Als am 6. Juni Alexander Gerst von Baikonur aus in den Weltraum startete, war auch ein Dinosaurier der bemannten Raumfahrt zugegen: Sigmund Jähn. Vor 40 Jahren war der gebürtige Sachse der erste Deutsche im All – und startete seine Reise ebenfalls in Baikonur.

Geboren wurde Jähn 1937 in Morgenröthe-Rautenkranz, das später auf dem Gebiet der DDR lag. Nach einer Ausbildung zum Buchdrucker, begann er 1955 seinen Wehrdienst beim Vorläufer der Luftstreitkräfte der DDR. Nach der Beendigung seiner Grundausbildung wurde er zum Militärpiloten ausgebildet.

Ab 1961 war Jähn für die Politarbeit sowie ab 1963 für den Bereich Lufttaktik/Luftschießen einer Geschwaderstaffel zuständig. Ab 1965 studierte er in Moskau Militärwissenschaften. 1976 begann Jähn mit der Kosmonautenausbildung. Zwei Jahre später, am 26. August 1978, flog er dann mit seinem Kollegen Waleri Bykowski im Raumschiff Sojus 31von Baikonur aus zur sowjetischen Raumstation Saljut 6. Sieben Tage, 20 Stunden und 49 Minuten verbrachte der Deutsche im All und umkreiste in dieser Zeit 125 Mal die Erde. Währenddessen führte er etliche wissenschaftliche Experimente durch, zum Beispiel zu Kristallisation oder den Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf das Sprech– und Hörvermögen der Kosmonauten.

Dieser Raumflug sollte für Jähn der einzige bleiben. Aufgrund einer unerwartet harten Landung der Kapsel trug er Wirbelsäulenschäden davon. Trotzdem wurde er zu DDR-Zeiten als Held verehrt. Nach der Wiedervereinigung wurde in seiner Heimatstadt die „Deutsche Raumfahrtausstellung“ eingerichtet. Für Schulklassen aus der Region gehört ein Besuch in Morgenröthe-Rautenkranz praktisch zum Pflichtprogramm.

Der heute 81-Jährige Sigmund Jähn lebt mit seiner Familie in der Nähe von Berlin.

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