Zum Auftakt seines offiziellen Deutschlandbesuchs hat sich der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew in Berlin mit Vertretern deutscher Wirtschaftsverbände und Finanzinstitute getroffen. Im Mittelpunkt standen mögliche Investitionen und gemeinsame Projekte in den Bereichen Rohstoffe, Energie, Digitalisierung und Infrastruktur.
Tokajew bezeichnete Deutschland als einen der wichtigsten europäischen Partner Kasachstans. Die bestehende Zusammenarbeit habe weiteres Entwicklungspotenzial. Kasachstan wolle seine wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland und zur Europäischen Union ausbauen und sich als verlässlicher Partner in Zentralasien und im eurasischen Raum positionieren.
Der Präsident verwies auf die jüngste Anhebung des kasachischen Länderratings durch die Kredit-Ratingagentur S&P auf BBB mit stabilem Ausblick sowie auf die Bestätigung dieser Bewertung durch Fitch. Zudem habe Kasachstan in den vergangenen zehn Jahren seine digitale und finanzielle Infrastruktur ausgebaut.
Entwicklungsinstitutionen hätten im vergangenen Jahr insgesamt 20 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung der Wirtschaft bereitgestellt. Die Entwicklungsbank Kasachstans habe mit Unterstützung deutscher Institute mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar für Projekte in Industrie, Energie und Verkehrsinfrastruktur mobilisiert.
Eine kasachisch-deutsche Investitions- und Finanzplattform
Tokajew schlug die Einrichtung einer kasachisch-deutschen Investitions- und Finanzplattform vor. Sie solle deutsches und europäisches Kapital mit kasachischer Kofinanzierung, Garantien und Instrumenten zur Risikoteilung verbinden. Die Holding Baiterek könnte dabei Projekte strukturieren. Als mögliche Partner nannte er unter anderem Exportkredit- und Investitionsversicherungsinstitute sowie Euler Hermes.
Weitere Themen waren kritische Rohstoffe und die Zusammenarbeit mit der Deutschen Rohstoffagentur. Kasachstan wolle Projekte fördern, die für UFK-Garantien infrage kommen und zur Rohstoffversorgung der deutschen Industrie beitragen. Auch bei der Modernisierung von Energie und Industrie, beim Ausbau erneuerbarer Energien sowie bei grünem Wasserstoff sieht Tokajew Kooperationsmöglichkeiten. Dabei könnten unter anderem die Europäische Investitionsbank und die Entwicklungsbank Kasachstans zusammenarbeiten.
Im Bereich Digitalisierung warb der Präsident für eine Partnerschaft zu digitalen Innovationen und künstlicher Intelligenz. Deutsche Unternehmen könnten sich nach seinen Worten bei Rechenzentren, Energieeffizienz, Cloud-Infrastruktur und Cybersicherheit engagieren. Auch Fintech biete Potenzial: Zahlungslösungen und Tokenisierungstechnologien aus Kasachstan könnten auf weitere Märkte der Region ausgeweitet werden.
Tokajew stellte außerdem das geplante Alatau City als mögliches gemeinsames Projekt vor. Die Stadt solle als digital konzipiertes Zentrum Talente, Technologie und Unternehmen anziehen und deutschen Finanzinstituten den Zugang zu Investitionsmöglichkeiten in Kasachstan erleichtern.
An dem Treffen nahmen unter anderem Vertreter des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, der Deutschen Industrie- und Handelskammer, des Bundesverbands der Deutschen Industrie, der KfW, der Deutschen Bank, von Euler Hermes und der AKA Ausfuhrkredit-Gesellschaft teil.
























