Ein Thema für die deutschen Zeitungskommentatoren ist die Präsentation der Spieler-Auswahl für die Fußball-Weltmeisterschaft durch Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Für Überraschung sorgte die Aufnahme des Dortmunders David Odonkor in den Kader.

RHEIN-NECKAR-ZEITUNG (Heidelberg):

„Odo … wer? Oder was? Jürgen Klinsmann verblüfft abermals mit seiner Personalpolitik. Erst hatte er die gesamte Nationalmannschaftsführung vom Manager bis zum Torwarttrainer ausgetauscht, nun der Paukenschlag bei der Bekanntgabe des WM-Kaders. Ein Debütanten-Ball auf großer Bühne erstaunt das Publikum: Odonkor hat noch kein einziges Länderspiel bestritten. Der Bundestrainer handelt wie ein Generalmusikdirektor, der kurz vor der Premiere das halbe Orchester umbesetzt.“

LÜBECKER NACHRICHTEN:

„Klinsmann topp, Klinsmann flopp. Das sind grob skizziert die Extreme, zwischen denen sich die Pendel der deutschen Gemütslage knapp vier Wochen vor dem ersten WM-Spiel bewegen. Und der Bundestrainer scheint bemüht, beide Lager zu bedienen. Er bleibt sich treu, scheut kein Risiko und zieht immer noch irgendeine Überraschung aus dem Ärmel, man weiß nur nie, ob es ein As ist oder eine Niete. Mit der Nominierung eines Grünschnabels wie David Odonkor hat er Kritiker wie Weggefährten gleichermaßen überrumpelt.“

VOLKSSTIMME (Magdeburg):

„Jürgen Klinsmann war schon immer für Überraschungen gut. Da taucht plötzlich der Dortmunder Odonkor auf. Klinsmann bezeichnet den 22-Jährigen als Riesentalent mit Schnelligkeit und Übersicht. Aber warum hat er ihn vorher nicht wenigstens einmal getestet? Auch der Wolfsburger Hanke ist dabei, der eine höchst durchwachsene Saison gespielt und zudem eine Sperre von zwei WM-Spielen abzubrummen hat. Dafür fehlen Kuranyi und Ernst. All diese Personalentscheidungen sind nur schwer nachvollziehbar.“

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