Im Rahmen des bevorstehenden Regionalen Ökologischen Gipfels (RES 2026), der vom 22. April bis 24. April in Astana stattfinden wird, lud der Botschafter der Republik Kasachstan, S.E. Nurlan Onzhanov, zu einer Podiumsdiskussion am runden Tisch in die Botschaft von Kasachstan ein. Bei der Diskussion sollen das Thema der „Stärkung der globalen Wasserpolitik“ und die „Richtungen für eine multilaterale Zusammenarbeit“ behandelt werden.
Eingeladen waren u.a. Verena Hedtke, Leiterin des Referats 624 für Osteuropa, Zentral- und Ostasien, Erweiterung im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), Patricia Romanowsky vom Referat 112 für die Zusammenarbeit mit Staaten des Östlichen Europas (ohne EU), Südkaukasus und Zentralasien im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Vladimir Nikitenko, Regionaldirektor Zentralasien vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft als auch Experten aus der Wasserwirtschaft und Journalisten.
Nach Angaben des Ministeriums für Ökologie und natürliche Ressourcen der Republik Kasachstan werden rund 1.500 Teilnehmer an der Konferenz in Astana teilnehmen. Dazu gehören Regierungsstellen aus der zentralasiatischen Region, internationale Organisationen, Entwicklungsinstitutionen sowie Experten aus Unternehmen und der Zivilgesellschaft.
Das Ziel des Forums ist es, regionale Lösungen für die Klima- und Umweltherausforderungen in Partnerschaft mit den Vereinten Nationen anzugehen.
Die Initiative wurde von Präsident Kassym-Schomart Tokajew während der 78. Sitzung der UN-Generalversammlung im Jahr 2023 angekündigt. Sie wurde auf deren 80. Sitzung im Jahr 2025 bekräftigt.
Der Weg zur RES 2026
Die Vorbereitungen für den Gipfel waren geprägt durch eine Reihe von regionalen und internationalen Konsultationen im Jahr 2025. Diese fanden in Zentralasien und Europa statt sowie auf großen UN-Plattformen, einschließlich der COP30, der UN-Umweltversammlung (UNEA-7) und der UN-Generalversammlung. Diese Konsultationen führten zur Annahme eines aktualisierten Gipfelkonzepts. Außerdem führten sie zu einem Entwurf einer gemeinsamen Erklärung und zur Einleitung von mehr als 20 regionalen Initiativen.

RES 2026 wird von bedeutenden Partnern unterstützt. Darunter befindet sich die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die Internationale Energieagentur (IEA), die Internationale Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) und andere globale und regionale Institutionen.
Die UNO unterstützte die Initiative formell durch die Resolution 78/147 der UN-Generalversammlung am 19. Dezember 2023. Darin wird die Stärkung der regionalen Solidarität zur Bewältigung der Umweltherausforderungen Zentralasiens betont.
Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Kasachstan
Am runden Tisch in der Berliner Botschaft Kasachstans verwies der Botschafter auf die bisherigen Erfolge der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Kasachstan auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft. Es wurden wichtige Beschlüsse zur engeren Zusammenarbeit mit den Fachministerien Kasachstans unterzeichnet. Außerdem wurden mehrere Projekte der Wasserwirtschaft auf kommunaler Ebene mit der Beteiligung deutscher Wasserunternehmen auf den Weg gebracht.
Eine logische Fortsetzung der praktischen Zusammenarbeit waren die Vereinbarungen über die Schaffung eines kasachischen-deutschen Wasserinnovationszentrums auf der Grundlage des Informations- und Analysezentrums des Ministeriums für Wasserressourcen und Bewässerung der Republik Kasachstans. Dort soll eine engere Kooperation in der wissenschaftlichen Forschung, der Entwicklung und Ausbildung von Experten angesiedelt werden.
Deutschland ist der Wunschpartner Kasachstans bei der weiteren engen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft und Wasserforschung, da Deutschland auf diesem Gebiet weltweit führend ist. Um Projekte schneller voranzubringen, wünscht sich der Botschafter mehr Pragmatismus und weniger Bürokratie von der deutschen Seite. Die Dringlichkeit verdeutlichte er mit den Worten: „Wenn Deutschland nicht kommt, dann kommen andere“.
Der Botschafter verwies ebenfalls auf die zentrale Rolle einer globalen engen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft. Wasser spielt eine immer größere Rolle in der strategischen Ausrichtung der Wirtschaft und der Politik. So sprach er auch von der wachsenden Bedeutung des Wassermanagements und der Wasserdiplomatie. Das ist besonders wichtig, zumal die Wasserressourcen global begrenzt und stark fragmentiert sind.

Ziele und erwartete Ergebnisse
Das RES 2026 Forum in Astana werde darauf abzielen, umsetzbare Lösungen und Mechanismen zu entwickeln und fest zu vereinbaren. Diese sollen einen regionalen Ansatz zur Bewältigung von Klima- und Umweltherausforderungen widerspiegeln. Der Botschafter erinnerte auch an die Tragödie des Aralsees, die jetzt ein globales Symbol für die menschlich verursachte Umweltzerstörung sei. Außerdem erinnerte er an den anhaltenden Rückgang des Wasserspiegels im Kaspischen Meer.
Zu den wichtigsten Prioritäten in Astana gehören die Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs Zentralasiens an grünen Finanzierungen, die Unterstützung von Anpassungsmaßnahmen, die Förderung von CO2-armen Technologien und die Stärkung der regionalen Umweltresilienz. Der Gipfel soll auch als permanente Plattform für den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Regierungen, internationalen Organisationen, wissenschaftlichen Einrichtungen und dem Privatsektor dienen.
Zu den erwarteten Ergebnissen der Gipfelveranstaltung RES 2026 gehören die Annahme einer gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs Zentralasiens über die regionale Zusammenarbeit beim Umweltschutz und bei der nachhaltigen Entwicklung der Wirtschaft. Dazu zählt auch die Annahme eines regionalen Aktionsprogramms mit UN-Organisationen im Zeitraum 2026–2030 für eine nachhaltige Zukunft Zentralasiens, einschließlich regionaler Initiativen im Rahmen der thematischen Bereiche des Gipfels. Und es soll der Startschuss gegeben werden für neue Umweltprojekte und -initiativen in den wichtigsten Teilbereichen des Gipfels.
Acht Themenschwerpunkte
Die Tagesordnung des Gipfels wird sich auf acht miteinander verbundene Bereiche konzentrieren. Der erste ist die Unterstützung der Klimawende durch die Reduzierung von Emissionen, die Verbesserung der Energieeffizienz und den Ausbau erneuerbarer Energien. Der zweite ist die Anpassung an die klimatischen Veränderungen und die Erhöhung der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit. Diese zielen darauf ab, Gemeinschaften und Ökosysteme vor Klima- und Naturrisiken zu schützen.

Der dritte Bereich befasst sich mit der Ernährungssicherheit und Ökosystemen. Damit soll eine nachhaltige Landwirtschaft und ein integriertes Ressourcenmanagement gefördert werden. Der vierte konzentriert sich auf die nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen. Dazu gehört die Erhaltung von Ökosystemen und der Schutz von Wasserressourcen wie des Aralsees und des Kaspischen Meeres.
Der fünfte Bereich konzentriert sich auf die Bekämpfung der Luftverschmutzung und die Förderung der Abfallbewirtschaftung. Damit sollen die Ansätze für eine echte Kreislaufwirtschaft vorangetrieben werden. Der sechste betont Mechanismen zum Erreichen von Umweltvorhaben, einschließlich grüner Finanzen, Technologietransfer und Marktmechanismen des Pariser Abkommens.
Der siebte Bereich hebt einen gerechten und integrativen Übergang hervor, der sich auf die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Umschulung, die Gleichstellung der Geschlechter und die Unterstützung schutzbedürftiger Gruppen konzentriert. Schließlich umfasst der achte Bereich die Erhöhung der ökologischen und digitalen Kompetenzen, die Umweltbildung, digitale Lösungen und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz für das Ressourcenmanagement.
Der Runde Tisch in der Berliner Botschaft verdeutlichte, dass das Thema Wasser eine immer wichtigere Rolle in der Sicherheits- und Geopolitik spielt. Alle Teilnehmer waren sich darin einig, dass die Initiative von Kasachstan nur der Anfang solcher Konferenzen sein kann. Abgeschlossen wurde der Runde Tisch mit einem Empfang mit kasachischen Spezialitäten.

























