Kasachstan hat seinen Vorsitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen nach einem Monat am 1. Februar an Kuwait abgeben. Im Fokus des kasachischen Vorsitzes standen die Situation in Afghanistan und die Stärkung der regionalen Zusammenarbeit. Mitte Januar reiste Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew persönlich nach New York, um vor dem Gremium zu sprechen.

Kasachstan ist das erste zentralasiatische Land, das einen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen innehat. In den Jahren 2017 und 2018 sitzt Kasachstan in dem wichtigen Gremium und übernahm zu Jahresbeginn einen Monat lang den Vorsitz. Für Kasachstan war es eine wichtige Gelegenheit, sich auf der Weltbühne zu präsentieren und positionieren.

Am 6. Februar fand deshalb eine Diskussionsrunde an der Kasachischen Nationalen Universität Al-Farabi in Almaty statt, in der eine Bilanz des Vorsitzes gezogen wurde. Die Konferenz, an der neben Wissenschaftlern und Akademikern auch hochrangige diplomatische Vertreter teilnahmen, wurde vom kasachischen Außenministerium und dem Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Vereinten Nationen in Kasachstan organisiert.

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Viel geleistet

Experten diskutieren über die Ergebnisse des kasachischen Vorsitzes im Sicherheitsrat.
Experten diskutieren über die Ergebnisse des kasachischen Vorsitzes im Sicherheitsrat. | Bild: KazNU Al-Farabi

Alle Teilnehmer waren sich darin einig, dass Kasachstan seine konstruktive Rolle bewiesen und sich internationalen Herausforderungen gestellt hat. Die Prioritäten des kasachischen Vorsitzes wurden von Präsident Nursultan Nasarbajew in seiner Rede „Kasachstans Konzept zur Erhaltung einer nachhaltigen globalen Partnerschaft für eine sichere, gerechte und prosperierende Welt“, die er am 18. Januar vor dem Gremium in New York hielt, dargelegt.
Über 30 Konsultationen, Briefings und Debatten fanden im Januar statt.

Das wichtigste Event war die offene Debatte im Sicherheitsrat zur Verhinderung der weiteren Verbreitung von Massenvernichtungswaffen unter dem Vorsitz von Nasarbajew selbst. Das Treffen habe gezeigt, wie wichtig vertrauensbildende Maßnahmen und die Stärkung der Diplomatie seien, um kritische Themen auf der Welt zu lösen. Nasarbajews Statement (S/PRST/2018/1) wurde am Ende vom Sicherheitsrat als umfangreiche Strategie zur Vermeidung von Konflikten angenommen.

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Kasachstan ist ein wichtiger Partner

Der chinesische Generalkonsul in Kasachstan, Zhang Wei, betonte, dass Kasachstan ein wichtiger Partner Chinas sei, den man aktiv unterstütze. Kasachstan habe viele wichtige Themen auf die Agenda gesetzt, wie die Situation in Afghanistan, Nordkorea und Terrorismusbekämpfung, so Wei. Dem schloss sich auch der russische Diplomat Ilja Samonin an. Er sagte, dass eine regionale Zusammenarbeit und der Ausbau der Infrastruktur wichtig seien, um die Probleme in Afghanistan zu lösen. Insgesamt waren Vertreter drei der fünf ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat bei der Diskussion an der Al-Farabi anwesend: China, Russland und die USA.

Besuch einer Delegation des Sicherheitsrates in Afghanistan.
Besuch einer Delegation des Sicherheitsrates in Afghanistan. | Bild: Außenministerium Kasachstan

Die Kulturattachée des US-amerikanischen Generalkonsulats in Almaty, Carly van Orman, meinte, dass Kasachstan immer wichtiger für die USA werde, wie man auch an dem Treffen mit Präsident Donald Trump gesehen habe. Der erste Sekretär des Generalkonsulats von Afghanistan dankte Kasachstan für die Unterstützung. Afghanistan sei ein armes Land, das vom Krieg gebeutelt sei. Die regionale Zusammenarbeit mit Kasachstan sei daher besonders wichtig.

Kasachstan unterstütze das Land wirtschaftlich und bilde junge Afghanen aus. „Über 1.000 Studenten studieren an kasachischen Hochschulen“, sagte Yar Hussain Schugni. Zudem liefere Kasachstan Strom und unterstütze den Handels– und Transportsektor.

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Mehr regionale Zusammenarbeit

Bulat Sultanow, Direktor des Forschungsinstituts für Internationale und Regionale Kooperation der Deutsch-Kasachischen Universität, betonte ebenfalls wie wichtig die Zusammenarbeit unter den zentralasiatischen Staaten sei. Kasachstan gehe hier mit großen Schritten voran. Sultanow hofft auf weitere Veränderungen in Usbekistan, um die Zusammenarbeit in Zukunft zu intensivieren.

Regionale Zusammenarbeit war auch das Credo des kasachischen Vorsitzes. Am 19. Januar fand eine Ministerdebatte im Sicherheitsrat statt, bei der es um die Partnerschaft zwischen Zentralasien und Afghanistan ging. Zahlreiche Außenminister der Region, aus Europa und den USA nahmen daran teil. Der VN-Generalsekretär António Guterres hielt eine Grundsatzrede. Eine Delegation des Sicherheitsrates besuchte Mitte Januar zudem die afghanische Hauptstadt Kabul. Es war der erste Besuch des Sicherheitsrats in Afghanistan. Am 1. Februar hat das Land den Vorsitz turnusgemäß an Kuwait übergeben.

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