Überraschend hat Mitte Juli die Nationalbank den Diskontsatz um 50 Basispunkte von 7,5 auf acht Prozent erhöht. Damit sollen Kredite verteuert werden, die ja der Hauptfaktor für die Ausweitung der Geldmenge sind. Denn Geld ist in Kasachstan derzeit eindeutig zuviel im Umlauf.

Überraschend hat Mitte Juli die Nationalbank den Diskontsatz um 50 Basispunkte von 7,5 auf acht Prozent erhöht. Damit sollen Kredite verteuert werden, die ja der Hauptfaktor für die Ausweitung der Geldmenge sind. Denn Geld ist in Kasachstan derzeit eindeutig zuviel im Umlauf.

Das Gespenst Inflation ist wieder erwacht und zeigte sich mit fast acht Prozent Preisauftrieb im Juni ziemlich munter. Experten in Kasachstan streiten nun über die Folgen der Zinserhöhung. Manche meinen, sie wirkte sich negativ auf die Erneuerung des stark veralteten Kapitalstockes aus. Andere betonen, die Nationalbank betreibe praktisch gar keine Geschäfte mit Geschäftsbanken, bei denen der Diskontsatz eine Rolle spielen würde. Beides ist richtig, und auch andere Argumente könnten gelten. Dennoch ist die Entscheidung der Nationalbank richtig. Schließlich ist eine hohe Inflationsrate Gift für alle Teilnehmer am Wirtschaftsleben.

Auch in hochentwickelten Ländern wird nur ein geringer Teil der Geldmenge noch mit dem Diskontsatz gesteuert. Er ist heute eher ein psychologisches Instrument. Die hiesige Nationalbank signalisiert mit ihm, dass man aktiv die Inflation bekämpfen werde. Es ist ein deutliches Signal. Wirkungen aber müssen aber mit einer Reihe weiterer Instrumente erreicht werden. Das Ergebnis wird frühestens Anfang nächsten Jahres zu besichtigen sein.

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