Die Wichtigkeit Kasachstans als Handelspartner Italiens wächst. Im Erdölbereich zählt Kasachstan bereits zu den bedeutsamsten Lieferanten. Umgekehrt importiert Kasachstan die meisten EU-Güter nach Deutschland aus Italien. „Die wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder verbessern sich Jahr für Jahr“, sagt Dr. Michele Scuotto, der neue Repräsentant des italienischen Außenhandelsinstituts in Kasachstan (ICE). Zu seinem Kompetenzbereich gehört auch der usbekische Markt.

/Bild: Marion von Zieglauer. ‚Italienisches Unternehmen in einer Hauptstraße Almatys.’/

Dr. Michele Scuotto, neuer Repräsentant des italienischen Außenhandelsinstituts.

Wenn man durch die Stadt Almaty schlendert, fällt auf, wie viele italienische Unternehmen hier angesiedelt sind. Bekannte Namen wie Max Mara, Lavazza und Fiat stechen aus allen Winkeln ins Auge. Michele Scuotto lebt seit Anfang Februar mit seiner Familie in Almaty. Vorher hat er in Mumbai, Jakarta, in Hongkong und Bukarest gearbeitet. Seinem ersten Eindruck zufolge, ist Almaty eine vibrierende Stadt, voller Energie und ein Mix aus europäischer und asiatischer Kultur.

Italien ist ein wichtiger Partner Kasachstans. Großunternehmen wie der Energieriese ENI (zu dem auch Saipem, Agip, u.v.a. gehören) arbeiten im Westen des Landes in den Gebieten von Aktau und Atyrau, wo sich die Gas- und Erdölförderstätten befinden. Klein- und Mittelunternehmen in Bereichen Bekleidung, Schuhe, Schmuck, Innenarchitektur und vor allem Restaurants befinden sich weitgehend in Almaty, dem Handelsumschlagplatz des Landes.

Kasachstan beliefert Italien mit Edelmetallen, Rohöl und Textilien. Umgekehrt exportiert Italien Maschinen, Marmor und Zement im Bausektor, die begehrten italienische Fliesen sowie Bekleidung, Küchenmobiliar und Lebensmittel.

Exporte haben sich verdoppelt

Das ICE, das dem Ministerium für Entwicklung und Wirtschaft unterliegt, hilft den italienischen Firmen, sich auf internationalen Handelsmessen zu präsentieren. Es organisiert jährlich über 40 Sensibilisierungskampagnen und Aktionstage für kasachische Unternehmer in Italien und italienische Unternehmer in Kasachstan. Es bietet Workshops für Manager und technische Weiterbildung an und erhöht damit das Fachpersonal für den kasachischen Markt.

Zur italienischen Gemeinde im Land zählen zurzeit knapp 50 Unternehmen. Im Vergleich dazu arbeiten etwa 120 deutsche Unternehmen in Kasachstan. Für die Zukunft sieht Scuotto aber, dass sich italienische Firmen verstärkt ausbreiten. Die Exporte nach Kasachstan haben sich in den letzten fünf Jahren auf eine Milliarde Euro verdoppelt.

Von Marion von Zieglauer

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