Derzeit wird viel über die Rückkehr eines kasachstanischen Fußballspielers in die Kasachische Premier Liga diskutiert, genauer gesagt zum Verein „Zhenis“. Alexander Merkel – ein ethnischer Deutscher, Jahrgang 1992, geboren in der Region Almaty. So wie viele andere Deutsche in den 1990er-Jahren zog auch er in jungen Jahren mit seiner Familie nach Deutschland, in eine Stadt im Westerwald.

Alexander Merkel ist Absolvent einer der besten Fußballakademien Deutschlands – der des VfB Stuttgart, die seiner Karriere einen entscheidenden Impuls gab. Im Jahr 2011 gab der junge Merkel ein Interview auf Deutsch mit dem Titel: „Ich will ein Star werden“.

Die besondere Entwicklung seiner Karriere

Anschließend nahm seine Karriere eine besondere Entwicklung: Mit achtzehn Jahren wechselte Merkel zum italienischen Club „Milan“, wo er einige Spiele in der Champions League bestritt. Insgesamt wirkt seine Laufbahn alles andere als bescheiden. Rund vierzig Spiele in der höchsten italienischen Liga für „Milan“, „Geno“ und „Udinese“, dazu Stationen beim englischen „Watford“, beim Schweizer „Grasshopper“, beim deutschen „Bochum“ in der Zweite Bundesliga. Zudem sammelte er Erfahrung in der niederländischen Eredivisie bei „Heracles“ sowie in der Türkei bei „Gaziantep“.

Darüber hinaus hätte Merkel zu einer Schlüsselrolle im zentralen Mittelfeld der kasachischen Nationalmannschaft werden können. Drei gut absolvierte Länderspiele machten auf sich aufmerksam: gegen Island, Russland und Schottland. Im letzten Spiel gegen die Schotten im Jahr 2019 steuerte er eine Torvorlage für Juri Perzuch bei.

Am Ende gewann unsere Mannschaft dieses großartige Spiel im Rahmen der Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 mit 3:0. Allerdings kamen Merkels Einsätze für die Nationalmannschaft später zum Erliegen, da es aufgrund seiner seit jungen Jahren bestehenden deutschen Staatsbürgerschaft zu dokumentarischen Problemen kam.

Objektiv betrachtet genießt Alexander Merkel große Popularität unter kasachischen Fans, selbst in der Zeit, als es zu formalen Schwierigkeiten mit der UEFA kam. Über mehrere Jahre hinweg wünschten sich die Anhänger seine Rückkehr in die Nationalmannschaft. Besonders deutlich war dies in den Kommentaren auf der Instagram-Seite der Auswahl zu sehen.

Und was sagen die einheimischen Experten? Auch sie unterstützen ohne Zweifel die Idee einer Einbürgerung unseres Landsmannes – ungeachtet seines frühen Umzugs nach Europa. Solche Beispiele gibt es mehrere. Etwa Heinrich Schmidtgal, der sich 2013 mit einem Tor gegen die deutsche Nationalmannschaft auszeichnete.

Alexander Merkel wechselte Anfang Januar 2026 zum Club der Hauptstadt Astana „Zhenis“. Der Neuzugang entschied sich ohne zu zögern für seine Lieblingsnummer 52, mit der er zuvor bereits bei „Milan“ und „Genoa“ gespielt hatte.

Meinung des Fußballjournalisten und Bloggers Kassymschan Mukatajew

„Der Wechsel von Merkel zu ‚Zhenis‘ ist vor dem Hintergrund anderer namhafter Transfers tatsächlich ein bedeutendes Ereignis. Ja, es gab auch Verpflichtungen anderer Stars: So ging Nani zu ‚Aktobe‘ und Moses zu ‚Kaisar‘. Selbst wenn er nur in jungen Jahren für den Mailänder Klub gespielt hatte, so bleibt die Tatsache, dass er einst ein Spieler von ‚Milan‘ war, für Merkel ein lebenslanger Status.

Doch auch ohne den Milaner Nimbus ist die Verpflichtung Merkels einer der ernsthaftesten Transfers für ‚Zhenis‘. Für die höchste Spielklasse in unserem Land ist das ein großer Schritt nach vorn. Das Auftreten solcher Könner wird das Niveau der Liga steigern, junge Spieler mitziehen und ihnen helfen, sich weiterzuentwickeln. Erfahrung, Professionalität und Konstanz – all das wird unserem Fußball zugutekommen.

Man sollte auch berücksichtigen, dass der Cheftrainer Ali Alijew, als er die Nationalmannschaft leitete, Merkel zurückholen wollte. Allerdings gab es dokumentarische Schwierigkeiten: Er absolvierte drei Spiele, doch die Situation wurde nicht ausreichend bewertet, und es gelang nicht, alle notwendigen Formalitäten zu regeln. Schon damals wussten die Fans ihn zu schätzen.

In jedem Fall ist seine Verpflichtung ein großer Gewinn für die laufende Meisterschaftssaison. Er bringt Erfahrung, Stabilität und zusätzliche Aufmerksamkeit für die Liga. Und natürlich ist es erfreulich, einen ehemaligen Spieler der Serie ‚A‘ und einen Absolventen einer der großen deutschen Fussball-Akademien auf dem Platz zu sehen. Das Auftreten eines solchen Fußballers in unserer Liga ist tatsächlich eine ernsthafte Verstärkung.“

Almas Khairullin

Teilen mit:

Hinterlasse eine Antwort

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein