Seit 1993 verbindet ein Schüleraustausch das Ernst-Abbe-Gymnasium in Oberkochen mit dem Gymnasium Nr. 18 in Almaty. Rund 450 Jugendliche haben seitdem teilgenommen – und für viele bleibt der Kontakt bis heute bestehen.

Das Austauschprogramm findet seit Jahr 1993 statt und ist schon 30 Jahre alt, ohne Berücksichtigung der Pandemie-Jahre. Zwischen dem Ernst-Abbe-Gymnasium in der Kleinstadt Oberkochen, Deutschland und dem Gymnasium Nr. 18 in Almaty, der sogenannten südlichen Hauptstadt Kasachstans.

Die Zwecke des Programms sind das Kennerlernen des Lernprozesses und der Kultur, die Herstellung neuer Kontakte und beide Gymnasien meistern diese Aufgaben. Jährlich nehmen am Austauschprogramm circa 30 Schülerinnen und Schüler teil, das heißt, dass seit dem Start des Programms ungefähr 450 Schülerinnen und Schüler daran teilgenommen haben.

Für beiden Gymnasien ist das Austauschprogramm das Symbol der mehrjährigen Partnerschaft und Freundschaft, dank des Programms konnte eine große Anzahl von Menschen aus völlig unterschiedlichen Ländern die Besonderheiten der Kultur, Mentalität und des Lebensstils voneinander kennenlernen, einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer stehen bis heute in Kontakt.

Was mich betrifft, so hat die Teilnahme am Austausch bei mir ein unbeschreibliches Gefühl ausgelöst, da meine Mutter und meine Oma daran auch teilgenommen haben. Wenn ich jedoch die Möglichkeit hätte, ein zweites Mal an dem Austausch teilzunehmen, würde ich es nicht tun. Einerseits verbessert man die Umgangssprache, erweitert den Horizont und knüpft neue Kontakte. Andererseits ist es aber eine große Verantwortung: es ist wichtig, dass die Partner sich in einem fremden Land nicht verlieren, und das ist schwieriger, wenn man selbst Gastgeber ist.

Oberkochen: Deutschland aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler aus Almaty

2025 reiste eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Nr. 18 aus Almaty nach Oberkochen. Zwei Wochen lang lebten die Jugendlichen in Gastfamilien und teilten den Alltag mit ihren deutschen Austauschpartnern. Dadurch bekamen sie einen unmittelbaren Einblick in das Familienleben, den Schulalltag und die deutsche Lebensweise. Eine besondere Rolle spielte der Besuch des Ernst-Abbe-Gymnasiums.

Die kasachischen Schülerinnen und Schüler nahmen am Unterricht teil und konnten Unterschiede zu ihrem eigenen Schulalltag feststellen. Gleichzeitig wurde Deutsch zu einem festen Bestandteil des Alltags. Gespräche mit den Gastfamilien und Austauschpartnern boten zahlreiche Möglichkeiten, die Sprache außerhalb des Klassenzimmers anzuwenden.

Auch außerhalb der Schule gab es viel zu entdecken. Auf dem Programm standen Ausflüge, Museumsbesuche und Besichtigungen von Unternehmen. Die Jugendlichen lernten dabei unterschiedliche Bereiche des Lebens in Deutschland kennen – von Geschichte und Kultur bis hin zur Arbeitswelt. Besonders in Erinnerung blieb jedoch die gemeinsame Zeit mit den Austauschpartnern.

Almaty: Deutschland lernt Kasachstan kennen

2026 folgte der Gegenbesuch: Die Schülerinnen und Schüler aus Oberkochen kamen nach Almaty und lebten ebenfalls in Gastfamilien. Sie besuchten das Gymnasium Nr. 18 und verbrachten ihre Zeit gemeinsam mit ihren kasachischen Austauschpartnern.

Auch für die deutschen Jugendlichen ging es darum, den Alltag eines anderen Landes unmittelbar zu erleben. Neben dem Schulbesuch lernten sie Almaty und seine Umgebung kennen, nahmen an gemeinsamen Aktivitäten teil und unternahmen Ausflüge in die Berge. So konnten sie Kasachstan nicht nur als Besucher, sondern auch durch den Alltag mit ihren Gastfamilien und Freunden kennenlernen.

Was bleibt?

Der Austausch findet damit nicht nur zwischen zwei Schulen, sondern zwischen Menschen statt. Die Teilnehmer erleben für einige Wochen den Alltag ihrer Austauschpartner, lernen eine andere Kultur aus unmittelbarer Nähe kennen und nutzen die jeweils andere Sprache in realen Situationen.

Wenn die Gäste wieder nach Hause fahren, endet zwar der gemeinsame Alltag, aber nicht unbedingt der Kontakt. Freundschaften und neue Kontakte können über den eigentlichen Austausch hinaus bestehen bleiben. So wird die langjährige Schulpartnerschaft auch von der heutigen Generation weitergeführt.

Daniel Bekmetov und Aidana Rakhimbekova

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