milliarden Dollar investiert. Die Mine soll 40 Jahre lang arbeiten und 75000 Mt Kupfer abbauen. Außerdem werden 5,25 Millionen Unzen Gold in der Mine vermutet.

Nach Angaben des Büros des Ministerpräsidenten werden jedes Jahr rund zehn Tonnen Feingold in Kasachstan gewonnen. Die Goldreserven des Landes werden zwischen 1.500 und 1.800 Tonnen geschätzt. 293 Goldlagerstätten gibt es, vor allem im Norden und Osten. Doch nur etwas über die Hälfte besitzen eine Lizenz. 3,83 Milliarden Dollar wurden 2015 laut dem Kasachischem Ministerium für Investitionen und Entwicklung in die Goldgräberindustrie investiert. Der Kazakhaltyn Mining Concern hält den Großteil dieser Reserven, aber auch ausländische Inverstoren wie der russische Stahlkonzern Severstal, in dessen Mine Suzdal jedes Jahr 30000 Unzen Gold abgebaut werden, sind beteiligt.

An Gold ist auch Deutschland interessiert. Wie viel Gold aus Kasachstan nach Deutschland kommt, ist allerdings unklar. Gold, wie auch die seltenen Erden, werden nicht in Kasachstan verarbeitet. Ein Großteil des Goldes geht zur Raffination in die Schweiz. Von dort wird es dann nach Deutschland exportiert.

Kasachstan besitzt im Moment

30% des weltweiten Chromvorkommens | 25% der weltweiten Manganerzvorkommen | 10% der weltweiten Eisenerzvorkommen

5.5% der weltweiten Kupferreserven | 10% der weltweiten Bleireserven | 13% der weltweiten Zinkreserven