Bereits zum 12. Mal verlieh das Land Baden-Württemberg Ende November den Russlanddeutschen Kulturpreis. Mit dem Preis werden alle zwei Jahre Russlanddeutsche für hervorragende Leistungen auf kulturellem Gebiet ausgezeichnet. In diesem Jahr ging es um den Bereich Kulturvermittlung mit den Schwerpunkten Literatur, bildende Kunst, Musik und Medien. 2016 erhielt das Russland-Deutsche Theater Niederstetten, das seine Wurzeln im Deutschen Theater Kasachstan hat, den Hauptpreis.

„Der Russlanddeutsche Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg macht die russlanddeutsche Kultur sichtbar und bekannt“, betonte Staatssekretär und Landtagsmitglied Wilfried Klenk am 22. November während der Preisverleihung.  „Mit diesem Kulturpreis bekennt sich das Land Baden-Württemberg als Patenland zu den Russlanddeutschen, zu ihrer besonderen Geschichte und zu ihren besonderen kulturellen Leistungen“, so Klenk.

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„Die Jury hat eine sehr ausgewogene Entscheidung getroffen. Gewürdigt werden sowohl eine literaturwissenschaftliche Arbeit und ein bildender Künstler als auch eine Präsentation im Internet. Selbst die Sparte der Musik ist heute mit abgedeckt. Dabei zeigen die Arbeiten unserer Preisträgerinnen und Preisträger sehr deutlich: Es gibt bei den Russlanddeutschen etwas, das ihnen eigen ist, etwas, das in den Worten von Johann Gottfried Herder ‚aus ihrer Lebensart entsprossen‘ ist“, würdigte Klenk die Ausgezeichneten.

Der Staatssekretär übergab den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis an Ingrid Bertleff, Eckhard John und Natalia Svetozarova für das zweibändige Werk „Russlanddeutsche Lieder. Geschichte – Sammlung – Lebenswelten“. Damit würdigte die Jury eine Leistung, die in besonderem Maße zur Bewahrung, Erschließung und Vermittlung eines bedeutenden Teils des kulturellen Erbes der Russlanddeutschen beiträgt. Die Autoren „haben die in Russland entstandenen, originären Lieder der Russlanddeutschen aus dieser Zeit gesammelt, verfügbar gemacht und umfangreich kommentiert“, so Klenk. Die beispielgebende historisch-kritische Edition des originären Liedguts der Russlanddeutschen wird der interessierten Öffentlichkeit auch online zugänglich gemacht (www.liederlexikon.de).

Den mit 2.500 Euro dotierten Förderpreis erhielt das Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart für sein multimediales Webportal „Daheim in der Fremde“ (www.daheiminderfremde.de). Dieses Webportal „schafft mit innovativen Ansätzen insbesondere auch für jüngere Menschen neue Zugänge zum Verständnis der Geschichte der Zuwanderung nach Baden-Württemberg seit 1945 und gerade auch zum Verständnis der Situation der ausgesiedelten Russlanddeutschen“, betonte Klenk. Der Preis wurde von Dr. Irene Klünder, Geschäftsführerin des Medienhauses, und Elena Schilling, die im Projektteam das Thema Russlanddeutsche betreut, entgegengenommen. „Förderpreise sollen an Empfänger verliehen werden, die am Anfang ihrer Entwicklung stehen. Mit Freude habe ich deshalb vernommen, dass Sie Ihre Arbeit an dem Portal weiterführen wollen“, gab der Staatssekretär den Preisträgern mit auf den Weg.

Die Ehrengabe in Höhe von 2.500 Euro wurde dem russlanddeutschen Maler Viktor Hurr zugesprochen. „Seine Bilder vermitteln persönliche Schicksale auch über Sprachgrenzen hinweg. Sie erzählen deshalb besonders wirkungsvoll von der russlanddeutschen Geschichte“, hob Klenk hervor. In seiner künstlerischen Arbeit thematisiert Hurr schwerpunktmäßig die Erlebnisse seiner Vorfahren, die er in Erzählungen innerhalb seiner Familie und Bekannten wahrgenommen hatte und in seine neue Heimat Deutschland mitbrachte. „Seine narrative Kunst kann über nationale Grenzen hinweg von Menschen unterschiedlicher Herkunft gelesen und nachempfunden werden. Dadurch vermittelt sie in besonderer Weise die größtenteils dramatisch verlaufene Geschichte der russlanddeutschen Volksgruppe und lenkt den Fokus auf das Schicksal dieser Minderheiten“, ist in der Begründung der Jury zu lesen.

(Innenministerium Baden-Württemberg)

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