An der Frühjahrsumfrage des Deutsch-Eurasischen Wirtschaftsbundes e.V. (DEWib) beteiligten sich 123 deutsche Mittelständler im Ostgeschäft, deren Erwartungen insgesamt verhalten positiv sind, auch wenn geopolitische Unsicherheiten weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
Mit 58 Prozent erwartet weiterhin eine Mehrheit der befragten Unternehmen mehr Geschäft in Zentralasien. Damit bleibt die Region für den deutschen Mittelstand attraktiv. Besonders deutlich gewachsen ist die Bedeutung Kasachstans. Für knapp 60 Prozent der Befragten ist das Land inzwischen der wichtigste Markt in Zentralasien. Usbekistan folgt mit deutlichem Abstand (19 Prozent).
Stabil zeigt sich auch der Blick auf die Türkei: 58 Prozent der Unternehmen halten dort eine positive Geschäftsentwicklung für wahrscheinlich.
Als Gründe für skeptischere Einschätzungen der Perspektiven in Eurasien nennen die Befragten vor allem einen fehlenden strategischen Fokus auf den Markt, wirtschaftliche Instabilität sowie einen intensiven Wettbewerb. Gleichzeitig plant eine Mehrheit der Unternehmen, ihre Vertriebsaktivitäten in eurasischen Märkten weiter auszubauen. Dabei gewinnt insbesondere die Teilnahme an Messen vor Ort an Bedeutung.
Erstmals wurde auch nach wirtschaftlichen Perspektiven im Zusammenhang mit Iran und der Golfregion gefragt. Hier zeigt sich ein differenziertes Bild. 53 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass sich der Krieg in Iran negativ auf ihr Geschäft mit Dubai auswirken wird. Gleichzeitig sehen 52 Prozent Iran als einen potenziell attraktiven Markt, sofern es die dortigen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zulassen. Als wichtigste Hindernisse für ein Engagement nennen die Befragten die politische Instabilität und die fortbestehenden Sanktionen ebenso wie einen fehlenden strategischen Fokus und mangelnde Kontakte vor Ort.
Nur noch wenig Optimismus
Deutlich eingetrübt hat sich hingegen der Optimismus aus der vorangegangenen Befragung mit Blick auf ein mögliches Ende des Kriegs in der Ukraine. Nur noch 32 Prozent der Unternehmen halten eine baldige Beendigung dieses Konfliktes für wahrscheinlich. Damit hat sich die Zuversicht innerhalb eines Jahres deutlich verringert.
Insgesamt zeigt die Umfrage, dass deutsche Mittelständler trotz anhaltender geopolitischer Risiken an ihren internationalen Expansionsplänen festhalten. Zentralasien und die Türkei bleiben zentrale Zielmärkte, wobei Kasachstan innerhalb der zentralasiatischen Region weiter an Bedeutung gewinnt.
Der DEWib, ein in Hamburg ansässiger gemeinnütziger Verband, vertritt die Interessen mittelständischer, familiengeführter Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen insbesondere nach Zentralasien und in die Türkei.
























