Kasachstan treibt die Zusammenarbeit der Turkstaaten voran: Premierminister Olschas Bektenow stellte in Baku neue Initiativen für Handel, Infrastruktur und digitale Projekte vor. Er betonte dabei die Chancen für eine gemeinsame wirtschaftliche Entwicklung.

Der Premierminister Kasachstans, Olschas Bektenow, nahm in der vergangenen Woche in Baku am zweiten Treffen der Regierungschefs der Organisation der Turkstaaten teil. Neben Kasachstan waren auch die Mitgliedstaaten Aserbaidschan, die Türkei, Usbekistan, Kirgisistan und Turkmenistan ebenso vertreten. Außerdem waren einige Länder und Regionen mit Beobachterstatus vertreten. Das Treffen diente dazu, die Zusammenarbeit innerhalb der Organisation weiter zu vertiefen. Es sollten zudem konkrete Maßnahmen zur wirtschaftlichen Integration und zur Bewältigung der neuesten globalen Herausforderungen diskutiert werden.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Mittelpunkt der Gespräche standen vor allem wirtschaftliche und infrastrukturelle Themen. Die Teilnehmer befassten sich mit der Intensivierung der Handels- und Investitionsbeziehungen. Sie beschäftigten sich zudem mit der Verbesserung der Transport- und Logistikverbindungen zwischen den Mitgliedstaaten. Die strategische Bedeutung der Organisation der Turkstaaten wird dabei besonders deutlich.

Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Entwicklung des sogenannten Transkaspischen Internationalen Transportkorridors, der als wichtige Verbindung zwischen Asien und Europa gilt. Angesichts veränderter geopolitischer Rahmenbedingungen gewinnt er zunehmend an Bedeutung. Darüber hinaus wurden Fragen der Energiesicherheit, der nachhaltigen Entwicklung sowie der Zusammenarbeit im Bereich der innovativen Technologien erörtert. Insbesondere die Digitalisierung und die künstliche Intelligenz wurden angesprochen.

In seiner Rede hob Bektenow die wachsende Rolle der Organisation als Plattform für die wirtschaftliche und politische Kooperation hervor. Er verwies darauf, dass das Handelsvolumen Kasachstans mit den Staaten der Organisation im Jahr 2025 etwa 12,9 Milliarden US-Dollar erreicht habe. Dies unterstreiche die Dynamik der Zusammenarbeit. Gleichzeitig betonte er das große Potenzial für eine weitere Vertiefung der Beziehungen. Insbesondere sieht er Möglichkeiten durch den Abbau bestehender Handelshemmnisse und die Förderung gemeinsamer Investitionsprojekte in den Turkstaaten, die unter der Organisation agieren.

Kasachstan brachte im Rahmen des Treffens mehrere konkrete Vorschläge ein. Dazu gehörten die Beschleunigung der Umsetzung gemeinsamer digitaler Initiativen und Abkommen und die Schaffung eines gemeinsamen Zentrums für digitale Lösungen. Außerdem wurden Maßnahmen zur weiteren Entwicklung der Transportinfrastruktur entlang des Mittleren Korridors vorgeschlagen. Wichtig ist besonders, dass solche Projekte innerhalb der Organisation der Turkstaaten abgestimmt werden.

Engere Zusammenarbeit im Energiesektor

Darüber hinaus sprach sich der kasachische Premier für eine engere Kooperation im Energiesektor aus, was auch die Entwicklung nachhaltiger Energiequellen einschließe. Er plädierte zudem für eine intensivere Abstimmung im Bereich der Wasserressourcen. Diese sind für viele Länder der Region von zentraler Bedeutung. Im Kontext der Organisation der Turkstaaten kommt solcher Kooperation besondere Bedeutung zu.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Diskussion war die Rolle des gemeinsamen Investitionsfonds der Organisation der Turkstaaten. Im Englischen wird dieser als „Turkic Investment Fund“ oder TIF bezeichnet. Er soll als zentrales Instrument zur Finanzierung gemeinsamer Projekte innerhalb der Organisation dienen. Der Gründungsvertrag des TIF war am 16. März 2023 in Ankara unterzeichnet worden. Er trat im Februar 2024 nach seiner Ratifizierung in den Parlamenten seiner Unterzeichnerstaaten in Kraft. Die Teilnehmer betonten die Notwendigkeit, den TIF möglichst zügig zu operationalisieren. Dadurch können konkrete wirtschaftliche Vorhaben effektiver umgesetzt und die Integration der Mitgliedstaaten weiter vorangetrieben werden.

Zum Abschluss des Treffens verabschiedeten die Regierungschefs eine gemeinsame Erklärung, in der sie ihre Bereitschaft bekräftigten, die Zusammenarbeit in allen genannten Bereichen zu intensivieren. Gleichzeitig wurde die Bedeutung der weiteren institutionellen Entwicklung der Organisation hervorgehoben sowie die Unterstützung für den derzeitigen Vorsitz Aserbaidschans zum Ausdruck gebracht. Damit wird erneut die Rolle der Organisation der Turkstaaten unterstrichen.

aro.

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