Zu einem Orgelkonzert lud das deutsche Generalkonsulat zusammen mit der Deutsch-Kasachischen Gesellschaft e.V. Anfang Dezember in Almaty ein. Musiker Gabit Nesipbajew und Christoph Krummacher präsentierten deutsche Barockmusik auf einem Instrument, das in Kasachstan noch keine lange Geschichte hat. Das Konzert zählte zu den Abschlussveranstaltungen des Jahres „Deutschland in Kasachstan“ 2010.

/Bild: Christine Karmann. ‚Orgelspieler Gabit Nesipbajew und Christoph Krummacher brachten das Publikum zum Träumen. ‚/

Es scheint so, als würde das Symbol des Jahres „Deutschland in Kasachstan“ 2010, auf dem Programmheft des Orgelkonzertes Anfang Dezember in Almaty verschwimmen. Die aus der deutschen und kasachischen Fahne aufgebaute Jurte ist jedoch nicht unscharf gedruckt. Wenn man genauer hinschaut, sieht man, wie ganz viele kleine Mosaiksteine das Zeltdach ausfüllen. Ausdruck einer abwechslungsreichen Veranstaltungsreihe, die wie es Generalkonsul Gerold Amelung in seinem Grußwort sagt „in dieser Breite und Intensität in deutsch-kasachischen Beziehungen noch nie gegeben hat.“ Zum Abschluss des Jahres „Deutschland in Kasachstan“ 2010 zeigt sich „ein buntes Bild“, wie es die Leiterin des Goethe-Instituts in Kasachstan, Barbara Fraenkel-Thonet formuliert.

Generalkonsul Gerold Amelung bedankte sich bei allen Beteiligten des Jahres „Deutschland in Kasachstan“ 2010.

Auf einer Leinwand auf der Bühne des Kurmangasy-Konservatoriums in Almaty ziehen die Bilder der Highlights des Jahres vorüber: Die faltige Großmutter mit Kopftuch, die mit ihrem Enkelkind, die „United Buddy Bears“ in Astana begrüßt. Die Informationstafeln der Ausstellung „renewables – Made in Germany“, die auch in den Regionen Kasachstans Einsatzmöglichkeiten erneuerbarer Energien zeigen. Und die Punkrocker der Band „Die Toten Hosen“, wie sie über die Bühne in Almaty und Astana springen. Gleichzeitig spielen Gabit Nesipbajew und Christoph Krummacher Orgelmusik aus Deutschland.

Die Orgelmusik hat in Kasachstan noch keine lange Geschichte. Galina Nurtasinowa von der Deutsch-Kasachischen Gesellschaft e.V. kann sich noch genau an den Moment erinnern, als 1967 die erste Orgel in Almaty eingebaut wurde. Hergestellt von der deutschen Firma Alexander Schuke aus Potsdam. Die zweite Konzertorgel, diesmal von der deutschen Firma Hugo Meyer hergestellt, bekam die neue kasachische Hauptstadt Astana 2004 von Präsident Nasarbajew geschenkt.

Musik zum Träumen

Während die ersten kasachischen Orgelspieler wie Gabit Nesipbajew in Moskau ausgebildet wurden, hatte seine Studentin, die erste kasachische Orgelspielerin Saltanat Abilchanowa, dank der Unterstützung des Deutschen Akademischen Auslandsdienstes (DAAD) und der Deutsch-Kasachischen Gesellschaft e.V. die Möglichkeit, ihre Ausbildung bei Orgelspielern in Leipzig fortzusetzen, eine Stadt, in der Komponist Johann Sebastian Bach gearbeitet hatte. Auf den Orgelvirtuosen setzten sowohl Gabit Nesipbajew als auch Christoph Krummacher in Almaty. Beide Musiker spielen deutsche Orgelklassik von Böhm, Mendelssohn-Batholdy bis Buxtehude. Besonders mit dem Abschlussstück von Carl Reinecke bringt Christoph Krummacher das Publikum zum Träumen.

Der Deutsch-Kasachische Orgeldialog, zu dem neben zwei Konzerten in Almaty und Astana auch ein Auftritt Christoph Krummachers im Nachbarland Kirgisistan gehört, ist die vierte Veranstaltung der Deutsch-Kasachischen Gesellschaft e.V. im Rahmen des Jahres „Deutschland in Kasachstan“. Die 1997 in Bonn gegründete Nichtregierungsorganisation machte das einheimische Publikum bereits mit Islamfragen, der Geschichte der Berliner Physik und Traditionen der Königlichen Porzellanmanufaktur in Berlin bekannt. In ihrem Rückblick würdigte Barbara Fraenkel-Thonet auch den Beitrag der kasachischen Partner zum Gelingen des Jahres „Deutschland in Kasachstan“ und zog Bilanz, dass insbesondere in den Schwerpunktthemen Umwelt und Bildung inhaltliche Fortschritte erzielt worden seien, auf denen in den kommenden Jahren aufgebaut werden könne. Das Symbol des Kulturjahres wird wohl auch noch weiter in Mode sein. Die Jurten-Anstecker erfreuten sich in der Pause größter Beliebtheit.

Von Christine Karmann

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