Astana. An der Astana IT University gewinnt die deutsche Sprache zunehmend an Bedeutung. Neben Englisch können Studierende eine zweite Fremdsprache wählen – Deutsch, Koreanisch oder Chinesisch. Besonders unter Erstsemestern wächst das Interesse an Deutsch, da die Sprache nicht nur kommunikative Fähigkeiten stärkt, sondern auch neue kulturelle Horizonte eröffnet. In einer Zeit globaler Vernetzung sehen viele junge Menschen in Deutsch eine zusätzliche Chance für ihre akademische und berufliche Zukunft.
Die internationale Ausrichtung der Universität spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Astana IT University verbindet technologische Ausbildung mit sprachlicher und kultureller Offenheit. Fremdsprachen gelten hier nicht nur als Zusatzqualifikation, sondern als wichtiger Bestandteil moderner Hochschulbildung. Gerade Studierende technischer Fachrichtungen erkennen zunehmend, dass gute Sprachkenntnisse ihre Möglichkeiten auf dem internationalen Arbeitsmarkt erweitern und den Zugang zu wissenschaftlichen Quellen sowie internationalen Projekten erleichtern.
Auch kulturelle Inhalte werden vermittelt
Der Deutschunterricht ist deshalb fest in die internationale Bildungsstrategie der Universität eingebunden. Ziel des Programms ist es, grundlegende Sprachkompetenzen zu vermitteln und zugleich interkulturelles Verständnis zu fördern. Das Lehrprogramm umfasst zwei Trimester mit jeweils fünf Wochenstunden. Neben Grammatik und Wortschatz werden auch kulturelle Themen behandelt, darunter deutsche Feiertage, Traditionen und Besonderheiten des Alltagslebens. Moderne didaktische Methoden fördern dabei die aktive Kommunikation und motivieren die Studierenden, die Sprache praktisch anzuwenden.
Eine wichtige Rolle spielt der Deutsche Gesprächsklub, an dem Studierende des ersten Studienjahres aktiv teilnehmen. Im Mittelpunkt stehen kommunikative Methoden, die den Studierenden helfen, ihre Sprachkenntnisse in realitätsnahen Situationen anzuwenden.
Im Rahmen interaktiver Veranstaltungen nach der Methode „Stationenlernen“ trainieren die Teilnehmenden ihre Sprachfertigkeiten in verschiedenen Rollenspielen zu Alltagsthemen wie „Bekanntschaft“, „Essen und Trinken“, „Familie“ oder „Zahlen“. Die Arbeit erfolgt in Gruppen und stärkt die Kompetenzen im Lesen, Schreiben, Hören und Sprechen. Gleichzeitig erweitern die Studierenden ihren Wortschatz und gewinnen mehr Sicherheit im sprachlichen Ausdruck.
Ein besonderer Höhepunkt des Gesprächsklubs war die Begegnung mit der deutschen Botschafterin Monika Iwersen. In ihrem deutschsprachigen Vortrag sprach sie über die digitale Entwicklung in Deutschland sowie über Bildungs- und Zukunftsperspektiven für Studierende technischer Fachrichtungen. Die Teilnehmenden beteiligten sich aktiv an der Diskussion, stellten Fragen auf Deutsch und Englisch und erhielten praxisnahe Antworten mit anschaulichen Beispielen. Solche Begegnungen stärken das Interesse an der deutschen Sprache und motivieren die Studierenden, sich intensiver mit der deutschen Kultur auseinanderzusetzen.
Ein weiteres Beispiel für die praxisorientierte Arbeit im Deutschunterricht ist das Projekt „Weihnachten in Deutschland“, das von der assoziierten Professorin Zhanna Ospanova und der Dozentin Sagyngul Shakenova organisiert wurde. Im Rahmen des Projekts erarbeiteten Studierende Videopräsentationen, nahmen an Quizformaten teil und beteiligten sich an interaktiven Lernspielen. Ein kreativer Workshop zur Herstellung eines „Weihnachtssterns“ sowie das gemeinsame Singen deutscher Weihnachtslieder schufen eine authentische Lernatmosphäre und vermittelten Einblicke in deutsche Traditionen.
Auch im Rahmen der „Dekade der Sprachen“ wurde Deutsch aktiv vermittelt. Die interaktive Veranstaltung „Lernstationen“, organisiert vom German Speaking Club unter der Leitung der assoziierten Professorinnen Zhanna T. Ospanova und S. A. Shunkeeva, bot den Studierenden die Möglichkeit, ihre mündlichen Sprachfertigkeiten weiterzuentwickeln. In Rollenspielen zu Alltagsthemen erweiterten die Teilnehmenden ihren Wortschatz und stärkten ihre Sprachkompetenz in verschiedenen Bereichen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt außerdem auf der akademischen Mobilität. Studierende der Astana IT University nehmen regelmäßig an Austauschprogrammen teil – sowohl in Deutschland als auch an Universitäten weltweit. Diese Aufenthalte leisten einen wichtigen Beitrag zur fachlichen Qualifikation und persönlichen Entwicklung.
Breites Spektrum an Studiengängen
So verbrachten in diesem Jahr vier Studierende ein Semester an der Hochschule Schmalkalden in Thüringen. Neben dem Studium sammelten sie praktische Alltagserfahrungen in Deutschland. Begriffe wie „Pfand“ oder „Anmeldung“ wurden zu konkreten Herausforderungen, die sie erfolgreich bewältigten. Mit erweiterten Sprachkenntnissen und vielfältigen Eindrücken kehrten sie nach Astana zurück.
Die Astana IT University bietet ein breites Spektrum an Studiengängen, das aktuelle technologische und gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegelt. Dazu gehören unter anderem Big-Data-Analyse, Cybersicherheit, digitale öffentliche Verwaltung, Elektrotechnik, Informatik, industrielle IoT-Systeme, KI-Business, Medientechnologien sowie Mathematik und Softwareentwicklung.
Gerade in diesen Fachrichtungen gewinnt die Beherrschung einer zweiten Fremdsprache wie Deutsch zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglicht den Zugang zu internationalen Fachquellen, erleichtert die Teilnahme an Austauschprogrammen und verbessert die Chancen auf dem globalen Arbeitsmarkt. Viele internationale Unternehmen erwarten heute von jungen Fachkräften nicht nur technisches Wissen, sondern auch kommunikative und interkulturelle Kompetenzen.
Das Deutschprogramm stößt auf positive Resonanz. Immer mehr Studierende erkennen die Relevanz von Fremdsprachen für ihre berufliche Zukunft. Die Verbindung von qualifiziertem Unterricht, kulturellen Projekten und internationalen Austauschmöglichkeiten macht den Deutschunterricht an der Astana IT University zu einem wichtigen Bestandteil der internationalen Bildungslandschaft Kasachstans.
Die Entwicklung des Deutschunterrichts an der Universität zeigt deutlich, dass Mehrsprachigkeit heute als wichtiger Bestandteil moderner Hochschulbildung verstanden wird. Für viele Studierende ist Deutsch längst nicht mehr nur ein zusätzliches Unterrichtsfach, sondern ein Instrument für internationale Kommunikation, akademische Mobilität und persönliche Entwicklung.
























