Die Baptisten-Gemeinde Duisburg-Mitte gehört seit Jahrzehnten zum festen Bestandteil der örtlichen Zivilgesellschaft. Mit ihrem Pastor Viktor Petkau, der selbst auf eine bewegte Lebensgeschichte zurückblickt, stellt sich die Gemeinde den Herausforderungen der Gegenwart und blickt zugleich zuversichtlich in die Zukunft.
Eine evangelische Freikirche mit besonderem Profil
Die Baptisten sind Mitglieder einer evangelischen Konfessionsfamilie, zu deren besonderen Merkmalen die ausschließliche Praxis der Gläubigentaufe genauso gehört wie die Betonung der Ortsgemeinde, die selbst für ihr Leben und ihre Lehre verantwortlich ist, was üblicherweise mit dem Begriff Kongregationalismus beschrieben wird.
Die deutschen Baptistengemeinden gehen auf das Wirken Johann Gerhard Onckens zurück. Er brachte den baptistischen Glauben im 19. Jahrhundert nach Deutschland, wenngleich das für diese Glaubensrichtung in gewisser Weise eine Rückkehr war. Die Gemeinden sind heute im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden organisiert.
Auch in der Ruhrgebietsstadt Duisburg gibt es bekanntlich eine Baptisten-Gemeinde: Die Gemeinde Duisburg-Mitte ist seit Jahrzehnten ein prominentes Mitglied der örtlichen Zivilgesellschaft. Einschließlich der spanischen Gemeinde gehören insgesamt 170 Personen der Gemeinde an; Viktor Petkau heißt ihr Gemeindepastor.
Lange Zeit war das Gemeindezentrum auf der Juliusstraße in Hochfeld untergebracht, aber dann mussten die Räumlichkeiten dort notgedrungen abgegeben werden. Seit Anfang 2026 ist die Gemeinde in den Räumlichkeiten des CVJM in der Duisburger Innenstadt untergekommen und kann dort ihre sonntäglichen Gottesdienste feiern.
Neben der Gemeindearbeit und der Seelsorge bezeichnet Petkau auch die Vernetzung unter den Freikirchen als sein Haupttätigkeitsfeld in der Gemeinde.
Viktor Petkau: Ein Lebensweg zwischen Kasachstan und Deutschland
An dieser Stelle seien ein paar Worte über diesen sympathischen Mann erlaubt. 1966 in Kasachstan geboren, kam er 1971 mit seinen Eltern nach Estland, von wo die Familie im Jahre 1975 dann nach Deutschland auswanderte. Aufgewachsen ist er in Espelkam. In seiner Eigenwahrnehmung bezeichnet er sich als Russlanddeutschen, der in Kasachstan geboren wurde. Seine Frau Larissa ist eine deutschstämmige Dame aus Kirgisistan.
Der gelernte Einzelhandelskaufmann ist – kirchlich gesehen – in mennonitischen Brüdergemeinden sozialisiert worden. In Espelkamp gab es nach Petkaus Worten mehrere solcher Brüdergemeinden: die Jungschar und die Jugendarbeit sowie der Predigtdienst waren dort die Stationen des jungen Mannes. Die Brüdergemeinden gelten als sehr konservative Richtung des Mennonitentums.
Doch dann kam der Einschnitt, als Petkau sich fragte, ob er nicht studieren solle. Doch wo? Schließlich haben weder Mennoniten noch Baptisten eigene Hochschuleinrichtungen, wo man sich als junger Mensch einschreiben kann.
Petkaus Wahl fiel schliesslich auf das Neue Leben (e.V.). Dabei handelt es sich um ein überkonfessionelles Missions- und Bildungswerk mit Sitz in Wölmersen im Westerwald, das 1954 von dem Evangelisten Anton Schulte gegründet wurde. Das Werk arbeitet auf der Basis der Deutschen Evangelischen Allianz. Erfolgreich abgeschlossen hat Petkau seine Studien in einem Predigerseminar in Hamburg; und heute ist Duisburg bereits seine 3. Pfarrstelle, die er im Jahre 2022 angetreten hat.
Petkau hinterlässt den Eindruck, dass er mit seiner Berufswahl zufrieden ist. Sein Amtsvorgänger Walter Brinkmann und viele andere baptistische Heroen der Vor-Corona-Zeit mögen inzwischen aus dem aktiven Gemeindeleben ausgeschieden sein; dennoch macht die Gemeinde Duisburg-Mitte aber – auch Dank Petkau – den Eindruck, sie sei gefestigt genug, um die Stürme der Zukunft zu meistern.























