Nach dem Karriereende von Regina Halmich gehörte Ina Menzer zu den Hoffnungsträgerinnen des deutschen Frauen-Boxsportes. 2005-2010 war sie Weltmeisterin im Federgewicht der WIBF, WBC und WBO: Von 31 Profikämpfen hat sie nur einen verloren und damit alle drei Titel auf einen Schlag.

Ina Menzer wurde 1980 in Atbassar/Kasachstan geboren – ihre Vorfahren waren Wolgadeutsche, die zu Zeiten von Katharina II. ins Wolgaland ausgewandert sind, bevor sie zu Beginn des II. Weltkriegs 1941 nach Kasachstan deportiert wurden. Die Geschichte ihrer Familie interessiere sie sehr, meint Menzer. Eigentlich heiße sie Ina Mainzer, da einer ihrer Urgroßväter aus Mainz stammte, während die Linie mütterlicherseits aus Weimar kam. „Doch mit dem „ai“ kam wohl kein Beamter klar, deswegen wurde daraus ein e“, sagt die Boxerin. 1990 kam die Familie Menzer nach Deutschland, wo sie die ersten zwei Jahre in Neuss wohnte. Dort besuchte Ina mit ihren Brüdern die Grundschule, 1992 zog die Familie nach Mönchengladbach. Hier absolvierte Menzer die Mittlere Reife mit Qualifikation.

Box-Schönheit Ina Menzer wanderte 1990 mit ihren Eltern von Kasachstan nach Deutschland aus. | Bild: Redaktion Volk auf dem Weg

Mit 14 Jahren begeisterte sich Ina für Kampfsportarten wie Kung Fu. 1996 wechselte sie zum Boxen. Im Mönchengladbacher Box-Verein „Faustkämpfer Mönchengladbach 1925 e.V.“ begann ihre Boxkarriere. Als Amateurboxerin wurde sie zweimal Niederrheinmeisterin, einmal westdeutsche Meisterin, internationale deutsche Meisterin 2001 und deutsche Meisterin 2003. Die Stadt hat die Sportlerin auch in den Jahren ihrer Profikarriere nicht vergessen. 2005, 2006 und 2007 wurde Menzer zur Sportlerin des Jahres der Stadt Mönchengladbach gewählt. Das ist Rekord, danach wurde diese Auszeichnung nicht mehr verliehen. Am 22. Dezember 2005 trug sich Ina in das Goldene Buch der Stadt Mönchengladbach ein.

Seit 2004 ist Menzer im Profiboxen, trainiert bei Michael Timm und startet für Universum Box Hamburg, wo sie unter Vertrag steht. Für den Umzug nach Hamburg 2006 unterbrach sie ihre vorherige Ausbildung als kaufmännische Fremdsprachenassistentin. Aber ihr Betriebswirtschaftsstudium und das Diplom bleibt weiterhin ihr Ziel. Ihr Mann Denis Moos, ebenfalls in Kasachstan geboren, ist Diplom-Ingenieur (Maschinenbau). Beide wohnen zurzeit in Hamburg.

2005 gewann Menzer den Weltmeistertitel des Internationalen Frauenboxverbands (WIBF) im Federgewicht (bis 57 kg) und verteidigte ihn danach mehrfach. Bis zum 03. Juli 2010 war sie Weltmeisterin im Federgewicht der WIBF, des World Boxing Council (WBC) und der World Boxing Organisation (WBO). Für das Jahr 2009 wurde sie zudem von der World Boxing Council zur Boxerin des Jahres gewählt. Zusammen mit Regina Halmich und anderen Boxern warb Ina Menzer bei verschiedenen Jugendveranstaltungen für die Aktion „Kraft gegen Gewalt“. 2007 gründete sie ein Camp, um Kinder und Jugendliche für den Boxsport zu begeistern.

Im Juli 2010 verlor Menzer alle drei WM-Titel an Jeannine Garside aus Kanada, die trotz eines guten Kampfes von Ina Menzer den Sieg davontrug. Nach 27 Monaten ohne Titel war Ina Menzer ab dem 12. Oktober 2012 Europameisterin im Federgewicht der WBO (World Boxing Organization). Zum Abschluss ihrer Karriere, die sie schon früher ankündigte, hat sich Ina Menzer erneut zur Weltmeisterin gekrönt. Im Hockeypark ihrer Heimatstadt Mönchengladbach besiegte die 32-Jährige am 24. August 2013 in einem WM-Kampf die Litauerin Goda Dailydaite einstimmig nach Punkten und gewann die Federgewichts-Titel der WIBA, der WBF und des Superchampionats der WIBF.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Zeitschrift der Landsmannschaft der Russlanddeutschen Volk auf dem Weg. Wir veröffentlichen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

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